Nüchtern betrachtet….diesmal von Katharina

Soeben erreichte mich ein weiterer Text von Katharina zum Thema Nüchtern betrachtet. Was sage ich da, er erreichte mich nicht, er ereilte mich, wand sich wie eine Schlange gekonnt um meinen edlen Schamanenhals und bestand darauf, Ihnen gleich unverzüglich vorgesetzt zu werden. Bei solch überzeugender Einladung war ich auch sofort dazu bereit. Hier ist er also, neu und glänzend, direkt aus der kosmischen Waschmaschine gezogen und für Sie im Licht der Vernunft getrocknet und auf kreative Art zusammengelegt.

Kreatives Zusammenlegen muss ich als Mann immer wieder praktizieren, weil mir die Feinheiten des Wäsche- oder Textzusammenlegens aufgrund falscher Sozialisierung von Seiten meiner Familie und späterer Lernunfähigkeit meinerseits nie so richtig klargeworden sind.

Wissen Sie, was wir jetzt tun werden?

Wir verzichten auf das Zusammenlegen und legen stattdessen einfach so los, pur und unverfälscht und ohne Weiteres.

Hier also der Text in seiner Roh- und Urfassung:

Lieber Udo,

ich habe wieder zwei Texte ausgeworfen, diesmal für „Nüchtern betrachtet“. Ob Du diesmal damit endlich einmal etwas anfangen kannst, weiß ich nicht.

Nüchtern betrachtet glaube ich zum Einen, dass wir in einer Singularität leben. Denn von außen betrachtet kann man nicht sagen, was darinnen ist. Es ist „nur“ ein dimensionsloser Punkt. Er kann „0“ oder „1“ sein. Es kann nichts darinnen sein oder tausende von Universen. Raum und Zeit sind nicht voneinander unterscheidbar. Alles kann gleichzeitig sein oder auch nicht.

Kurz gesagt: Alles ist möglich. Ist das nicht wunderbar?

Nüchtern betrachtet bin ich mir zum Zweiten gar nicht sicher, ob ich als Schamane irgendetwas nüchtern betrachten kann. Ich bin doch mit allem ganz fest verbunden, aber nüchtern betrachtet hat das Wort „nüchtern“ für mich nichts von dieser geradezu barocken Vielfalt, die ich als Schamane empfinde. Nüchtern betrachtet sind das alles hier nur Worte, die nicht einmal annähernd das beschreiben können, was ich empfinde. Also nüchtern betrachtet würde ich empfehlen, sich selbst ein Bild davon zu machen.

Ein kurzer Nachsatz, der das erklären oder Alles noch weiter verwirren kann: Nüchtern betrachtet bin ich eben „ICH“.

Das war’s erst ‚mal mit der nüchternen Betrachterei. Ab jetzt schreib ich wieder Barockstil.

Liebe Grüße,

Katharina

Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – das Heilige und das Profane. Teil 3

Wir sind zuletzt, wie Sie wissen, bei der klassisch schamanischen Auffassung der Welt geblieben.

Nur zu Ihrer sehr geschätzten Erinnerung:

Die Welt war damit für uns plötzlich

  • eine wabernde Wolke der Kraft. 
  • ein reiner magischer Fluss, der uns direkt aus dem Fassbaren zurück ins Unfassbare führt, aus dem wir kommen, wir, Sternenstaub aber auch Staub des Nagual, der unfassbaren Dichte der Welt. 
  • eine ekstatische Schwingung des Göttlichen, oder von mir aus, wenn Sie es lieber ohne den Begriff Gott hören oder lesen wollen, eine ekstatische Schwingung des allumfassenden Bewusstseins des Universums.
  • Ausdruck der Manifestationen des Spirits, der sich, selbst unzerstörbar und unteilbar, trotzdem in viele Flüsse und Orte der Kraft bricht um sich darin selbst immer wieder aufs Neue zu gebären. 
  • die heimliche aber stetige Verbindung von Spirit, Kraft und Magie, die sich zwar jenseits unseres weitest gespannten Verständnisses vollzieht, uns zugleich aber in eben genau dieses Jenseits beständig hinüberzieht.

„Ich weiß natürlich, dass ich hier einige Sätze aus dem ersten Teil dieses Blogs wiederhole, Emilio, Du brauchst mich also nicht beständig mit dem Schnabel am Hemd zu fassen. Aber der Leser hat oder hatte ja vielleicht doch einige Schwierigkeiten, meine schamanische Philosophie eins zu eins zu verstehen. Nur deshalb wiederhole ich es hier. Zur Erleichterung des Verständnisses des Lesers. Okay, diesen Satz findest Du auch unangebracht. Was soll ich machen? Ich spreche leider kein Papageiisch. Ich muss das also insgesamt etwas komplizierter ausdrücken als Du das kannst. Okay, jetzt bist Du offenbar zufrieden. Ja, ich verstehe. Ich soll mich aber kurz fassen. Das fällt mir zwar nicht leicht, aber ich werde mein Bestes versuchen. Du wirst schon sehen. Danke nochmal für Deine Mithilfe und könntest Du Dich jetzt kurz einem anderen Thema zuwenden? Welchem? Na, irgendeinem anderen. Such es Dir doch einfach selbst aus.“

Okay, er ist beleidigt. Das wollte ich nicht. Aber immerhin können wir jetzt an dieser Stelle wieder weitermachen.

Wie sagte ich es doch so schön im ersten Teil des Blogs:

Sie sehen, es ist ja im Grunde ganz einfach, Magie, Nagual, Spirit und Ekstase zu beschreiben und dabei auch noch zu erklären, was das Universum, ganz im Gegensatz zu der vereinfachenden weil nur Verhaltensweisen beschreibenden Sicht der Wissenschaft, im Kern eigentlich so mehr oder weniger ist und nicht ist.

Danach musste ich allerdings zugeben, dass jede derartige Beschreibung unvollständig, mangelhaft und ungenau bleiben muss.

Auch die Sache mit der Einfachheit begann dann alsbald gewaltig zu knirschen.

Nur die Einfachheit des Wahrhaftigen rettete uns schlussendlich noch.

Deshalb hatte ich angeboten, ein paar meiner in diesem Blog verwendeten Begriffe sogar zu definieren oder zumindest einmal kurz in Wikipedia nachzuschlagen.

Danach mussten Sie jedoch die Auswahl der hier von mir zur Erläuterung vorgeführten Begriffe schon wieder ganz mir selbst überlassen.

Damit Sie wie gesagt nur ja nicht im gestreckten Galopp etwa die Orientierung verlieren wiederholte ich somit so Einiges, das uns hier als Grundlage für Weiteres dienen soll.

Ich begann mit der Definition des Begriffs wabern.

Die werde ich hier aber nicht wiederholen. Schauen Sie doch selbst nach, falls Sie sie etwa gar vergessen haben sollten.

So ausgerüstet wandten wir uns wieder dem ersten Satz unserer schamanischen Auffassungen von der Welt zu und stellten fest:

Die Welt sei demnach eine wabernde Wolke der Kraft.

Zuerst haben wir uns daraufhin mit unserer nagualistischen Sicht dieser wabernden Wolke der Kraft befasst.

Diese Angelegenheit konnten wir gleich danach fast mühelos klären.

Zur zweiten Bedeutung desselben Satzes mussten wir uns angeblich jedoch aus einer ganz anderen Richtung der Betrachtung desselben Satzes im Besonderen und der Welt im Allgemeinen nähern.

In dieser zweiten Sichtweise wenden wir uns also zunächst dem Begriff der Kraft in spiritueller Hinsicht zu. Die Kraft ist ihrem Wesen nach nicht-dualistisch. Das heißt, in ihr vereinen sich Gegensätze, welche sich in unserer normalen alltäglichen Betrachtungsweise auszuschließen scheinen. Ruhe und Bewegung, Subjekt und Objekt, Weite und Nähe, Fülle und Leere, Magie und Energie, wobei die letztere Unterscheidung ohnehin von den meisten Menschen gar nicht getroffen wird.
Die Kraft, welche wir hier betrachten, tritt als schöpferische und allumfassende magische und spirituelle Energie auf, als die eine zentrale Kraft, welche das Universum durchzieht, bewegt, es in die Leere verbläst und zugleich auch immer wieder in seine Existenz zurückholt.

Diese Kraft teilt ihre primäre Eigenschaft mit allem, was sie berührt, ohne dass wir uns dessen zumeist überhaupt gewahr werden. Das mag für Einige von Ihnen jetzt etwas buddhistisch klingen, hat aber keinen direkten Bezug zu irgendeinem religiösen Dogma. Das Wirken der Kraft ist vielmehr in der Trance und in schamanisch erweiterten Bewusstseinszuständen erfahrbar.

Die Welt ist deshalb eine wabernde Wolke der Kraft, weil sie im Kern aus dem Wirken dieser Kraft und ihren Manifestationen besteht.

Ich glaube, jetzt ist es wirklich wieder an der Zeit, einen weiteren meiner Begriffe zu definieren, um Sie ein wenig aus der Dichte des gerade Angesprochenen heraus zu holen.

Das hat naturgemäß nur dann eine Bedeutung für Sie, falls Sie sich ganz auf meine Ausführungen einließen. Bei hurtigem Überfliegen derselben tritt nach einer von den Angehörigen meines Redaktionsteam allgemein bestätigten Wahrnehmung jener Effekt der Dichte und Fülle eher nicht auf.

Doch halt, was sehe ich da, es verbleibt uns in diesem Teil des Blogs gerade noch genug Raum, um Ihnen den zu definierenden Begriff kurz einmal vorzustellen.

Dieser lautet jetzt natürlich: Sternenstaub.

Spieglein Spieglein an der Wand…..diesmal von Wilma….

….. Wenn ich in den Spiegel sehe…..

….sehe ich nun, dass ich mich angekommen fühle.
Dass meine Jahrzehnte andauernde Sehnsucht nach Verbundenheit mit der Welt sich erfüllt hat. Wobei das Wort „Welt“ es nicht annähernd beschreibt.

Wenn aus den Worten Licht, Natur, Freundschaft, Freude …. etwas hervortritt, das das Herz berührt, dann hat man verstanden, worum es wirklich geht.

Genau an dieser Stelle, ja gerade an der schönsten Stelle des Textes, hat es Wilma plötzlich gepackt.

Mit einem wilden Satz springt sie geradewegs vom Spieglein herunter und in den weit einladenden See der Nüchternheit hinein.

Und schon geht es weiter, diesmal aber ganz….nüchtern betrachtet….

Nüchtern betrachtet…

…ist das Wesentliche jeder Sache in ihrem Kern zu finden. Wer sich schon von der Schale beeindrucken lässt, eilt daran vorbei. Wer seiner Ahnung folgt, dem öffnen sich Türen, die nicht nur hübsch anmuten, sondern auch ins Herz der Welt führen.

Da habe ich beschlossen, beide Texte beisammen zu lassen. Sie wirkten ja auch ganz innig verbunden, und vielleicht, ja vielleicht gab oder gibt es hier denn auch einen ganz geheimen aber durch alles Unwesentliche durchscheinenden Zusammenhang, der im Wesentlichen einfach das Herz der Dinge berührt, oder, anders und schöner gesagt, das Herz der wesentlichen Dinge des Lebens berührt.

Der Schamane zur Lage der Nation Nummer 12

Ich wiederhole meine Aussage aus dem vorhergegangenen Teil des Blogs:

Allerdings wäre ein Beschmutzen der Kleidung durch Kotzen, rein politisch betrachtet, weniger schlimm als das Beschmutzen des eigenen Nestes durch schamloses Kooperieren mit Rechtsextremen.

Trotzdem wende ich mich also jetzt wie schon im ersten Teil des Blogs angedeutet, vom Kotzen ab, das durch eine falsch ausgesuchte schamanische Atemtechnik ja allzu leicht über mich kommen könnte, und einem fast ganz anderen Thema zu.

Die nachfolgende Seite habe ich nämlich letztens im KURIER gefunden, einer Zeitung, die ich zwar selten, aber doch immer wieder einmal zu Gesicht bekomme.

Darin wird nun etwas angekündigt, das ja eigentlich schon hier in unserer schamanischen Zeitung seit Anfang Jänner dieses Jahres passiert.

Haben die Initiatoren dieser unten angeführten Veranstaltung etwa gar von uns abgeschrieben? Unsere Ideen kopiert? Radiokunst und Podcast, und der Bericht zur Lage der Nation…..na wenn das kein Zufall ist!

Ich glaube nicht, dass es sich so einfach erklären lässt.

Nein, hier ist vielmehr der sogenannte Zeitgeist am Werk.

Ein Spirit, der sich uns Schamanen ja nicht wirklich andauernd vorstellt, um dann länger an unserer Seite zu weilen.

Denn der Zeitgeist hält sich häufig an das allgemein Gängige.

Wir Schamanen aber lieben das Besondere, das Wahre, das Ausgefallene im besten Sinn des Wortes, und kümmern uns eben nicht wirklich um den Zeitgeist.

Doch manchmal treffen sich wunderbarer Weise unsere Wege mit den seinen, denen des Zeitgeists nämlich.

Sehen Sie also nur hier. Ich habe in meiner Begeisterung gleich die ganze Seite aus dem KURIER fotografiert, nur damit mir und Ihnen kein einziges Detail des Zeitgeists, der uns Schamanen jetzt offenbar so freundlich geküsst hat, entgeht.

Oder war es eher die Muse, die den Schamanen küsst? Was tut dann der Zeitgeist, wenn er freundlich oder entgegenkommend sein will? Wie auch immer, hier ist er:

Wenn Sie diesen Beitrag des Zeitgeistes nun tatsächlich lesen wollen, müssen Sie wohl oder übel auf das Foto klicken. Sonst bleibt es aufgrund meiner sehr unzureichenden fotografischen Kenntnisse nämlich leider völlig unscharf.

Allerdings könnten Sie mir auch einfach glauben: In dem oben abgebildeten Ausschnitt aus dem KURIER geht es um Radiokunst, Podcast, um Berichte zur Lage der Nation, und unter dem Titel „Pod schütze Österreich“ um eine Stärkung der fragilen Demokratie durch Bewusstwerdung.

Na, wenn das nicht genau unsere Überschriften und Themen sind. Einzig das Wort Schamane fehlt. Aber das könnte ja auch nur schwer dort stehen, wo es sich doch bei jenem Projekt um gar kein schamanisches handelt.

Was Sie daraus aber mit Leichtigkeit entnehmen können, ist die Tatsache, dass wir Schamanen und unsere wunderbare Zeitung uns ganz dicht am Puls der Zeit befinden.

Nein, wir befinden uns nicht an ihrem Puls – vielmehr sind wir eigentlich die Schrittmacher, die Pulsgeber, die Avantgarde dieser neu entstandenen Bewegung, welche Radio und Podcast mischt und sich zur Lage der Nation äußern will….

Allerdings muss es uns doch sehr bedenklich stimmen, wenn jetzt von fragiler Demokratie die Rede ist, als wäre diese Staatsform mehr oder weniger austauschbar.

Eine undemokratische Vorgangsweise, eine illiberale Demokratie, ein Wahlrecht, das die Abwahl der eigenen Partei nahezu unmöglich macht, eine die Menschenrechte verletzende Gesetzgebung, eine Aufhebung der Gewaltenteilung oder Hetze gegen NGOs und zivilgesellschaftliches Engagement, eine Einschränkung demokratischer Grundrechte wie der Meinungsfreiheit oder Versammlungsfreiheit, all das sind nämlich keine Kavaliersdelikte von Regierungen.

Der politische Konsens zwischen Regierenden und uns, den von ihnen Regierten, lässt sich nicht allein durch Staatsmacht und Gesetzgebung begründen.

Eine legitime Regierung muss zwar demokratisch gewählt worden sein, allein das genügt aber nicht für ihre Legitimität. Zusätzlich müssen auch Menschenrechte, Demokratie und Bürgerrechte von ihr respektiert werden.

Die Demokratie kann sich nicht auf demokratische Weise selbst abschaffen, ohne ihre Legitimität zu verlieren. Das heißt, aus rechtmäßiger Regieren wird durch Abschaffung demokratischer Grundprinzipien automatisch ein unrechtmäßiges Regieren, gegen das dann auch zivilgesellschaftliche Gegenwehr zu Recht erfolgen darf und muss, zumindest in dem Rahmen, dass durch diese Gegenwehr die Rechtmäßigkeit demokratischen Regierens wiederhergestellt wird.

Wir sind als Staatsbürger auch übergeordneten Prinzipien wie den Menschenrechten oder der Wahrung demokratischer Grundlagen unserer Gesellschaft verpflichtet.

Das nur zur Erinnerung daran, dass Demokratie mehr ist als nur politische Mehrheitsbeschlüsse auf Regierungsebene.

Damit kehre ich jetzt doch noch einmal zu dem Unerträglichen und Unanständigen zurück, das uns normale oder mitfühlende Menschen in Geiselhaft nehmen will.

Unter anderem geht es mir hier darum, die Vermischung echter und scheinbarer Empörung, mit gleichzeitiger Tendenz, rechtsextremes Gedankengut durch die Hintertür salonfähig zu machen, aufzuzeigen.

Doch mehr dazu im nächsten Teil dieses Blogs.

 

Stormy Monday, Montagskater 10

Mein Montagskater liebt mich.

Zumindest in letzter Zeit.

Er schleicht auf ganz leisen Pfoten durchs Haus, grüßt mich freundlich, sobald er mir begegnet und weigert sich beharrlich, mit seiner gewaltigen Pranke und seinen messerscharfen Krallen nach mir auszuschlagen.

Ich bin natürlich grundsätzlich hocherfreut über diese Entwicklung der Angelegenheit.

Allerdings gibt sie mir auch zu denken.

Dieses Wohlverhalten des ansonsten eher ungemütlichen Katers muss doch wohl einen tieferen Grund haben.

Der Kater ist angenehm und durchaus beruhigend. Sein geheimer Grund aber vielleicht doch eher nicht.

Ich mache mich also ans Recherchieren. Was könnte dem neuen nahezu artigen Verhalten des Katers denn zugrunde liegen?

Wikipedia weiß zum Montagskater leider gar nichts zu berichten. Zumindest nichts

Wesentliches.

Meine diesbezügliche Recherche ergab nur folgendes eher nicht befriedigendes Resultat:

Es werden die Ergebnisse für Montagsmaler angezeigt. Wollen Sie stattdessen nach Montagskater suchen?  

Klar wollte ich das. Aber es ging eben nicht. Also folgte ich zunächst einmal der neuen Spur.

Die Montagsmaler war eine Schnellratesendung des deutschen Fernsehens, in der gezeichnete Begriffe erraten werden mussten.

Der Name der Sendung lehnt sich an den umgangssprachlichen Begriff Sonntagsmaler an, wegen des ursprünglichen Sendetermins wurde daraus Die Montagsmaler. Dementsprechend erhielten die erwachsenen Gäste meist Gemälde der Naiven Malerei als Preise. Während der Laufzeit unter Frank Elstner wechselte der Sendetermin von Montag auf Dienstag. Der Begriff Montagsmaler war jedoch beim Publikum bereits so fest etabliert, dass man ihn auch trotz der geänderten Programmstruktur beibehielt.

Sonntagsmaler

Als Sonntagsmaler wird ein Laienmaler bezeichnet, der aus anderen Berufen stammt.

Der Malerei wird als Hobby nachgegangen, sozusagen als Sonntagsvergnügen. Jedoch handelt es sich nicht immer um Naive Malerei, weil sich der Künstler etwa über Malkurse durchaus ein fundiertes Wissen angeeignet haben kann. 

Sonntagsmalerei ist seit dem Barock bekannt. Im 19. Jahrhundert wuchs die Zahl der Sonntagsmaler und wurde im Biedermeier besonders populär. Heutzutage wird sie immer noch praktiziert, aber weniger als im 19. Jahrhundert. Als beliebtes Motiv dienten vor der Erfindung der Fotografie vor allem Reiseeindrücke.

An dieser Stelle beschloss ich, diese auf Wikipedias Seiten durchgeführte Suche zu beenden.

Auf der Suche nach der Wahrheit des Katers. Sonntagsschamanismus ist uns Nagual-Schamanen aber eher fremd.

Es wäre natürlich durchaus interessant gewesen, Sonntagsmaler und Sonntagsschamanen begrifflich zu vergleichen. Aber beim Begriff Sonntagsschamane fühlen sich die mit einem solchen Bezeichneten zumeist eher irgendwie abgewertet und sind dann auch dementsprechend beleidigt. Deshalb und um darüber hinaus auch den Anforderungen eines guten gesellschaftlichen Tons gerecht zu werden und den Schein wahrer Gelassenheit zu wahren, verzichte ich auf den an dieser Stelle möglichen Vergleich.

Aber es stimmt schon. Auch Schamanismus verlangt das Hinaustreten aus dem Bereich des Gelegentlichen. Schamane können Sie nicht nur sonntags sein. Das Schamanensein liegt Ihnen vielmehr ganz tief in den Knochen, wenn es bei Ihnen einmal ganz und gar in Erscheinung getreten ist, glauben Sie mir ruhig.

Und Wikipedia hat nun einmal gar keine Ahnung vom Montagskater.

Die glauben nicht einmal an ihn.

Deshalb wende ich mich an die allgemeine Enzyklopädie der Geistertiere, Band neunzehn, mit der Überschrift: Tiere, welche nur an bestimmten Wochentagen erscheinen. Ich lasse jegliche Beschreibungen andersgearteter derartiger Tiere beiseite, obwohl die Lektüre dieser Wesen sicherlich auch sehr interessant gewesen wäre. Doch ich bleibe dem Kater treu.

Und hier steht es auch gleich schwarz auf weiß:

Der Montagskater, lateinisch auch felis felix diei lunae genannt, zeigt sich vor allem montags.

Nun das wusste ich schon.

Er befällt unter anderem vorzugweise Menschen, die sich mit der Weiterentwicklung menschlicher Möglichkeiten und der Wiederherstellung einer heilsamen kosmischen Ganzheit auf diesem Planeten beschäftigen, wie zum Beispiel Schamanen.

Das hatte ich befürchtet. Ich hätte es mir aber auch schon fast selber denken können.

Die Gründe für das Vorhandenseins eines Montagskaters lassen sich nicht allgemein feststellen, weil sie normaler Weise in der individuellen Sphäre seines Inhabers zu suchen sind.

Dieser, der sogenannte Katerträger, muss deshalb selbst intensive Nachforschungen über das montägliche Erscheinen seines Katers und speziell auch über die Gründe für das Auftreten dieses wohlbekannten aber zurzeit noch wenig erforschten Phänomens anstellen.

Genau das versuche ich ja schon die ganze Zeit über mit großem Eifer, wie Sie wissen.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn sich der Montagskater einmal sehr freundlich zeigen sollte. Denn dieser Kater ist auch ein Meister der Täuschung. Er will zumeist seinen Besitzer nur in Sorglosigkeit wiegen, um dann umso heftiger zuzuschlagen.

Oh nein, das wollte ich jetzt gar nicht wissen.

Der Kater steht mit einem Mal wieder hinter mir. Er schnurrt freundlich.

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob er zufällig mitgelesen hat.

Aber ich bin irgendwie doch beruhigt. Es berührt mich sogar, wie nett er sein kann.

Gerade will ich mich von ihm abwenden, um den Montag jetzt einmal so richtig zu genießen, da höre ich ein deutliches wildes Fauchen in meinem Rücken.

Ich wirble herum, und sehe gerade noch, wie sich der Kater riesenhaft aufbläst, sich mit grimmigem Gesicht aufbäumt und mir, als ich gerade „süßes Kätzchen, Platz, mach schön Platz hier“ rufen will, mit seiner gewaltigen Pranke einen Hieb versetzt, der mich durch das ganze schamanische Zentrum rollen lässt.

Bevor ich auf allen Vieren lande und selbst kläglich zu miauen beginne, höre ich noch ein deutliches Geräusch aus der Richtung des unsäglichen Katers, das für mich tatsächlich wie ein katzenhaft ausgelassenes Lachen klingt.

Meine Nachforschung hat nun folgende drei hochaktuelle Resultate erbracht:

  1. Die Katze ist hinterlistig. Ich werde ihr deshalb in Zukunft nicht mehr den Rücken zudrehen, soviel ist gewiss.
  2. Mein Montagskater liebt mich. Allerdings hat er mich wohl eher zum Fressen gern.
  3. Der Schamane hat trotz allem wieder einmal den Angriff des Katers gut überstanden. Er, hier gemeint: der Schamane, ist offenbar schon recht widerstandsfähig.

 

 

 

Unser schamanischer Gegenstand der Woche….

Die Große Mutter des Meeres verkörpert sich für uns in dieser Meeresschildkröte.

Sie ist Teil des Meeres- und Wasseraltars und reist mit uns heuer wieder in den Süden…

…wo wir Rituale am Meer vollziehen werden.

Die Alpen versinken ja, soweit ich weiß, ungefähr knapp nach Korsika auf seltsame Weise irgendwie im Mittelmeer, und insofern gibt es da schon von Natur aus einen klaren Bezug zwischen dem Alpinem und dem Maritimem.

Auf jeden Fall ist es für uns Nagual-Schamanen mit unserer lokalen Verwurzelung in den Alpen sehr interessant, die Magie des Meeres als Ergänzung und Gegenpol in unser schamanisches Tun miteinzubeziehen.

Auf der kosmischen Ebene des Schamanismus sind die Kräfte von Meer und Erde, Himmel und Feuer und das Wirken des Geistes durch all das hindurch ohnehin grundlegend für uns Schamanen.

Spotlight, der schamanische Scheinwerfer…aus dem geheimen Lexikon der Nagual-Schamanen……

Kraftjagen in der Welt der Kraft

„Die Welt der Kraft. Treten Sie ein:  In die zweite Aufmerksamkeit.

Die Welt der Kraft entdeckt der (angehende) Schamane bei der Beschäftigung mit dem Nagual, dem Unfassbaren. Die zweite Aufmerksamkeit – eine parallele Dimension – ist mit unserer gewohnten Alltagswelt magisch verbunden. Hier, in der Welt wie wir sie normaler Weise sehen, bildet das Fassbare den Vordergrund der Wahrnehmung, das Unfassbare den Hintergrund der Welt.

Dort, in der zweiten Aufmerksamkeit, rückt das Unfassbare in den Vordergrund der Wahrnehmung und das normale Alltagsbewusstsein und damit auch die Welt wie wir sie kennen treten in den Hintergrund zurück.

In einem speziellen Aspekt der zweiten Aufmerksamkeit, den wir die Welt der Kraft nennen, nehmen wir das Wirken der Absicht, einer kosmischen Kraft, wahr, die sich in bestimmten Bereichen der zweiten Aufmerksamkeit zu Kraftzentren zusammenballt.“

Genau so können Sie es in unserem kleinen Lexikon hier auf der Website lesen.

Die Absicht ballt sich natürlich nicht zu dieser Art Kraftzentrum zusammen, in dem ich gerade sitze und Ihnen schreibe. Es sind vielmehr magische Knoten im Universum, in der zweiten Aufmerksamkeit, die aus Absicht bestehen und dem Nagual, genauer gesagt, der Welt der Kraft, eine Art magischer Struktur verleihen, soweit man davon in einem Raum, der vom Unfassbaren bestimmt wird, überhaupt sinnvoller Weise sprechen kann.

Das Zusammenballen der Absicht im Nagual ist gleichzeitig der Grund dafür, warum Kraftjagen im Nagual beziehungsweise in der Welt der Kraft nicht ganz ungefährlich ist und besser unter fachkundiger Anleitung stattfindet, wie sie hier in der Ausbildung von uns angeboten werden kann und deshalb auch beständig angeboten wird.

Denn das zusammengeballte absichtsvolle Nagual bekommt den Charakter eines magischen Wesens, oder genau genommen, vieler solcher Wesen, die sich dementsprechend auch aktiv und von sich aus dem in die Welt der Kraft Eingestiegenen zuwenden können. Diese Zuwendung kann nun bei relativ ahnungslosen Besuchern dazu führen, dass sich der Vorgang des Kraftjagens einfach umkehrt. Das Nagual in Form seiner in der Welt der Kraft lauernden magischen Wesen jagt mit einem Mal die Kraft desjenigen, der es aufgesucht hat, ohne über ausreichendes Wissen dafür zu verfügen.

Hier sehen Sie einen Ausschnitt aus einer Fetischschachtel, die das Nagual der Nacht zum Inhalt hat.

Das kann zu verschiedenen recht unangenehmen Arten der Selbstverhexung führen, denen zwar aus schamanischer Sicht häufig eine gewisse situative Komik innewohnt, wenn wir sie als Schamanen sozusagen von Außen betrachten, über die wir uns hier aber aus Gründen der Verschwiegenheit trotzdem nicht genauer auslassen wollen.

Der Begriff Selbstverhexung ist hier natürlich nicht irgendwie mit schwarzer Magie verbunden, sondern bezieht sich nur auf eine laienhafte Vorgangsweise, durch die eine Person sich beispielsweise selbst an etwas binden mag, was sie auf seltsame Weise verzerrt. Dabei handelt es sich also um ein magisches sich selbst an Etwas binden, das ihr weder bewusst ist noch von ihr gar erwünscht wäre.

Das Verhaftet bleiben in einem solchen Zustand ist jedenfalls nicht wirklich empfehlenswert.

Trotzdem oder gerade deshalb wird von Selbstversuchen mit dem Nagual und der zweiten Aufmerksamkeit von unserer Seite eher abgeraten. Außerdem öffnet sich das Nagual ja nicht selbstverständlich vor Jedem, der sich mit der zweiten Aufmerksamkeit beschäftigen will, und das ist aus den oben angeführten Gründen auch ganz gut so wie es ist.

Mein garstiger Computer schreibt an dieser Stelle immer wieder Kraftwagen statt Kraftwagen. Aber vielleicht hat er ja sogar Recht. Kraftjagen ist immer auch ein Kraftwagen, ein Wagen der eigenen Kraft, sowohl in dem Sinn, dass wir dabei wagen müssen, unserer eigenen magischen Seite und deren Kraft zu begegnen, als auch im Sinn eines Wagnisses in der fruchtbaren Auseinandersetzung mit der Welt der Kraft.

Zumindest solange Sie sich noch auf dem ersten Level der Magie befinden, dem des Magiers mit zwar geschlossenem Kraftkörper aber noch ohne tieferes Wissen über Nagual, Traum und Mythos, wäre ein wenig Anleitung und Unterstützung beim Kraftjagen in Ihrem magischen Kraftwagen wohl durchaus angebracht.

 

 

 

Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen.  Statt des versprochenen Blogs folgt zunächst: Wieder ein Zwischenspiel. Kraftjagen und andere schamanische Arten des Zeitvertreibs. Teil 2

Wie stand es, schwarz auf weiß, als letzter Satz im vorigen Teil dieses Blogs zu lesen:
„Doch der Charakter des Textes hatte sich inzwischen unwiederbringlich verändert.
Jede Anwendung von Magie ist eben ein unumkehrbarer Prozess, wie wir Schamanen wissen.“

Der veränderte Text begann also schlussendlich von sich aus, den Platz einzunehmen, der ihm seiner Meinung nach zustand.

Und plötzlich ging es deshalb auch um schamanisches Kraftjagen, alles natürlich (fast) ganz nüchtern betrachtet….

Den zeitweise abhanden gekommenen Text stelle ich Ihnen hier kursiv vor:

Ich bin im Übrigen gar kein Freund des Schnellfahrens, falls Sie das jetzt irrtümlicher Weise etwa dem obigen Textteil im ersten Teil des Blogs entnommen haben sollten.
Die meisten Schnellfahrer kompensieren ohnehin nur ihr viel zu wenig aufregendes Leben durch die künstlichen Aufregungen des Straßenverkehrs.  

Doch falls Sie jemals einem rasenden Meteorstück ausweichen müssten, indem Sie ganz ungeniert auf ihr Gaspedal drücken, so hätten Sie mein vollstes Verständnis dafür, dass Sie sich auf diese Art vor dem Unheil zu retten trachteten.  

Benützen Sie das aber bitte jetzt nur nicht als Ausrede und glauben Sie bitte auf keinen Fall, dass mir die Versuche unserer sich leider streng rechtsdrehenden Regierung, die Gunst ihres Publikums durch kleine Taschenspielertricks zu erlangen, – wie beispielsweise jenen,  ganz unsinnige und gefährliche Geschwindigkeitserhöhungen einzuführen -, auch nur irgendwie gefallen würden.

Kehren wir zu unserem eigentlichen Ausgangspunkt zurück, bevor ich mich hier aus reinster Empörung etwa in textlichen Ausschweifungen verlieren sollte, die Sie zudem ja wohl eher in unseren Beiträgen des Schamanen zur Lage der Nation erwarten würden.

Reinste Empörung steht uns Schamanen allerdings wirklich gut, das stimmt schon.

Aber trotzdem, hier ist es nun: 

Nüchtern betrachtet…..diesmal also wohl von drei Schamaninnen und mir selbst geschrieben…..

An dieser Stelle hätte ich jetzt eigentlich schon ganz klar bemerken müssen, dass der Text den Rahmen von Nüchtern betrachtet wohl oder übel zu sprengen begann.

Stattdessen machte ich in einem Anfall von, von mir selbst erzwungener, Selbstverleugnung einfach weiter wie bisher. Das sollte und konnte später natürlich nicht ohne Folgen bleiben. Doch zunächst schien noch Alles ganz nüchtern zu verlaufen und zwar so:

 

Im Spiegel der Kraft musst Du manchmal ganz nüchtern bleiben.

Trunken vor eigenartiger Nüchternheit, der Nüchternheit des Schamanen, erkennst du dich.

Du bewegst Dich durch Raum und Zeit in der Stille, hebst vielleicht eine Hand oder setzt Fuß vor Fuß.

Du HANDELST:

Eine Geste der Kraft – Deine Geste, die Geste einer Schamanin.

Eine Geste der Einmaligkeit in Raum und Zeit.

An dieser Stelle und zu dieser Zeit kann es kein Anderer tun als Du selbst.

……

Natürlich lesen Sie jetzt gerade vom Kraftjagen im Nagual, dem Unfassbaren, auf höherer Ebene. Schließlich ist es eine ausgebildete und eingeweihte Schamanin, die hier ihre Hand hebt, und HANDELN und Kraftjagen in Eins zusammenführt.

Wenn Sie selbst beginnen wollen, die Kraft des Nagual zu jagen, beginnen Sie bitte nicht gleich mit dem Versuch, dies mit ausgefeilten schamanischen Gesten zu bewirken.

Nein, besser, Sie beginnen gar nicht erst mit Kraftjagen, wenn Sie nicht entweder selbst über das nötige innere Wissen verfügen oder jemanden mit diesem Wissen gerade an Ihrer Seite haben. Der Wissende sollte allerdings auf jeden Fall in Ihr Projekt eingeweiht werden und es grundsätzlich gutheißen und im Speziellen auch unterstützen. Ja, dann sollte Alles gut gehen. Diese Begegnungen mit dem Nagual sind nun einmal wirklich nicht zu unterschätzen.

Der folgende Teil über das Auffinden des magischen Kieselsteins lässt sich im Übrigen sowohl als Analogie als auch als ganz praktische Vorgangsweise einer Schamanin verstehen.

Also fahren wir fort im eigentlichen Text:

……

Du spürst den Luftzug der Wirklichkeit Deines Seins, eines zunehmend ekstatischen Zustands, der sich als Atem der Freiheit in deinem Körper ausdehnt, während Deine Füße weiter dem Tanz der Schamanin folgen.    

Auch deine Seele weiß um die Unendlichkeit, auch in Deinen Knochen steckt der Staub der Vergänglichkeit.

Und doch, bei näherer Betrachtung, entdeckst du ein Funkeln zwischen den Körnern, die am Wegesrand liegen. 

Alles ist jetzt nur noch eine sanfte Entscheidung für die Kraft, ein kleiner Schritt.
Denn es ist ja alles bereits da.
 

Du musst nur diesen einen kleinen Kieselstein finden, der da am Wegesrand liegt und aus sich heraus leuchtet.  

Aber Du darfst Dich dabei nicht blenden lassen von den Sonnenstrahlen, den Kindern des Tages, welche die anderen Kieselsteine zum Leuchten bringen.  

Es ist eigentlich nur ein ganz einfacher Kieselstein, den Du suchst. Doch er steht für den Stein der Weisen, für den Stein der Kraft.

Während die anderen Steine jetzt im Sonnenlicht glitzern und funkeln wie Diamanten und Rubine könntest Du leicht den einen Stein der Kraft übersehen.

Schon flüstern Dir die Edelsteine im Sonnenlicht allerlei Versprechungen ins Ohr.

Der eine Kieselstein schweigt. Er wirkt aus sich selbst heraus.

Es geht um schamanisches Kraftjagen. Im Stein steckt die Kraft die Du suchst.

Die Kraft aus dem Unfassbaren, das Dich flirrend umgibt. 

Also nüchtern betrachtet ist das Alles einfach, aber schwierig. 

Nüchtern betrachtet ist es eigentlich auch ganz einfach, in den Fluss, sprich zu sich selbst zu kommen.  

Aber, wie so oft, sind die einfachen Dinge die schwierigsten.

Damit bleibt mir jetzt zum Schluss noch eine letzte bange Frage.
Kann ich überhaupt Nüchtern betrachten und solch einen Text verfassen, wenn ich doch niemals je ganz nüchtern bin sondern beseelt von den Geistern?

Bin ich denn jemals nüchtern, nachdem ich ja ständig im Dauerzustand einer Art Trunkenheit lebe, sobald ich in Ekstase gehe?

Doch sehen wir es einmal so:

Manche nehmen Ayahuasca, andere LSD.

Ich tauche in den tiefen See

der Ekstase und bin deshalb

einfach des Lebens froh.

Hier endet das erneute Zwischenspiel auf schönste Weise.

Das Beitragsbild und die darauf folgenden Bilder im Text sind hier absichtlich etwas dunkel gehalten, um Sie vor den Gefahren eines unbedachten Selbstversuches im Kraftjagen abzuschrecken.

Sie wissen ja: Im Kraftwagen und beim Kraftjagen ist gleichermaßen oft höchste Vorsicht geboten.

Wir dürfen zu guter Letzt hier noch ein paar tröstende Worte für alle inzwischen schon ungeduldig auf die Fortsetzung des ursprünglich an dieser Stelle geplanten Blogs über Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – das Heilige und das Profane wartenden Leser einfügen:

Auch dieser von Ihnen nun schon sehnlichst erwartete Blog wird kommen. Sicher. Schon bald sogar. Seien Sie also genau an dieser Stelle jetzt nur nicht allzu sehr beunruhigt. Dazu besteht nun einmal wirklich gar keine reale Veranlassung.

 

Der schamanische Leckerbissen….bleibt weiterhin traumhaft. Zur Traumdeutung aus schamanischer Sicht, Teil 4.

„Bevor der Traum uns ganz entschwindet, such etwas, das ihn an Dich bindet. Dann kannst Du ihn in Ruhe lesen, denn sonst wär´s wohl nur Schaum gewesen, was Dich als Traum so sehr beschäftigt. Doch jagst Du Kraft, wirst Du gekräftigt und Traum und Wirklichkeit verschwinden,…

….weil sie sich umeinander winden, bis eine neue Sicht entsteht, die sich dann um den Träumer dreht und ihm als Wirklichkeit erscheint. Wozu auch der Schamane meint, dass es die Wahl zu träumen sei, die uns sanft zeigt, wohin sich wenden. Der Traum ist stark und hat zwei Enden, die ineinander leicht verschmelzen. Deshalb auch staken wir auf Stelzen durch Wasser, die der Traum erzeugt, solange bis er uns verschlingt. Danach ist es der Traum der singt und wir in seiner Mitte träumen, und dann, beginnen wir aus Schäumen und Fallen gar ins Bodenlose uns neu zu träumen und erwachen im Sitz der Kraft, die uns umfließt, und können mit den Feen lachen.“
Diesen uns vor einiger Zeit zugespielten Text über den Traum wollten wir Ihnen auch nicht vorenthalten und haben ihn daher an den Anfang des jetzigen schamanischen Leckerbissens gestellt. Er dient der hehren Absicht, Ihnen die Dynamik des Traumes zunächst ganz intuitiv näherzubringen.
Danach kehren wir direkt zu unserem Leckerbissen der Traumdeutung zurück. Und hier ist er auch schon….

Zur Traumdeutung aus schamanischer Sicht, 4. Teil Bearbeiten

 

Hier wollen wir Ihnen nun die fantastischen Träume des Herrn Hutto Wu Ko Wit Tscho vorstellen.

Diese wurden von uns bereits vorsorglich nach Kategorien geordnet, sodass wir Ihnen hier nun mit größtmöglicher Leichtigkeit je einen spezifisch bedeutsamen Traum zu jeder der sechs oben angeführten Ebenen der Traumdeutung anbieten können.

Lassen wir ihren Erzähler, Herrn Hutto Wu Ko Wit Tscho, ruhig gleich in der Ich-Form seine Träume berichten.

  1. Der psychologisch bedeutsame Traum.

Ein Traum aus meinen Kindheitstagen in Japan. Ich wache aus dem Schlaf auf und sehe meine Mutter direkt vor mir im Kinderzimmer stehen. Sie hat struppiges Haar, rotglühende Augen und spitze, nahezu einen halben Meter lange Fingernägel, mit denen sie mit ausgestreckten Armen nach mir weist. Ich habe entsetzliche Angst, als sie näherkommt. Wahrscheinlich will sie mich fressen. Ich springe auf und laufe die Stufen unseres Hauses hinauf, bis ich zur Dachluke komme. Sie verfolgt mich lautlos, aber sehr zielstrebig.

Ich betrete das Dach und beginne zu rennen. Sie hinter mir her. Ich springe nunmehr in wildem Lauf von Dach zu Dach über die Häuser von Tokyo. Sie verfolgt mich unablässig. Schließlich, knapp bevor sie mich erwischen kann, wache ich schreiend und schweißgebadet in meinem Bett auf.

Deutung des Traumes:

Die Mutter wird hier offenbar als verrückte und gefräßige Hexe wahrgenommen, was auf ein zumindest etwas ambivalentes Verhältnis des Probanden zu seiner Mutter schließen lässt. Die Flucht über die Dächer von Tokyo scheint dem heimlichen Wunsch des Flüchtenden nach einem Ausweg aus seiner schier ausweglosen Lage zu entsprechen, und zeigt darüber hinaus das Streben desselben nach Höherem im Leben auf. Zumindest bis zu den Dächern der Stadt möchte er offenbar aufsteigen. Dass die verrückte Mutter-Hexe das ihr wohl im realen Leben weitgehend ausgelieferte Kind schließlich erwischen kann verwundert uns nicht weiter. Immerhin gelingt es dem Probanden jedoch, durch einen jähen Wechsel der Umgebung das gefährliche Dach zu verlassen und rechtzeitig wieder im vertrauten Bett zu erwachen. Trotzdem bleibt in diesem Traum das eher angespannte Verhältnis zur Mutter offenbar bis auf Weiteres noch ungelöst.

2. Der bild- und symbolhafte Traum

Ich sehe mich vor einem See sitzen und erblicke mein Spiegelbild in den Wellen. Es sieht irgendwie wie ein großer schwarzer Gorilla aus, der sich seltsamer Weise die langen Kopfhaare mit einem silbernen Kamm kämmt. Auf dem See kräuseln sich die Wellen und plötzlich entsteigt etwas dem blaugrünen Wasser vor mir.
Bei näherem Hinsehen handelt es sich bei dem Gegenstand, der jetzt scheinbar schwerelos auf der Oberfläche des Sees zu stehen scheint, um eine kostbare Geige. Ich strecke die Hand nach ihr aus und sie treibt näher und näher an mich heran. Als ich sie fast berühren kann, ertönt plötzlich hämisches Gelächter und das feine Instrument versinkt direkt vor mir im Wasser des Sees. Ich erwache im selben Moment, meine Hand noch sehnsüchtig nach der Geige ausgestreckt, in meinem Bett.

Deutung des Traumes:

Der Gorilla steht angeblich für Unberechenbarkeit und Gewalt. Bei genauerem Überlegen mag das ja sein, obwohl solche Impulse bei dem Probanden bisher nicht bekannt sind. Der Kamm soll Kummer über Verluste bedeuten, oder den Versuch, Ordnung zu halten. Letzteres würde ich im Fall unseres Probanden aber eher ausschließen. Silber kann für Geld stehen, das Mondlicht repräsentieren oder das verdrängte weibliche Prinzip im Probanden andeuten. Die Geige stellt womöglich ein sexuelles Symbol dar, wobei bei dem Symbol der Geige aber völlig offen bleibt, ob sie für weibliche oder männliche Erotik steht, weil sie als Bild gleichzeitig weibliche Rundungen und eine phallische Ausdehnung nach vorne beinhaltet. Jedenfalls verschwindet sie wieder im See. Die erotische Erfüllung bleibt also für den Probanden offenbar gänzlich unerreichbar. Der See steht selbstverständlich für die tiefe und stellenweise recht aufgerührte Gefühlswelt des Probanden. Das Gefühl hat also die Erotik verschluckt, was immer das jetzt auch genau bedeuten soll.

Der Probant, wie uns bekannt, sah niemals wie ein Affe aus. So mancher, der ihn träumend sah, hielt ihn für Bruder Nikolaus. Doch auch der zweiten Ansicht fehlt, was sie dem Wahren zugesellt. Denn es ist einfach nur verzückt Sein, was hier dem Träumenden zu Eigen. Er kann sich still nach hinten neigen, ekstatisch mag er gar entrückt sein.

Der Proband hat uns unter anderem von einem Erlebnis aus seiner Jugendzeit berichtet, wo ihn ein Mädchen angeblich mit einem ekligen und überaus behaarten Gorilla verglichen hatte. Ob dieses Erlebnis jetzt aber in eine rein symbolische Traumdeutung einfließen sollte, kann an dieser Stelle nicht wirklich geklärt werden.

Im See fischen soll nach indischer Traumdeutung ankündigen, dass der Fischende eine böse Frau bekommen werde. Der Proband ist jedoch sehr glücklich verheiratet, sodass diese Deutung aus ganz pragmatischen Gründen hier ausgeschlossen werden kann. Wie wir in unserem Buch „Symbolische Deutung der Träume und Gesichte“ nachlesen konnten, wird hämisches Gelächter im Allgemeinen als schlechtes Omen betrachtet. Das haben wir uns allerdings an dieser Stelle ohnehin schon selbst gedacht.

Schließlich bleibt an nur noch zu sagen, dass die symbolhafte Deutung der Träume im Allgemeinen meist nicht zu überragendem Erkenntnisgewinn auf Seiten des Träumers zu führen scheint.

Ganz anders verhält es sich hingegen bei den nächsten hier von uns angeführten Traumdeutungen, der schamanisch-spirituellen und der nagualistischen.

So oder so ähnlich sieht es aus, entführt der Traum Sie in sein Haus. Hat dieser Traum dann sogar Kraft, so bleibt nichts auf dem alten Sockel. Nein, ganz wie ein eitler eitler Gockel verliert die Regel des Normalen sich in dem Traum und muss entfallen, während der Traum ganz Neues schafft.

Lesen Sie weiter im nächsten Teil des Blogs unter dem Titel:

Zur Traumdeutung aus schamanischer Sicht, 5. Teil, oder „Wie die intensive Beschäftigung mit dem Traum mein Leben für immer veränderte und mich reich und glücklich machte….

Anmerkung zum Titelbild:
Ist das nicht wirklich eine traumhaft schöne Rose?

Das neue Beitragsbild für diesen Leckerbissen zeigt die Traumschlange, wahrscheinlich gerade auf ihrer beständigen Suche nach der Traumessenz.

Ein Foto fast in Echtzeit…

Dieser Fisch, er will Euch sagen, die Zeit für festlich´ Treiben hat geschlagen.
Direkt hier, beim Tag der offenen Tür.
Der heute bei uns weilt.
Geschwind schnür
Deine Schuhe
und ruhe
nicht
mehr
bevor Du Meer
und Berg und Tal
durchschritten um hier
zu sein in unserer Mitten ohne Scheu.
Dieser Fisch, er will Dir sagen, die Zeit für magisch Treiben hat geschlagen.

Tag der offenen Tür in unserem Zentrum in Haag bei Bischofstetten
am 19. Mai von 10.oo bis 16.oo Uhr.