Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. Zwischenspiel, das keines ist: Die Kraft der Feen.

Eigentlich sollte dieser Blog jetzt mit dem zweiten Aspekt meiner Betrachtung, der schamanischen Tiefe und Oberfläche, beginnen.

Aber so kurz nach einer geheimnisvollen und fruchtbaren magischen Wanderung in der Bergen Südtirols wende ich mich jetzt vielleicht eher zunächst einmal der Kraft der Feen im Gebirge zu.

Feen sind nicht diese kleinen Hüterinnen von Pflanzen und Blumen, also keine Pflanzengeister.

Sie entstammen auch nicht dem keltischen Kulturkreis, oder sind zumindest nicht nur in diesem heimisch.

Alpine Feen, oder allgemeiner Berggeister und Bergfeen, werden in verschiedenen Weltgegenden wahrscheinlich unter unterschiedlichen Namen verehrt.

Zumindest eine animistische Stammeskultur in Pakistan beschäftigt sich intensiv mit Feenwesen, die ihren Wirkungsbereich ebenfalls in den Bergen haben.

Auch im orientalischen Kulturkreis treten Feen auf, die jedoch dort nicht den Bergen zugeordnet werden.

Zusammenhänge mit dem Keltischen können dabei wohl ausgeschlossen werden.

Feen hüten alte Magie, indem sie magische Plätze und Orte durch ihre Präsenz aufrecht halten.

Feenwesen entstammen ursprünglich nicht genau unserer Dimension, haben sich aber offenbar dazu entschlossen, sich in dieser hilfreich zu manifestieren.

Viel vom Charakter der Feen lässt sich in dem einzigen weitgehend bekannten Feenmärchen, nämlich dem Märchen von Dornröschen, wiederfinden:

Feen besitzen Heil- und Zauberkräfte, sie sind mitunter durchaus launisch, aber im Allgemeinen sehr Wohlwollend. Einzelne unter ihnen können jedoch entarten und zu dunklen Feen mutieren.

Feen machen ganz gern Geschenke, wenn sie sich in Übereinstimmung mit einer menschlichen Person fühlen, sie erwarten jedoch unbedingten Respekt für ihr Dasein, ihre magischen Regeln und ihre speziellen Aufgaben.

Die Feen enthüllen sich im Allgemeinen auf einer ganz bestimmten Ebene der Wahrnehmung, die sowohl mit dem Nagual, dem Unfassbaren, als auch mit dem Zauber der Natur im Fassbaren, dem Tonal, zu tun hat.

Über die Mehrdimensionalität der Feen und ihren Bezug zum kosmischen Tantra will ich hier nicht mehr schreiben als dass es diese Themen gibt.

Viel mehr will ich über die Feen im Speziellen hier im Internet auch nicht verraten.

Jedenfalls wird jeder Pfad, den Sie in den Bergen in Begleitung eines wahrhaftigen Schamanen gehen, zu einem magischen Weg, und jeder dieser magischen Wege in unserer Bergerfahrung führt von Feenplatz zu Feenplatz, von Bewusstheit und Magie zu weiterer Bewusstheit und Magie.

Jeder dieser Wege führt uns daher ins Leuchten der Feen hinein.

Der Schamane verschmilzt beim Wandern auf einmalige, weil auch von erfahrenen Bergsteigern nicht einfach nachzuahmende, Weise mit dem Berg und mit dem Weg, träumt und pirscht mit den Feen und verwandelt sich in etwas ganz Anderes, dem weder er noch Sie, die Sie mit ihm wandern, im Nachhinein noch einen Namen zu geben vermögen, obwohl es sie mitunter vielleicht ganz tief in ihrer eigenen Sehnsucht nach Magie und Kraft berühren mag.

Natürlich dreht sich diese Begegnung mit der Magie in der Natur schließlich auch um Kraft.

Denn Nagual, Ekstase, Magie und Spirit treffen wir hier ganz verdichtet und unmittelbar an.

Der Berg und seine magischen Wesen lehren uns nicht nur Demut sondern auch eine Öffnung zur Unendlichkeit des Seins.

Schamanin beim Ritual am Feenplatz.

Diese Unendlichkeit ist nicht in erster Linie der Weite des Berghimmels und dem übergeordneten Standpunkt weit über allen tief im Tal liegenden Dingen geschuldet, sondern sie entspringt der puren Magie der Berge.

Diese Magie schläft zuweilen, weil sie im Bewusstsein der menschlichen Besucher, die auf den Berg steigen und ihn als Mittel der Entspannung, als Sportgerät oder natürlicher Gesundheitsfarm betrachten, keinen Platz mehr findet.

Doch im Beisein des Schamanen, der noch dazu aufgrund seiner Geschichte mit den Feen unter anderem die Rolle eines Feenbotschafters übernommen hat, wird diese alte schlummernde und häufig ganz dicht unter der Oberfläche nur auf unsere Wahrnehmung wartende Magie wieder voll lebendig.

Dieser Unterschied zwischen Bergwandern und magischem Bergwandern lässt sich wohl nur im eigenen Erleben ganz begreifen.

Auf jeden Fall hat diese veränderte Wahrnehmung der Berge und ihrer magischen Bedeutung auch mit dem ursprünglich an dieser Stelle geplanten Thema von Tiefe und Oberfläche in der Begegnung mit der Kraft zu tun.

Denn die Berge verleihen dem Wissenden Kraft, die jenseits aller schamanischer Technik liegt.

Sie konfrontieren uns mit dem Abgrund und seinem Nagual, dem Nagual des Todes, in dem sich der eigenen Kraftkörper in der Unendlichkeit des Kosmos auflöst.

Zugleich ermöglichen uns genau dieselben Umstände im Gebirge ein Verstehen allumfassender spiritueller und mystischer Einheit, die durch das Siegel schamanischer Magie in uns und in der Welt erblühen kann.