Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 7. Aspekt: Nicht-duale Kraft und holistische Vision. 2. Teil.

„Es ist gerade die Hinwendung zu scheinbar unterschiedlichen, in ihrem Kern aber tief miteinander verbundenen Formen von Magie und Erscheinungsweisen des Spirits, welche unsere schamanische Richtung kennzeichnen.“

Dieser Schlusssatz des ersten Teils des Blogs hat mir nun einmal zufällig so gut gefallen, dass ich ihn hier gleich wieder an den Anfang des neuen Textes stellen möchte.

Zufällig…..welch schönes Wort. Meine Großmutter pflegte immer, wenn sie eine Mahlzeit für uns zubereitet hatte, zu sagen: Zufällig ist es heute wieder gut geworden.

Tapfere Frau. Bei dieser Ansage der Kraft konnte einfach nichts misslingen.

Der Spirit ist unzerstörbar, auch ihm gelingt sozusagen alles. Natürlich nicht zufällig, oder vielmehr ist der Zufall Teil seiner umfassenden Ganzheit.
Schon meine Großmutter hatte das wohl ganz intuitiv verstanden.
Der Spirit in seinem Kraftaspekt ist nun genau diese zentrale Kraft, von der wir hier sprechen wollen.

Diese nicht-duale, alles durchdringende Kraft ist folgerichtig auch die eine und einzige Kraft, welche das Universum durchzieht.
Alle anderen Formen der Kraft gehen somit auf ihr Wirken zurück.
Das können Sie jetzt natürlich glauben oder nicht.

Apropos Glauben:

Sie wissen ja, falls Sie inzwischen von der unermüdlichen Tätigkeit der Sciencebusters schon längst befallen sind:
Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Allerdings möchte ich an dieser Stelle gern auch einmal das umgekehrte Prinzip nur der Vollständigkeit halber festhalten:

Wer nichts glaubt, muss alles wissen.

Dieses Wissen ohne Glauben können wir hier im Rahmen des Schamanismus mit einem naturwissenschaftlich und technisch eingegrenzten Wissensbereich identifizieren, welcher gerade die höheren Zentren des Menschen von vornherein ausgrenzt.

Sie wissen schon, all diese Chakren, welche sich oberhalb des Zwerchfells in unserem subtilen Körper tummeln, und all diese intuitiven und magischen Fähigkeiten, welche wohl schon dem Urmenschen zu seinem Überleben in der Natur verhalfen, werden zugunsten einer materialistischen Ausrichtung auf das Machbare und Manipulierbare einfach aufgegeben, ja mehr als das, ihre Existenz oder Wichtigkeit wird einfach verleugnet.

Daran können Sie leicht erkennen dass wissenschaftliche Intelligenz, emotionale Intelligenz und spirituelle Intelligenz nicht notwendigerweise miteinander einher gehen müssen. Menschen, deren energetische Feinwahrnehmung unterentwickelt oder gestört wurde, sind nach wie vor zu kognitiven Höchstleistungen fähig, aber sie vermögen das Universum nicht mehr energetisch zu spüren.

Wir beziehen uns dabei also auf das Funktionieren des energetischen Menschen in seiner Ganzheit, welches diesem auch die Wahrnehmung von Prozessen auf einer spirituellen oder magischen Ebene erleichtert.

Ich spreche hier von erleichtert, weil es grundsätzlich möglich ist, die magischen und spirituellen Aspekte der Sinneswahrnehmung wieder zu entwickeln und neu zu beleben, aber dazu sind natürlich eine gewisse Bereitschaft und Offenheit als Voraussetzungen nötig, welche normalerweise eben bei einem Menschen, der sich dem rein quantitativ Messbaren als einzigem Wirklichkeitsmaß verschrieben hat, oft nicht mehr vorhanden sein dürften.

Wer nichts glaubt, muss alles wissen.
Das bezieht sich nicht auf spirituelles oder magisches Wissen, also auf Wissensformen, welche jeweils aus einer tiefen Verbundenheit mit den Gegebenheiten des Kosmos herrühren, sondern auf ein Wissen, welches sich zerlegend und eindringend gebärdet, wenn es subtile Bereiche betritt, – und das nur, sofern es sich überhaupt mit Phänomen und Ereignissen zu beschäftigen wagt, welche aus diesen subtilen Bereichen der Wirklichkeit stammen.

Der Glaube, welcher uns dieses an falscher Stelle eingesetzte oder den Menschen in seiner Ganzheit verleugnende Wissen ersparen sollte, ist natürlich nicht der dogmatisch eingefärbte religiöse Glaube des Christentums oder jener einer beliebigen anderen Religion, sondern wir sprechen hier von der Fähigkeit zur Wahrnehmung spiritueller Zusammenhänge und Phänomene, welche durchaus eine tiefe Art der Gläubigkeit bewirken kann, obwohl sie sich keinem vorgegebenen Dogma zuordnen lässt.

Wem der Glaube, hier gemeint: die Erfahrung des Wunderbaren, Magischen und Spirituellen fehlt, der ist also auf den öden Bereich reinen wissenschaftlichen Wissens reduziert.

Der Glaube des Schamanen resultiert nicht aus vorgegebenen Glaubensinhalten, sondern ist das Resultat spiritueller und magischer Erlebnisse, unter anderem solcher mit der zentralen Kraft.

Er bezieht sich also auf Phänomene und Erfahrungen und das Sehen oder allgemeiner auf die Wahrnehmung magischer und spiritueller Strukturen, eine speziell ausgebildete Form der Wahrnehmung, welche dem Schamanen zu Eigen ist.

Mit dieser Wahrnehmung geht aber auch eine andere Betrachtung der Kausalität einher, welche den Ereignissen unseres alltäglichen Lebens auch ihre magische und spirituelle Bedeutung zuordnet.

Beim Schamanen führt diese Hinwendung zu seinem durch die Erfahrung und durch seine Vision bestärkten Glauben zu einem Leben mit und in der zentralen Kraft.

Natürlich leben Sie ebenfalls im selben Universum, welches aufgrund dieser Kraft existiert, doch vielleicht erfahren Sie sich nicht täglich als Person, welche von der zentralen Kraft spürbar durchströmt wird.
Dieses Spüren der Kraft und dieses der Kraft mit seinem eigenen Dasein folgen sind zwei der Geheimnisse der Schamanen.

Genau deshalb ist es an dieser und anderer Stelle häufig wichtig, zwischen Schamanen und denjenigen zu unterscheiden, welche sich auf den Spuren des Schamanismus erst ein Stück weit in den wilden Dschungel der Kraft vorgewagt haben, so fein diese Schritte in Richtung magische Wildnis auch sein mögen.
Sonst werden das mögliche Ausmaß schamanischer und spiritueller Absolutheit und die eigentliche Hingabe des Schamane an die universelle zentrale Kraft in unserer eigenen und der gemeinsamen kulturellen Wahrnehmung verzerrt.