Die genaue Bestimmung der Zukunft ist nur zu einem sehr kleinen Teil möglich. Gewisse Ereignisse sind zwar schon magisch festgelegt, also praktisch….

…..schon passiert, bevor sie sich in der Zukunft später manifestieren werden. Die meisten künftigen Ereignisse sind jedoch noch ungewiss. Die Zukunft zeigt also im Allgemeinen eher Tendenzen, Möglichkeiten und Muster an.

Auf jeden Fall sollten Sie es vermeiden, bei den zum Jahreswechsel üblichen Orakelspielen ernsthafte Aussagen über die Zukunft dann anwesender Personen zu machen, falls Sie aufgrund medialer oder schamanischer Fähigkeiten zufällig dazu in der Lage sein sollten.

Nachdem mir jetzt die Katzen offenbar doch ausgegangen sind, müssen Sie an dieser Stelle mit dem Bild einer verkaterten Eule vorlieb nehmen. Ja, genau so werden Sie vielleicht am 1. Jänner auch dreinblicken. Ich weiß, das wollen Sie jetzt noch nicht wissen. Aber ich erzähle es Ihnen jetzt trotzdem. Ein bisschen Trotz ist zu Silvester ja wohl angebracht, finden Sie nicht auch?

Normaler Weise begann das Verhängnis folgendermaßen: Irgendjemand bat mich darum, doch zu Silvester ein schamanisches Orakel zu veranstalten. Nach ein paar eindringlichen Aufforderungen von Seiten verschiedener Anwesender willigte ich schließlich ein.

Zur Grundausstattung des Schamanen gehört nun einmal auch das Lesen chaotischer Strukturen, welche eine bestimmte Zeitqualität spiegeln und auf eine bestimmte Fragestellung hin ein dazugehöriges Feld sichtbar machen.
Solche Strukturen finden sich beispielsweise im Betrachten des Kaffeesuds, beim Bleigießen, Knochen- oder Steinewerfen und anderen ähnlichen Zeitvertreiben.

Allerdings wollen die meisten Leute nicht wirklich etwas über ihre Strukturen oder über eine vielleicht mögliche oder gar naheliegende Zukunft erfahren.

Das hatte ich jeweils aber ganz übersehen.

Aus einer heiteren oder vielleicht auch nur durch Alkoholgenuss leicht angeheiterten Stimmung entstand in Sekunden betretenes und betroffenes Schweigen unter den vom Orakel gestreiften Anwesenden. Dieser Umschlag der feierlich-ausgelassenen Silvesterstimmung ins Tragische und Erschreckende der Wahrhaftigkeit war dann auch durch allerlei Beschwichtigungen, diverse Ablenkungsmanöver und gewagte Scherze kaum wieder rückgängig zu machen.

Nachdem einige Jahre vergingen, in denen ich mich immer demselben plötzlichen Abbruch aller meiner zwischenmenschlichen Kontakte auf und nach Silvesterfeiern ausgesetzt sah, bin ich in der Zwischenzeit dazu übergegangen, jegliche Orakeltätigkeit auf Feiern mit eher profanem Hintergrund strikt zu verweigern.

Seitdem werde ich zwar nicht mehr so häufig zu solchen Feierlichkeiten eingeladen, das gibt mir aber die Möglichkeit, Silvester endlich in Ruhe mit Familie und Haustieren zu verbringen, natürlich nur soweit dass bei den ständigen Ruhestörungen durch Nachbarn im eigenen Dorf und in den anliegenden Gemeinden möglich ist.

Sie würden ja gar nicht glauben, wie weit man in der offenen und nur durch vereinzelte Hügel durchzogenen Prärie des südlichen Mostviertels Feuerwerke und Böllerschüsse hören und sehen kann.

Die Hügel in meiner Umgebung sind im Übrigen erst seit der letzten Flurbereinigung samt Abtragung widernatürlicher Hindernisse wie aller Arten landschaftlicher Erhebungen jetzt gar so wenige geworden.

Hier folgt noch der Beweis, dass meine Behauptungen über die Gewohnheiten zum Jahreswechsel stimmen:

„Zum Jahreswechsel um Mitternacht wird meist mit Feuerwerk, Böllern und Glockengeläut gefeiert. Das Feuerwerk sollte im vorchristlich-animistischen Glauben früher „böse Geister“ vertreiben und drückt heute auch Vorfreude auf das neue Jahr aus.“ (Aus Wikipedia)

Meiner Ansicht nach gibt es da einen gewaltigen Unterschied zwischen Feuerwerk und reinem Knallen. Das Feuerwerk mag ja Freude ausdrücken, aber welche Freude entsteht beim reinen Krach machen? Also beim intensiven Einsatz von Krachern und Knallern? Das kann doch wohl nur die ungetrübte Freude am endlich lautstark Auffallen Dürfen sein.

„Bei privaten Silvesterfeiern sind Bleigießen sowie das Öffnen einer Flasche Sekt zum Jahreswechsel weit verbreitet. Die Kirchen bieten nächtliche Gottesdienste an.“ (Aus Wikipedia)

Nächtliche Gottesdienste bieten wir Schamanen eher nicht an. Es sei denn, sie wollten Trancenächte oder Rituale als solche bezeichnen. Doch die finden ja nicht unbedingt zum Jahreswechsel statt, weil da die meisten unserer Interessenten eben lieber dem Aberglauben oder der Geselligkeit frönen als die Begegnung mit dem Spirit zu suchen.

Zum Aberglauben, wenn auch häufig mit schamanischem Hintergrund, gehören auch die Glückssymbole, die wir zu Silvester verschenken. Dazu habe ich letztes Jahr aber ohnehin mehr geschrieben. Sehen Sie doch einfach selbst auf meiner Website www.nagual-schamanismus unter Blogs und dem richtigen Datum des Vorjahres nach, wenn Sie das jetzt besonders interessiert.

Wahrscheinlich befinden Sie sich beim Lesen dieses Blogs jetzt ohnehin genau auf meiner Website. Dann können Sie ja ganz leicht gleich nach dem aufmerksamen Durchlesen des hier vorhandenen edlen Blogs im Archiv zurückblättern und sich den Blog des vergangenen Jahres ebenfalls zu Gemüte führen. Nur keine Angst, von schamanischen Blogs bekommt man niemals genug und sie erzeugen auch keinerlei Bauchweh, es sei denn, man nähme sie in ausgedruckter Papierform als Nahrungsmittel zu sich. Von Letzterem wollen wir aber eher abraten. Um zum Blog des Vorjahres zu kommen, müssen Sie nur das richtige Datum bei der Suche eingeben. Dazu kann ich Ihnen gern mit einem kleinen aber nützlichen Tip, den ich extra für Sie direkt aus meiner berühmten Anleitungskiste fischte, dienen:

Auf jeden Fall fand auch letztes Jahr Silvester zwischen Dezember und Jänner statt, soweit ich mich jetzt daran erinnere.

Und zumindest beim Ausräuchern von Stall und Haus, oder, falls Sie noch keinen Stall Ihr eigen nennen, beim Ausräuchern Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses eben, können wir uns immerhin schamanisch gut wiederfinden.

Das bieten wir Schamanen zuweilen sogar rituell an. Nicht nur zu Silvester, sondern immer dann, wenn Sie es brauchen.

Ich selbst mache es aber nicht. Ich bin mit dem Unterrichten von Magie und Schamanismus einfach zu beschäftigt, um bei Ihnen auch noch Hausbesuche mit Räuchern und Reinigen zu machen. Ich hoffe, Sie verstehen das.

„Im Schweizer Kanton Appenzell Ausserrhoden halten am 31. Dezember und am 13. Januar (Alter Silvester) die Silvesterchläuse Einzug. Falls der 31. Dezember bzw. 13. Januar auf einen Sonntag fällt, findet das Silvesterchlausen am Samstag statt. Das Silvesterchlausen ist der wohl eindrücklichste Winterbrauch im Appenzellerland. Die Chläuse werden durch drei Arten unterschieden: die «Wüeschte», die «Schöne» und die «Schöwüeschte» oder Naturchläuse. Sie treten fast ausschließlich in «Schuppel» (Gruppen) auf. Schon in der ersten Morgendämmerung des Silvestertages sind viele der Chlausschuppel unterwegs in der nahen Umgebung der Gemeinden, um bei Freunden zu «chlausen» und zu «zauren». Ein einmaliges Schauspiel bietet sich den Zuschauern, wenn die Chlausengruppen in die Dörfer ziehen. Meist hört man sie mit ihren Schellen schon von Weitem.“ (Aus: Wikipedia.)

Ich würde ja auch gerne bei Freunden Chlausen und Zauren.

Leider fehlt mir dazu der schweizerische kulturelle Hintergrund.

Obwohl, wenn ich es recht betrachte, erinnert mich dieses Chläusen und Zauren wieder an die Perchten, bei denen es ja ebenfalls Schönperchten und Schiachperchten gibt, die verschiedenen, – hier eben personifizierten -, Naturkräften entsprechen.

Das aber ist jedenfalls ein zutiefst schamanisches Kulturerbe.

Die Personifizierung der Kräfte der Natur erscheint dem Schamanen im Übrigen selbstverständlich. Die magischen Wesen der Natur passen sich dem Bewusstsein des menschlichen Schamanen an, indem sie ebenfalls in einem ihrer Aspekte menschliche Gestalt annehmen können.

Sie sehen also, gewisse Relikte des Schamanismus durchziehen, wenn auch unbemerkt, dieses gesamte und zudem noch jährlich wiederkehrende Ritual der Veränderung.

Nun, da Ihnen das klar ist und Sie jetzt damit in die vorteilhafte Lage versetzt wurden, mit Leichtigkeit zwischen echten und falschen Propheten des Silvesterspektakels zu unterscheiden, steht einem Gelingen des nahen Übergangs nichts mehr im Wege. Sie brauchen also weiter nichts zu tun als sich gemütlich zurückzulehnen und der Dinge zu harren, die wohl noch kommen werden.

Natürlich gibt es dann noch diesen freudigen Aspekt des Feierlichen.
Der gesellt sich in Form von Feuerwerken, Walzertanzen, Sekt- oder Champagnertrinken und in Form des einander Gratulierens hinzu. Das Gratulieren bezieht sich auf das glückliche Überstehen des offenbar doch recht gefährlichen Übergangs zwischen den beiden nur vage über einen wechselhaften Kalender verbundenen Jahren.

Dem wollen wir uns anschließen.

Wir wünschen Ihnen Allen einen guten Rutsch

Und Begegnung mit der Kraft

Im neuen Jahr

 

Das Bild direkt über diesen Zeilen zeigt weiße Rosen als Silvestergruß von uns an Sie.

Das Beitragsbild ganz am Anfang der Seite ist zugleich unser spannendes Silvesterrätsel. Sie dürfen raten: Was genau ist auf diesem Bild zu sehen?

Ich biete Ihnen hier unter unzähligen anderen ebenso plausiblen Möglichkeiten sieben von mir als besonders wahrscheinlich angesehene Auflösungen dieses Rätsels an:

  1. Ein typisches Musikgerät einer südamerikanischen Rhythmusgruppe, wie es vorzugsweise traditionell für Trancenächte und andere schamanische Feierlichkeiten auf diesem fernen Kontinent eingesetzt wird
  2. Die Brüste der Erdmutter mitsamt der weit herunterhängenden Unterlippe eben derselben Göttin
  3. Tante Claras bemerkenswertes intergalaktisches Fluggerät in voller Fahrt
  4. Die Urform des Zwillingsplattenspielers, und fragen Sie mich bitte jetzt nur nicht an dieser Stelle auf unverfrorene Art, was denn ein Zwillingsplattenspieler sein soll
  5. Mein Motorschlitten auf dem Weg nach Alaska, um endlich in Ruhe und arktischer Einsamkeit Silvester feiern zu können. Allerdings erzeugt der Schlitten selbst so viel Lärm, dass sich seine Verwendung für stille Retreats zumeist gar nicht auszahlt
  6. Die Klingel an unserer Haustür inklusive eingebauter – oder daran angebauter ? -Scheibenbremse
  7. Ein Gerät zum Fang von großen grauen Bären, das ausschließlich auf dem Fairnessprinzip der gleichen Chancen für das verfolgte Wildtier beruht. Die beiden roten Augenklappen werden dem angreifenden Bären blitzschnell aus nächster Nähe über die Augen gehalten und verhindern so jegliche weitere Aggression von Seiten des wütenden Tieres. Danach lässt sich der Bär normaler Weise mithilfe des grünen und sehr samtigen Schnauzenwärmers gern willig mitführen und zeigt sich im Allgemeinen sehr kooperativ. Es sei denn, es handelte sich zufälliger Weise um ein etwas wilderes Exemplar. In diesem Fall hilft der Bärenfänger nicht und rasche Flucht, sofern noch möglich,  erscheint uns dann durchaus angebracht. In jedem Fall aber wird das noch recht neue aber ethisch sehr empfehlenswerte waidmännische Fairnessprinzip von diesem ganzheitlichen Fanggerät auf vorbildliche Weise stets und unbedingt eingehalten. Außerdem bleibt die Spannung des Unvorhersehbaren bei dieser vorzüglichen Methode der Bärenjagd praktisch bis zum letzten Moment unverfälscht erhalten.

    Hier das Bild des Bären knapp vor Einsatz der bemerkenswert kühnen Fangmethode mittels oben abgebildeter Bärenaugenklappen.

Die Auflösung des spannenden Rätsels erfolgt vielleicht schon nächstes Jahr. Vielleicht aber auch nicht. Das hängt ganz von meiner Neujahrslaune ab. Was soll ich tun? So bin ich immer am Anfang des jeweiligen nächsten Jahres. Sie können ruhig meine Frau fragen. Die wird Ihnen das sicher gern bestätigen.