Der schamanische Leckerbissen, 6

Diesmal geht es nicht etwa um einen Blogbeitrag aus den Anfängen meiner Website. Nein, es kommt jetzt gleich etwas ganz Anderes auf Sie zu. Ich lade Sie hier nämlich ein, sich einen kleinen Ausschnitt…

…aus meinem zumindest virtuell schon im Vorjahr erschienenen Buch zu Gemüte zu führen.

Dieser entführt uns unversehens nach Afrika. Aber in welches Afrika!
Es ist ein wilder, ungezähmter Kontinent, ein nahezu noch weißer Fleck auf der Landkarte. Und trotzdem war einer meiner Vorfahren bereits hier und schuf als kreativer Geist, der er war, wirklich ganz Unglaubliches wie…..aber lesen Sie ruhig selbst über…..

den heldenhaften Eintopf der Ekstase und seine erste Zutat….

Ursprünglich begann diese Geschichte aus dem Buch mit ein paar zielgerichteten Zeilen, die direkt aus dem Reich des Nagual-Schamanismus in das wilde Herz Afrikas weiterleiteten. Und dies klang dann so:

Nun lasst uns an dieser Stelle aber wirklich einmal ganz ekstatisch werden!

Es geht um Magischen Nagual-Schamanismus und um all das, was bei uns in seinem Umfeld sonst noch so alles auf Sie lauert.

Wir servieren Ihnen hier gern einen kleinen feinen Einblick in unseren Nagual-Schamanismus, extra für Sie angerichtet, natürlich à la carte.

Zufällig handelt es sich bei diesem Gericht auch genau um den berühmten Großwildjägereintopf meines zweiten Ururgroßvaters mütterlicherseits, dem man in ganz Afrika seinerzeit zwei Dinge nachsagte:

  1. Nie zweimal um dieselbe Ecke zu schießen.
  2. Niemals einen hungrigen Gast aus seinem Zelt fortzuschicken.

Um diesem Ruf gerecht zu werden, entwickelte mein ehrwürdiger Ahne zwei subtile Techniken, wovon die eine das Schießen und die andere das Kochen betraf.

Das Geheimnis seiner unnachahmlichen Schützenkunst ging inzwischen leider verloren, und zwar angeblich genau in jenem Moment, in dem ein Prachtexemplar eines ziemlich ungehaltenen Löwen sein Gewehr mitsamt seines Armes, des Oberkörpers und leider auch des Kopfes verschlang.

 

Dieses Bild ist nun wirklich nicht ganz jugendfrei. Stellen Sie sich jedenfalls lieber nicht vor, was oder wen der Löwe hier gerade zerkaut hat. Dem Tier gefällt die Szene aber offenbar schon bis zu einem gewissen Grad. Das wirkt jetzt auf mich eher schamlos.

Lesen Sie an dieser Stelle dazu auch unsere Anmerkung aus der Jetztzeit:

Im Rahmen des schamanischen Leckerbissens haben wir das Foto des schamlosen Löwen hier etwas kleiner abgebildet, um Sie nicht etwa durch den Anblick einer derart blutrünstigen Bestie in Ihrem hoffentlich ja eher friedliebenden inneren Wesen tief zu beunruhigen.
Für die weniger Zartbesaiteten unter Ihnen gilt hier aber auch:
Das Plakat mit der Vollansicht der Bestie gibt es bei uns nicht zu erwerben, nur falls Sie dies etwa gewünscht haben sollten.
Trotzdem muss im Sinne einer wahrheitstreuen Berichterstattung und auch im Sinne einer genauen Wiedergabe der Inhalte des Buches an dieser Stelle von uns auf der ungeschminkten Veröffentlichung des Löwenbildes bestanden werden. Sie können sich notfalls ja mit dem Spruch trösten: Die Natur ist eben wie sie ist, und das ist auch gut so.
Danach dürfen Sie den Rest des ersten Teils dieses Leckerbissens wieder nahezu ungestört weiter lesen, ohne sich über das grässliche Löwenbild weiter allzu viel Kopfzerbrechens machen zu müssen. Immerhin ist das afrikanische Lokalkolorit der wilden Gründerjahre dieses Kontinents jetzt schon für Sie deutlich spürbar geworden.

 

Die tragische Geschichte meines Ururgroßvaters mütterlicherseits hat selbst die Regierenden mehrerer afrikanischer Länder derart nachdrücklich beeindruckt, dass Sie, um ihrem Eindruck auch den passenden Ausdruck zu verleihen, dieses Unglück recht häufig und zumeist auf Briefmarken drucken ließen.

Das Heftchen mit seinem martialischen Geheimnis pflegte mein Ahnherr nach übereinstimmenden Berichten aller seiner Bekannten und Freunde stets in der Brusttasche seines Jacketts mit sich zu führen, und so musste es ihn wohl unzweifelhaft auf seiner letzten denkwürdigen Jagdbegebenheit in den Schlund des Untiers begleitet haben.

Eigentlich hätte das Alles ja gar nicht passieren dürfen, denn …

… sooft mein Ururgroßvater mütterlicherseits auf die Jagd ging, versuchte er dies als erfahrener und kluger Jäger mit Hilfe seines außerordentlich hilfreichen Spezialfahrzeuges zu tun, welches ihm im Notfall auch einen schnellen, jedoch keinesfalls feigen, Rückzug ermöglichte. Angeblich konnte er dieses Fahrzeug genau am Tag seines Unglücks jedoch nicht einsetzen, weil sich das Rentier unglücklicher Weise den Magen verdorben hatte und sich griesgrämig schnaufend und mit warmen Bauchwickeln ins Bett meines verehrten Ahnen zurückgezogen hatte. Er musste sich deshalb ganz auf sich allein gestellt, mit viel zu wenig Schlaf in den Adern – das Rentier hatte ihn aufgrund der oben beschriebenen Ausnahmesituation schon seit zwei Nächten aus dem eigenen Bett vertrieben – der Begegnung mit dem Untier stellen, die ihm schließlich zum Schicksal wurde. Nun ja, falls diese erste Version der Geschichte überhaupt stimmt, was ja nach meiner eigenen umfangreichen Untersuchung inzwischen eher schon als unwahrscheinlich gelten darf.

 

Lange Zeit über dachte ich, der Herr auf diesem Bild wäre mein berühmter Großwildjägerahne gewesen. Es gelang mir durch genaue Beobachtung, alle möglichen Ähnlichkeiten in den Gesichtszügen und der Körperhaltung zwischen ihm und mir herzustellen. Es war für mich wohl deshalb dann mitten in der Blüte meiner Kindheit ein gewisser Schock, feststellen zu müssen, dass es sich bei diesem Bild um die Darstellung eines vergleichsweise Unbekannten handelte, der mit meiner engeren Familiengeschichte rein gar nichts zu tun hatte. Trotzdem, Tante Clara, es war richtig von Dir, mir meine Illusionen zu rauben. Was wahr ist muss auch wahr bleiben. Eine Frage aber hätte ich Dir, liebste Tante, ja schon noch gerne gestellt. Wie kamst Du denn zu all den vielen leidenschaftlichen Briefen ausgerechnet von dem fremden Mann auf diesem Bild? Das verstehe ich nun bis heute wirklich nicht so ganz. 

Das zweite Heftchen mit dem Geheimnis seiner Kochkünste trug er normalerweise in einer tiefen Seitentasche an seinem linken Bein.

Dieses dürfte somit das Unglück meines Ururgroßvaters, das in Gestalt des Löwen über ihn hereinbrach und dabei ja physisch vor allem den oberen Teil seines Körpers hinwegraffte, sogar fast völlig unbeschadet überstanden haben.

Hier das berühmt-berüchtigte Jagdmesser des Helden. Damit allein soll er eine ganze Herde wütender afrikanischer Büffel stundenlang in Schach gehalten haben, bis es den Wiederkäuern schließlich zu dumm wurde und sie allesamt frustriert das Weite suchten.

Aus dieser kleinen Story, die ich Ihnen hier zur Erklärung der kulinarischen Ausgangslage des Großwildjägereintopfs aus der bewegten Historie meiner Familie heraussuchen durfte, folgt jedenfalls, dass wir uns an dieser Stelle ganz auf den kulinarischen Eifer meines verehrten Ahnen beschränken werden müssen.

Lesen Sie im nächsten Teil dieses fantastischen Leckerbissens mehr über den wilden schamanischen Großwildjägereintopf meines Vorfahren….