Der schamanische Leckerbissen…. zeigt sich immer noch sommerlich traumhaft…zur schamanischen Traumdeutung, Teil 8

Träumerisch still und träumerisch laut bahnt sich der Traum seinen Weg durch Kraut und Unkraut, welches, nur nebenbei gesagt, ja im Traum fast völlig gleich ausschaut.

Es hängt eben von der eigenen Definition des Träumers ab, was für ihn die Gestalt von Unkraut hat. Wobei auch Gestalt hier nicht wirklich stimmt, weil im Traum eher ein Flimmern und Schwirren, ein Wabern und Sirren, ein Surren und Knurren den Ablauf der Träume bestimmt.

Doch zu guter Letzt findet sich die Bewegung des Traumes, das reine Traumelixier, das Aleph auch in Dir oder mir, doch dies nur, falls wir beide Träumer wären.
Wer jedoch ohne Aleph bleibt, tritt dennoch ein in den Traum durch die Ritzen der Zeit, durch die Tänze der Kraft, durch die Lieder der Welten, die mit den Hunden des Traumes in früher Vergangenheit schon einmal das ganze Dasein zurück in den Traum und zurück in die Wirklichkeit schnellten wie ein Band das sich zur Neige gedehnt.
Es war als hätten sich Himmel und Erde nach innigem Einssein gesehnt und die Schöpfung verlacht. Doch aus dem Traum und im Traum war das Muster der Schöpfung noch einmal gedacht und es wand sich sogleich schlangengleich um den Baum der Erinnerung, schuf ein Abbild, dem eigenen Bilde gleich, und die insgeheim verschmolzene Schöpfung drehte sich gleichsam auf ihren eigenen Fersen um, und es trennten sich wiederum Tag und Nacht, und auch Himmel und Erde waren erfolgreich auseinander gebracht. So steht der Traum zugleich für das ganz Bewegliche und den Fluss ohne Handlung und ist auch ein Pfand für Bestand jenseits aller zufälliger Wandlung.
Hier aber kommen wir zu den einfachen Dingen zurück. Sie suchen Ihr Glück in der Deutung der Träume und wir als Schamanen klettern auf Bäume des Wissens.
Danach kommt ein weiterer Traum, und gemeinsam können wir schauen, was Sie und wir im gemeinsamen Raum unserer Wahrheiten wissen müssen.

Zur Traumdeutung aus schamanischer Sicht, 8. Teil. Im Traum und….

…. um den Traum dreht sich hier alles. Und dahinter liegt wohl wiederum der Traum.

Wir setzen hier unseren Blog direkt nach der Unterbrechung unserer faszinierenden Traumschilderung mitten in der Traumjurte fort.

Oh nein, mir fällt gerade auf, dass das jetzt eigentlich gar nicht stimmt. Wir hatten mit der Erzählung des schamanischen Traums im Wachzustand, wie sie einst, also wohl vor nicht allzu langer Zeit in unserer berühmten alljährlichen Traumjurte stattfand, ja noch gar nicht begonnen.

Umso besser. Sie haben also noch nichts versäumt. Das Beste kommt noch. Und zwar gleich.

  1. Ein schamanischer Feentraum im Wachzustand.
    Wir befinden uns mitten in einem unterirdischen Raum, der von einem schwachen silbernen Licht nur spärlich erhellt wird.Vor uns sehen wir Stufen, die unregelmäßig in den Stein des Bodens geschlagen wurden, auf dem wir gerade stehen.
    Das Ende des Raumes liegt irgendwo tief unter uns, dort, wo die Stufen zu Ende sind. Doch von unserem Platz aus ist dieses Ende nicht zu erblicken, der Raum und seine Stufen scheinen vielmehr ins Endlose zu reichen.

Die Jurte hier knapp vor dem Traum. Geöffnet ist der Feen Raum. Im Wesentlichen zieht ein geträumter Falke seine Himmelsspur. Wir legen uns ins Gras der Weile, doch wie so oft erwarten wir nur den Moment der Kraft. Wenn dieser uns den Zugang schafft zu Traum und Mond, verläuft das Workshop wie gewohnt. Ansonsten nicht….

Wir beginnen, die endlosen Stufen hinabzusteigen, Schritt für Schritt, und schon bald geraten wir dabei in eine Art monotonen Rhythmus, der uns Raum- und Zeitgefühl vergessen lässt. Immer tiefer führen uns die Stufen hinab, und wenn wir kurz innehalten und zurück nach oben blicken, können wir den Anfang der Treppe nicht mehr sehen. Sie scheint jetzt gerade aus dem Endlosen zu kommen und weiter ins Endlose zu reichen. Wir beginnen, schneller, fast hastig, die Stufen nach unten zu klettern, bis wir leicht außer Atem geraten und wieder innehalten wollen. Als wir dies tun, merken wir, dass wir gerade noch rechtzeitig zum Stehen gekommen sind, denn direkt vor uns bricht die Treppe senkrecht ab und mündet in einen gewaltigen Abgrund, dessen Grund wir ebenso wenig zu ermessen vermögen wie vorher das verborgene Ende der Treppe. Dicht hinter uns kommt zu allem Überfluss noch ein heftiger Wind auf, der uns, als er sich allmählich zum Sturm steigert, unaufhaltsam in Richtung des Abgrunds drängt.

Schließlich können wir der Kraft dieses zornigen Sturms nicht länger standhalten und müssen eine Entscheidung treffen: Uns freiwillig Fuß oder Kopf voran in den Abgrund zu werfen oder ein klein wenig später durch die Gewalt des Sturmes hilflos in die Tiefe geschleudert zu werden. Also lasst uns springen. Wir tauchen in den Abgrund ein, der uns umfängt und unseren Fall auf eigentümliche Art sogar zu begrüßen scheint. Wir fallen, wir stürzen, wir taumeln der Tiefe entgegen. Zwischendurch verlässt uns das klare Bewusstsein unserer bisher gekannten Existenz. Wir fallen weit und immer tiefer und schlagen im Bodenlosen auf. Wir stehen auf, inmitten einer nächtlichen Wiese aus dunkelgrünem, fast schon schwarzem Gras. Wir sehen leuchtende Spuren vor uns, die sich im Gras der Ebene abzeichnen. Mit einem Mal wissen wir, dass wir hierher gekommen sind, um diesen Spuren zu folgen. Es sind die wundersamen Zeichen und Spuren von Traumwesen, deren genaue Gestalt und Namen hier in diesem Blog nicht enthüllt werden sollen. Wir atmen eine Luft mit unseren geweiteten Nüstern ein, die uns sagt, dass wir tief im Land der Traumfeen seien.

Traumkugeln hängen von den Wänden. Wir werden wohl im Traum heut enden und dort von neuem doch beginnen. Der Traum lässt uns zuweilen ja gar auch wie von Sinnen eilen durch die Räume wilder Feen, die sonst noch kaum ein Mensch gesehen. Ja dadurch erlernen wir die Kunst uns selbst zu kleiden in den Dunst der Himmelswesen. Und zu genesen an dem Atem steter Wandlung. Gut ist der Schönheit Bild, doch besser ists der Schönheit zu begegnen pur durch unsere Handlung.

Wir spüren die Magie dieses wilden Ortes, wir spüren die wilde Magie dieses Ortes. Ohne zu zögern folgen wir der Weisheit der leuchtenden Spuren, die uns immer tiefer ins Land der Feen führen, immer tiefer und tiefer hin zu unserer eigentlichen, unserer wohl ganz und gar magischen Bestimmung und Natur…..

An dieser Stelle wollen wir mit Rücksicht auf die Geheimnisse der Traumfeen unsere Schilderung dieses schamanischen Wachtraumes abbrechen. Wenn Sie mehr davon wissen wollen, sind Sie natürlich ganz herzlich willkommen in einer unserer nächsten Traumjurten, die wir alljährlich am Platz der Kraft in unserem schamanischen Zentrum abhalten.  

Die Deutung des Traumes aber wollen wir an dieser Stelle auf den nächsten und letzten Teil meines Blogs über Traum und Traumdeutung verschieben.

Ja, da kann man jetzt nichts machen. Sie müssen sich wohl oder übel noch einmal in Geduld üben, wenn Sie die Auflösung unseres Traumrätselkrimis erfahren wollen.

Geduld aber ist eine Tugend. Das sagt sich leicht, ich weiß. Leichter ist das ja auf jeden Fall, wenn man, wie der Autor, das Ende der Geschichte bereits kennt. Trotzdem findet sich der eine oder andere Hinweis auf den unglaublichen Schluss dieses Blogs wohl schon im bisherigen Text.
Entweder Sie schnüffeln also jetzt emsig im bisher Gelesenen herum, um der Wahrheit auf die Schliche zu kommen, oder Sie warten ein klein wenig nur, um sich den Preis der Geduld am Ende Ihrer Askese mühelos bei uns hier im Blog abzuholen.

Die Wahl liegt jetzt wohl ganz bei Ihnen. Wir bleiben inzwischen wo wir sind.

Das neue Beitragsbild trägt den Titel: Das Ritual soll traumhaft tief mit seinem Licht in den Traum des Wissens tauchen.

Der Schamane zur Lage der Nation Nummer 15

Wenn die niedrigsten Instinkte der Menschen für politische Manipulationen angesprochen werden sollen, braucht es vor allem Eines: Ein passendes Feindbild.

Dazu wenden sich nun österreichische Rechtsextreme gegen türkische, und natürlich auch gegen die immer wieder auf verlogene Weise heraufbeschworene Gefahr der Islamisierung des heimischen Abendlandes.

…. in den Worten des FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache: „Wir sind europäische Brüder, weil wir nicht islamisiert werden wollen.“ Aber die dauernd von Dekadenz und Islamisierung raunenden Abendlandretter wollen nicht mehr extrem rechts sein, sondern VerteidigerInnen der Demokratie. Und den Antisemitismus bekämpfen sie projektiv bei den muslimischen Anderen. Dass sich die extreme (rassistische) Rechte gegenwärtig so erfolgreich als Erbin der Aufklärung und deren Beschützerin vor dem Islamismus inszenieren kann, verdankt sie auch jenen – in der Selbstwahrnehmung: antirassistischen – Linken, die dieses Erbe (bei aller notwendigen Kritik daran) längst verraten haben. Wo die GegnerInnen der extremen Rechten aufgegeben haben, Kritik an religiösem Fanatismus zu formulieren, wurde es dieser möglich, mit der Wahrheit zu lügen. Etwa, wenn sich die FPÖ über den islamisierten Antisemitismus ausläßt: So real dessen Existenz ist, so verlogen ist es, wenn ausgerechnet Deutsch-Völkische ihn anprangern.

Aus: https://forschungsgruppefipu.wordpress.com/2016/04/19/rechtsextremismus-in-europa-europaeischer-rechtsextremismus/ 

Mit der Wahrheit lügen…das gefällt mir gut als Beschreibung einiger üblicher Vorgehensweisen unserer derzeit leider immer noch an der Regierung beteiligten Rechtsextremen.

Mit der Wahrheit lügen….und den Bock zum Gärtner machen….Dazu fällt mir nur ein: Glaubst i bin bled, dass i riach wias do stinkt? Glaubst i bin bled, dass i waas was i wü? (Etwas abgewandelt nach einem Text von Konrad Bayer für ein Lied der Worried Men Skiffle Group, und, hier auch gleich für unsere nur des Hochdeutschen mächtigen Leser in die deutsche Hochsprache übersetzt: Glaubst Du ich wäre so blöd, dass ich riechen würde, wie es hier stinkt? Glaubst Du ich wäre so blöd, dass ich wüsste, was ich wollte?)

Der Politikwissenschafter Thomas Schmiedinger erklärt: Der Moscheeverein Nizam-i Alem werde von einer „definitiv rechtsextremen Partei“ betrieben, die sich von den Grauen Wölfen abgespalten habe. Der Experte ist allerdings skeptisch, ob eine Verbotspolitik die Haltung der Betroffenen ändern kann. Eher noch verstärke es den Eindruck, der Staat verfolge sie – was sie weiter radikalisieren könne. „Die problematischsten Moscheen“, das sagt auch Daniela Pisoiu, Extremismusforscherin am Österreichischen Institut für Internationale Politik, „sind die in den Hinterhöfen.“ Wolle man der Radikalisierung entgegentreten, reichten die Maßnahmen der Regierung „definitiv nicht“. „Nur weil eine offizielle Moschee zu ist, heißt das nicht, dass nicht dieselbe Aktivität woanders stattfindet.“ Die Forscherin befürchtet nun eine weitere Radikalisierung durch gefühlte Ausgrenzung. – derstandard.at/Geschlossene-Moscheen-Ratlose-Muslime-besorgte-Experten. 

Es geht meiner Ansicht nach bei diesen neuen Aktivitäten der Regierung ja auch nicht um eine effiziente Bekämpfung islamistischer Tendenzen in Österreich. Es geht um die reine politische Show, um Populismus pur.

Da werden eben die ebenfalls fehlgeleiteten fremdenfeindlichen Gefühle einer durch falsche Information manipulierten Bevölkerung zum Maßstab für das eigene politische Handeln herangezogen.

Dieselbe völlig gefühllose Vorgehensweise der Regierung lässt sich auch bei der zwangshaften Einführung von Deutschkursen für Kinder ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse in der Volksschule feststellen. Da können Direktoren und Lehrer noch so deutlich darauf hinweisen, dass die beschlossenen Maßnahmen nicht sinnvoll durchführbar wären. Es geht nicht um den Inhalt, sondern um die Umsetzung diskriminierender rechtsextremer Ideen.

Ich bin schon gespannt, auf welche Weise die Regierung plant, uns in Zukunft mit weiteren populistischen Ideen auf unsensibelste Weise zu überfahren.

Allerdings gibt es natürlich aus mystischer Sicht noch eine ganz andere Erklärung für die Schließung von sieben Moscheen und die Ausweisung von vierzig Imamen.

Sieben und Vierzig sind jeweils Zahlen, denen eine ganz besondere magische Bedeutung zugesprochen wird.

Was zuweilen auch schon hilft: Magisches Verschwinden statt Vermummen.

Vierzig Tage in der Wüste fasten, oder sieben Mal im Laufschritt Haus und Garten umrunden. Beides hält einigermaßen fit, doch hat es eben auch noch tiefere Bedeutung.

Wie heißt es dazu so schön auf Wikipedia:

Vierzig ist die Symbolzahl der Prüfung, Bewährung, Initiation bzw. für den Tod. Als die verzehnfachte Vier repräsentierte sie Vollkommenheit. Der Ursprung des Vierzig-Tage-Rhythmus lässt sich in Babylonien suchen, wo eine Verbindung des vierzigtägigen Verschwindens des Sternbildes der Plejaden hinter der Sonne mit Regen, Unwetter und Gefahren beobachtet wurde. Bei der Wiederkehr der Plejaden wurde als Zeichen der Freude ein Bündel aus vierzig Schilfrohren verbrannt.  

Die Sieben ist die Summe von drei und vier, von Geist und Seele einerseits sowie Körper andererseits, also das Menschliche. In der überkommenen christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters steht die Drei für die nach dem Bild des dreifaltigen Gottes geschaffene Seele und alle geistigen Dinge. Die Vier ist die Zahl der Elemente und steht damit symbolisch für die materiellen Dinge, die nach antiker Anschauung alle aus der Kombination der vier Elemente hervorgehen. In Gebäuden wurde das Siebeneck oft bei Gräbern und Grabkapellen für die ewige Ruhe verwendet.

Nun, ich muss zugeben, ich bin aus der politischen Aussage der beiden mystischen Zahlen jetzt auch nicht wirklich schlau geworden. Aber zumindest eines fällt mir dabei doch deutlich auf: Sowohl bei der Vierzig als auch bei der Sieben spielt der Tod irgendwie eine wesentliche Rolle.

Wir wollen das doch gleich einmal mit politischen Augen betrachten, es also sozusagen einmal zielgerichtet auf die Ebene des politischen Todes übersetzen.

Das lässt doch sogleich in Bezug auf die Dauer der derzeitigen Regierung noch hoffen.

Der vorliegende Beitrag Ihres Schamanen zur Lage der Nation wurde aus Gründen der Aktualität schon eine Woche vor dem ursprünglich geplanten Termin veröffentlicht. So bleibt doch der Kontext mit dem vorhergehenden ersten Teil dieses Textes nun einmal gleich viel besser verständlich. Allerdings hat dieser Fleiß auch seinen Preis. Unser wunderbarer zehnter Podcast, der Sie jetzt eigentlich an dieser Stelle gleich einmal erfreuen hätte sollen, wird erst eine Woche später das Licht der Welt erblicken. Auch daran können Sie wieder einmal leicht erkennen, wie verfehlte Politik ins Leben des Einzelnen bisweilen ganz unvorteilhaft eingreift. Als kleine Entschädigung sehen Sie hier ein Bild des allzeit wachsamen Schamanen im vollen Schamanengewand, die magische Bisontrommel schlagend.

Das Beitragsbild trägt den Titel: Mitten im österreichischen Dschungel. Oder: Tante Clara, schick ein Ufo!

Spotlight, der schamanische Scheinwerfer….ach, schon wieder unser Bauernkalender

Auch dieses Mal dürfen wir Sie in unserem Blog Spotlight, der schamanische Scheinwerfer wieder mit dem ursprünglichen und echten schamanischen Bauernkalender bekannt machen, genau so…

….wie ihn uns schon der einst berühmte aber inzwischen wohl völlig in Vergessenheit geratene Gelehrte und Naturforscher Hans Enz Bitterkuh in seinem nur noch in schamanischen Kreisen geheim weitergegebenen Werk „Über der Bauern kühne Beobachtung was das bunte Treyben der Schamanen betreffet und was derlei Zauberdinge mehr seyn und auch die Zukunft wohl vorhersagen können täten“ auf einmalige und akkurateste Weise vorgestellt hat.

Greift der Schamane schnell zum Hut

Bleibt meist das Wetter auch recht gut.

 

Dieser Spruch aus dem berühmt-berüchtigten schamanischen Bauernkalender ist wirklich einfach ganz trivial zu verstehen.

Die meisten schamanischen Hüte, die ich kenne, sind nur begrenzt wasserfest.

Greift der Schamane daher zu seinem Hut, gemeint ist hier eben sinngemäß wohl: der schamanische Schönwetterhut und nicht etwa seine aus Filz oder anderem wasserundurchlässigem Material gefertigte Sturm- und Regenkopfbedeckung, so dürfte sich in der Folge das Wetter zumindest für einige Zeit von einer stabilen sonnigen Seite zeigen. Denn entweder wusste der Schamane durch genaue Beobachtung der Wolken und des Himmels oder aufgrund des täglich von ihm abgehörten Wetterberichtes über die sonnige Tagesverfassung Bescheid und richtete seine Kopfbedeckung nach diesem ihm nun innewohnenden Wissensvorsprung bereits leichtfüßig oder leichtköpfig genau richtig aus, oder der Träger des Schamanenhutes ist sich seiner Sache auf magische und wetterwandelnde Art so sicher, dass er den Schönwetterhut ebenfalls nicht ohne Grund aufgesetzt hat.

Diese Voraussage des schamanischen Bauernkalenders trifft zwar wie üblich auf jeden Fall zu, die Dauer des mit ihr einhergehenden Schönwetters hängt jedoch auch von der jeweiligen räumlichen Entfernung des Schamanen von der magischen Almhütte ab, in der er auch seinen Schlechtwetterhut aufzubewahren pflegt. Befindet sich der Schamane beispielsweise direkt vor der Hütte, so könnte durch sein plötzliches Aufspringen und in die besagte Hütte Eilen die Wahrheit des Spruches nur für eine nahezu geringfügige Dauer von Bedeutung sein.
Im Klartext: Sobald der Schamane mit dem Filzhut auf dem Kopf aus der Hütte stürmt, womöglich noch in wasserdichter Hose und Regenmantel, können Sie die Sache mit dem Schönwetter für einige Zeit gleich wieder vergessen.

Dieser Spruch soll uns im Übrigen auch zu einer etwas intensiveren Beschäftigung mit Schamanenhüten anregen. Warten Sie nur ein wenig ab. Sie werden schon sehen, was es damit auf sich hat.

 

Stormy Monday, Montagskater 12

Was soll ich Ihnen sagen: Der Kater hat offenbar ein eigenes Thermometer, Barometer oder jede Menge Laufmeter in seinen katzenhaft beweglichen Leib eingebaut. Oder er hat sich diese Dinge in den letzten Jahrhunderten,….

……in denen er ja höchstwahrscheinlich schon zum beständigen Begleiter der Menschheit, oder richtiger gesagt, einzelner ausgesuchter Exemplare derselben, wurde, einbauen lassen. Wer weiß schon, wie er das genau angestellt hat.


Aber soviel ist klar: Er reagiert äußerst wetterfühlig. Ob das nun von den, von seinen inneren Organen längst als organische Bestandteile wahrgenommenen, eingebauten Thermometerteilen oder vom eingebauten Barometer ausgeht, habe ich bisher nicht mit letzter Sicherheit herausfinden können.
Entweder er geht mit der Temperatur oder mit dem Luftdruck.
Aber es könnte natürlich auch sein, dass er einfach die Schritte, welche er katzenhaft schleichend, ich meine hier natürlich vor allem, katzenhaft durch mein magisches Haus schleichend, zurücklegt, permanent mit der auf den Pfoten wahrnehmbaren Hitze vergleicht und sich dadurch ein Bild von dem mehr oder weniger sommerlichen Zustand der Außenwelt macht.

In jedem Fall ist er im Sommer besonders unausstehlich.

Da stellt sich das riesenhafte Tier einfach unvermutet hinter mir auf, und lässt dann mit einem Mal ein Zwischending zwischen einem ungeheuren Katzenniesanfall und einem durchdringenden Katzenhustengeräusch vernehmen, in welchem ich auch Untertöne boshaften Lachens zu finden meine.

Das führt naturgemäß dazu, dass ich vor lauter Schreck einen weiten Satz nach vorne mache. Falls ich dabei zufällig vor meiner Hausmauer oder einer größeren Rose stehen sollte, geht das dann für mich im nächsten Moment nicht gut aus.

Nebenbei gesagt, habe ich das unbestimmte aber doch recht deutliche Gefühl, dass der Kater diese Nummer mit dem Erschrecken seiner ihm anvertrauten menschlichen Begleitperson immer gerade dann abzieht, wenn sich diese, also im konkreten Falle ich, genau vor der Hausmauer oder der großen Rose befindet. Er macht das also absichtlich. Ich durchschaue ihn in diesem Punkt ganz genau.

Im Übrigen muss ich mich natürlich noch einmal korrigieren. Ich bin nicht seine ihm anvertraute menschliche Begleitperson, sondern er ist der mir nachschleichende plötzlich auftretende Montagskater, der ganz ohne bewusste Einladung von meiner Seite eines schönen Tages, also genauer gesagt natürlich eines schönen Montages, in mein Leben trat, um mich seither mehr oder weniger dauerhaft zu begleiten, obwohl ich ihm diese Stellung ja gar nicht in irgendeiner Weise auch nur im Entferntesten etwa hätte anbieten wollen.

Er kam also von selbst und blieb seitdem an meiner Seite. Und er macht das, was er eben so macht, wahrscheinlich sogar absichtlich genau so, wie er es eben immer wieder zu tun pflegt.

Doch diesen Montag wird sich das alles einfach ändern. Ich werde den Montagskater nämlich diesmal einfach ganz geschickt und unverschämt überlisten. Was in der Folge eigentlich auch dazu führen müsste, dass ich mir weitere Nachforschungen in meinem tiefen schamanischen Inneren endgültig ersparen könnte. Schließlich sind solche Expeditionen zwar häufig jedoch nicht immer von Erfolg gekrönt, verlangen aber praktisch immer mit fast hundertprozentiger Sicherheit Ihrem Betreiber unglaubliche Mühen und Anstrengungen in geistiger, seelischer und manchmal sogar in körperlicher Hinsicht ab.

Wobei die körperlichen Mühen in meinem Fall wohl vor allem durch das ewige Auf-und Abgehen in meinem geräumigen Wohnzimmer verursacht werden. Denn beim inständigen in-mich-Gehen pflege ich zugleich auch äußerlich mit flottem Schritt eine gewaltige räumliche Distanz zurückzulegen.

Damit mich diese Vorgangsweise aber nicht fußtechnisch belastet, indem sie mich unversehens dazu bringt, auf meiner Reise nach China das doch recht gewaltige Gebirgsmassiv des Himalaya zu überschreiten, gehe ich kluger Weise nur auf und ab.
Die von mir dabei zurückgelegte Strecke wird dadurch zwar nicht kleiner, die Entfernung von meinem ursprünglichen Ausgangspunkt beträgt aber maximal neun bis zehn Meter, je nachdem an welchem Punkt meines Wohnzimmers ich mich zur Umkehr im Sinne eines Richtungswechsels entschließe.

Doch lassen Sie mich lieber wieder zu meinem genialen Plan zurückkehren. Ich werde den Kater also ein für alle Mal überlisten. Dazu habe ich mir nun Folgendes ausgedacht:

Katzen sind bekannter Weise wasserscheu. Das bin ich zwar im normalen Leben auch, doch ich kann mich erstens doch recht gut überwinden, wenn es nun einmal nötig ist, und zweitens habe ich für den Fall des Falles eine Art Sicherheitsnetz eingebaut, weil ich die ganze Aktion mit dem Wasser ganz einfach in meine Badewanne verlegen konnte.

Also wird mein ganzer gut vorbereiteter Plan jetzt wohl folgendermaßen vor sich gehen:

Zuerst fülle ich die Badewanne mit Wasser von angenehmer Temperatur.

Dann stelle ich sie mitten im Wohnzimmer ab und warte, bis der Kater kommt.

Durch die besondere Form und magische Gestalt meiner Wanne bin ich voraussichtlich völlig unsichtbar für ihn.

Denn erstens steht sie frei im Raum und zweitens noch dazu auf drei Entenfüßen, genau wie in der Legende das Haus der Baba Yaga.

Eine auf drei Entenfüßen daherkommende oder zumindest im Weg stehende Badewanne erwartet der Kater jedoch nicht.

Ich als seine eigentliche Zielperson komme ihm aufgrund der doppelten Magie des ihn zurückweisenden Wassers und der paradox anmutenden Entenfußwanne einfach gänzlich abhanden. Er kann mich weder sehen noch riechen noch hören noch sonst irgendwie meine Existenz weiter wahrnehmen.

Hier sehen Sie den Schamanen in seiner Entenfußbadewanne, völlig unsichtbar für jeden Kater. Um die magische Wirkung des Rituals noch zu erhöhen, hat er auf anmutige Weise sogar seinen Schamanenhut während des Bades auf seinem Kopfe platziert.

Daraufhin wird sich der Kater zähneknirschend und völlig entmutigt einmal im Kreis drehen, sich dann aber hurtig aus dem Staub machen, um sich ein anderes leichter auffindbares Opfer wie beispielsweise meine Schwester zu suchen. In letzterem Fall bliebe er zwar in der Familie, und ich müsste mir dann wohl oder übel auch zeitweise die Klagen meiner liebsten Schwester über das plötzliche und unerwartete Auftauchen eines übellaunigen Montagskaters anhören, aber immerhin: ich wäre ihn los.

Okay, das mit meiner Schwester streichen wir jetzt lieber wieder. Er kann sich ja auch in einem fernen Land oder einem noch neu zu entdeckenden Kontinent ein passendes Opfer suchen. Mir wird er dann jedenfalls nicht mehr abgehen. Und falls ich ihn zufällig einmal auf der Straße treffe sollte, werde ich mich hüten, ihn freundlich oder auch nur in distanziertem Ton zu begrüßen, um unsere Bekanntschaft keinesfalls etwa gar von neuem aufleben zu lassen.

Lesen Sie weiter im nächsten Montagskater, wie mein schlauer Plan mit dem Überlisten des Untiers seinen Fortgang nahm….

 

 

Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – das Heilige und das Profane. Teil 6

Das Profane ist, wie schon im letzten Teil dieses Blogs gesagt,Teil des Heiligen, wenn auch im scheinbar Alltäglichen oder Selbstverständlichen versteckt.

Genau deshalb können auch unsere alltäglichen Handlungen ganz vom Spirit erfüllt sein, sobald wir erlauben, dass wir den Spirit durch unsere Handlungen ausdrücken.

Diese Vorgehensweise entspricht genau derjenigen der Schamanen.

Die Welt selbst erscheint dem Schamanen, wie Sie inzwischen wissen,

als Ausdruck der Manifestationen des Spirits, der sich, selbst unzerstörbar und unteilbar, trotzdem in viele Flüsse und Orte der Kraft bricht um sich darin selbst immer wieder aufs Neue zu gebären….

….und als heimliche aber stetige Verbindung von Spirit, Kraft und Magie, die sich zwar jenseits unseres weitest gespannten Verständnisses vollzieht, uns zugleich aber in eben genau dieses Jenseits beständig hinüberzieht.

Bevor wir uns aber in diese nahezu metaphysischen Untiefen der schamanischen Weltbeschreibung wagen wollen, möchte ich Ihnen hier noch schnell eine weitere Begriffsdefinition anbieten. Rein zur Ablenkung und zu der der Ablenkung folgenden Entspannung, sozusagen.

Dafür habe ich mir hier den Begriff Fluss ausgesucht.

Die nachfolgenden Definitionen dieses Begriffs dienen nicht nur ihrer Unterhaltung, auch wenn Sie das jetzt vielleicht gleich einmal etwas voreilig hier annehmen sollten.


Fluss

Ein Fluss (von althochdeutsch fluz, zu fliozan „fließen“) ist ein natürliches, linienhaft fließendes Gewässer auf Landoberflächen. Landläufig können aber auch nur Fließgewässer mittlerer Größe als Fluss bezeichnet sein; davon unterschieden werden dann die größeren Ströme und die kleineren Bäche. Diese beiden Begriffe werden in den Geowissenschaften aber vermieden, weil ihre Abgrenzungen regional und historisch variieren und darum nicht allgemeingültig sind…. 

Die Längen von Flüssen selbst können variabel sein, besonders in den Laufabschnitten, in denen sie freie, sich verändernde Mäander bilden.

Oft werden die kleinen Mäander an Oberläufen nicht gemessen, wohl aber die größeren an Unterläufen.

Bei Verzweigungen ist nicht immer zu entscheiden, welcher der den Fluss repräsentierende Hauptarm ist.

Gelegentlich wird nur der eher gestreckte Weg gemessen, dem ein maximales Hochwasser folgen würde. 

Fluss (von althochdeutsch vluz ‚Fließen‘) steht für:

Fluss, größeres Fließgewässer

Atmosphärischer Fluss, tropische Luftströmungen in gemäßigten Breiten.

Fluss (Physik), die Anzahl von Teilchen, die Masse, die Energie etc., die sich pro Zeitspanne durch eine Fläche bewegt

Flüsse und Schnitte in Netzwerken, spezielle Abbildung von der Menge der Kanten in die Menge der reellen Zahlen

Fluss (Mathematik), ein Konzept, das es ermöglicht, zeitabhängige (System-)Zustände zu beschreiben

die Lösung eines vektoriellen Oberflächenintegrales (Flussintegral) in der Mathematik

eine Heroldsbildbezeichnung in der Heraldik, siehe Fluss (Heraldik)

Fluss (Krankheit), eine Krankheit; zum Beispiel Schlagfluss oder „Stickfluss“ (beim Lungenödem)

Flussmittel, Zusatzstoffe, die den Schmelzvorgang und die Handhabung geschmolzener Stoffe erleichtern 

Fluss oder Fluß ist der Familienname von:

Grete Fluss (1892–1964), Sängerin, Humoristin und Schauspielerin

Manfred Fluß (* 1943), deutscher Politiker

Max Fluß (1889–1935), österreichischer Historiker und Gymnasiallehrer…. 

Beispiele:

Die größten Flüsse Deutschlands sind der Rhein, die Donau und die Elbe.

„Der Fluss ist voller Geheimnisse, Gefahren und Mächte, und alle Flussvölker der Erde sind über solche Legenden spirituell mit der Inneren Welt ihres Stroms verbunden.“

„Die meisten der in Flüssen lebenden Tiere rupfen ihre pflanzliche Nahrung in kleinen Stücken ab, nur einige verspeisen ganze lebende Pflanzen.“

Der Fluss seiner Rede wurde jäh unterbrochen.

„Elektrischer Fluss“ und „magnetischer Fluss“ sind physikalische Begriffe.

Quellen: Wikipedia und Wiktionary 

Dazu wäre jetzt aus meiner Sicht noch in Etwa Folgendes zu ergänzen:

Schamanen befinden sich immerzu in einem Fluss von Ekstase und Magie.

Das Universum selbst befindet sich im Fluss, und sein Fluss ist vom Einfluss von Kraft und Geist bestimmt.

Die Flüsse der Erde können auch als Teile des göttlichen Chaos betrachtet werden, das sich dann bereit fand, aktiv zur Gestalt der Welt beizutragen.

Die Tatsache, dass jemand Fluss mit Nachnamen heißt, bedeutet zwar noch keinesfalls, dass der oder die Betreffende auch im Fluss mit sich selbst oder dem Universum wäre, schließt diese Möglichkeit aber auch keinesfalls von vornherein aus.

Eigentlich haben wir, wenn auch indirekt, jetzt schon den ersten Teil unserer metaphysisch angehauchten Frage beantwortet. Das merken Sie natürlich jetzt nur, wenn Sie auch mit der dazu nötigen Aufmerksamkeit bei der Sache bleiben konnten. 

Denn wenn die Welt selbst dem Schamanen

als Ausdruck der Manifestationen des Spirits, der sich, selbst unzerstörbar und unteilbar, trotzdem in viele Flüsse und Orte der Kraft bricht um sich darin selbst immer wieder aufs Neue zu gebären….

….erscheint, dann liegt das wohl einfach daran, dass der Spirit überall tätig und das eigentliche Wirkprinzip der Wirklichkeit ist, ähnlich wie ein Fluss sich in die verschiedensten Formen und Gestalten wandeln kann, im Wesen aber in all seinen Gestalten derselbe Fluss bleibt.
Das ist jetzt keinesfalls religiös gemeint. Es geht hier nicht um Glauben und Glaubenssätze, sondern nur um spirituell und schamanisch erfahrbare und für den Sehenden auch sichtbare Wirklichkeit.
Der Schamanismus spricht über die Wirklichkeit in jenen Facetten, die durch magische und schamanische Vorgangsweisen erreichbar und erkennbar sind. Seine Vorgangsweisen sind zumeist sehr pragmatisch ausgerichtet und zielen auf die Beeinflussung und den Dialog mit der Natur und dem Spirit in seinen verschiedensten Erscheinungsformen ab, meist mit dem Ziel, Heilung, Balance und Ursprünglichkeit in einem ganz bestimmten Kontext der Welt wiederherzustellen. Wobei diese drei Begriffe, nämlich Heilung, Balance und Ursprünglichkeit, schamanisch betrachtet nahezu Dasselbe beschreiben.

Doch an der Grenze zwischen Erfassbarem und Unfassbarem schwebend, mit einem Bein in der Welt und mit dem Anderen beständig, wenn auch dieser Tatsache zumeist ganz unbewusst, im Jenseits verharrend, befindet sich der Mensch in einer sehr speziellen Situation der Wahrnehmung.

Er kann sich dem Spirit nicht zur Gänze verschließen, ihn jedoch als Wegweiser zurückweisen, er kann der Welt nicht zur Gänze einen Stempel der Erkenntnis aufdrücken, sich ihrer vertrauten Fremdartigkeit jedoch auch nicht entziehen. Er folgt dem Sog des nicht Erfassbaren, schwimmt im Gewässer des Unerreichbaren, lässt sich im Fluss des Unbegrenzten treiben und ist zugleich begrenzt und unbegrenzt in seiner Eigenart.

Der Schamane ist sich normaler Weise der Tatsache wohl bewusst, dass die Welt geheimnisvoll und nur zum kleinen Teil erfassbar ist, nicht deshalb, weil wir etwa unsere Erkenntnisse nicht über immer weitere Bereiche des Endlichen ausdehnen könnten, sondern auf grundsätzliche Weise unfassbar durch die Anwesenheit des Nagual und des Numinosen.

Das Numinose und das Nagual öffnen sich großzügig für uns und wehren uns aufgrund ihrer ihnen eigentümlichen Unbegrenztheit und Unendlichkeit zugleich auch ab, solange wir mit endlichen Mitteln wie dem der Erkenntnisfähigkeit an sie heranzugehen trachten.

Deshalb sieht der Schamane die Welt eben auch

…. als heimliche aber stetige Verbindung von Spirit, Kraft und Magie, die sich zwar jenseits unseres weitest gespannten Verständnisses vollzieht, uns zugleich aber in eben genau dieses Jenseits beständig hinüberzieht.

Und genau darüber wollten wir Ihnen in diesem Blog ja erzählen.

 

 

 

 

 

Der schamanische Leckerbissen zeigt sich hier wieder sommerlich traumhaft…zur schamanischen Traumdeutung, Teil 7

Sie wissen ja, wir haben es inmitten des Traumes wohl wieder geschafft, eine eigene kleine Insel der Kraft aus den Tiefen träumerischer Unfassbarkeit steigen zu lassen.

Mit ein wenig praktischer Zeitmagie auf ihrem neuen Platz im Universum fixiert wird diese Insel dann zwar nicht zu unserem neuen Feriendomizil aber doch immerhin zu unserer weltbekannten Traumjurte. „Weltbekannt?“, fragen Sie? Ja, fragen Sie mich doch nicht jetzt, fragen Sie mich einfach noch einmal in zehn Jahren. Zeit und Traum sind eben beide fließend, und manchmal fließen sie sogar in die jeweils umgekehrte Richtung unserer Erwartungen.
Um Sie aber jetzt wieder ein wenig zu Atem kommen zu lassen, werde ich meine schamanischen Erwägungen gleich einmal ganz intensiv zurücknehmen und Sie Ihrem alten neuen Glück mit unserem wunderbaren Blog zur Traumdeutung überlassen.
Der musste ja jetzt wohl wieder einmal kommen….

Zur Traumdeutung aus schamanischer Sicht, 7. Teil, jetzt erst recht mitten…….

hinein in die Tiefe des Traumes.

Zunächst geht es um ein paar seltsame doch durchaus wesentliche Untersuchungen,

die Träume des Alltags betreffend. Gleich danach hoppelt unser ungemein agiler Traumhase wieder weiter und mitten hinein in die langgestreckten Wiesen der Traumzeit.

Wir machen Sie ein wenig mit dem Konzept unserer Traumjurte vertraut und verlassen Sie, wenn auch nur rein geistig, in träumerischem Tanz verzaubert, im stets großmütigen Herzen der Traumfeen.

Beginnen wir ruhig gleich einmal mit der alltäglichen Seite des Träumens.

  1. Der Traum des Alltags

Unser Proband träumt im Alltag von einer eigenen kleinen Insel im Pazifik, auf der er seine Beine der Länge nach im Sand ausstrecken und unter einer schattigen Palme dem Rauschen des Meeres lauschen möchte.

Doch tut er irgendetwas dafür, diesen Traum jemals Wirklichkeit werden zu lassen?

Soweit wir wissen: Nein. Er unternimmt nicht einmal die ersten notwendigen Schritte zu dessen Verwirklichung. Er hat kein Flugzeug oder Schiff bestiegen, sich nicht etwa irgendwo, ja zumindest virtuell, erkundigt, welche kleinen und gar lieblichen Eilande zur Zeit zu haben wären oder eines neuen Besitzers harrten.

Ja, er hat noch nicht einmal eine Fototapete mit seiner ersehnten karibischen Inselidylle auf die Wand seines Schlafzimmers appliziert.

Vielmehr verweigert er in einer Art traurig stimmenden Trotzes jegliche noch so kleine Bewegung hin zu seiner eigenen ganz privaten Insel der Seligen.

Ist er nun in diesem Umgang mit dem eigenen Wunschtraum etwa alleine?

Keinesfalls. Nach einer vom Institut für gesellschaftliche Glücksforschung und private Romantikbewertung in Auftrag gegebenen Studie wird der eigene Wunschtraum vielmehr vom Großteil der Bevölkerung dieses Kontinents aus prekären Gründen nicht ausreichend wahrgenommen oder gar ins Unbewusste verdrängt. Zudem wird dieser Traum zumeist entweder als kindlich verurteilt oder mit grimmiger Wut in Form beständig anhaltender Vorwurfshaltungen an die Umwelt zurückgespiegelt. Es steht also schlecht um die Verbindung von Wunsch und Traum im Alltagsleben des Europäers.

Deutung des alltäglichen Traums:

Der Wunschtraum kann hier nicht weiter gedeutet werden, weil er wie oben ausgeführt im realen Leben der ihn Träumenden keinerlei Rolle zu spielen scheint. An seine Stelle tritt zumeist ein psychosomatisch relevantes Gefühl ungewisser Schwere, welches, vor allem nach spätabendlicher Einnahme größerer Mengen von Schmelzkäse oder Quargel, auch recht empfindliche Störungen in der Harmonie des nächtlichen Traumgeschehens zur Folge haben kann.

Dazu ist an dieser Stelle leider nichts weiter Erbauliches anzuführen.

Das Bild dieses meisterhaften Träumers ist hingegen durchaus erbaulich, kann von den schamanisch weniger Gebildeten unter uns aber zumeist nicht in der vollen Tragweite seiner Bedeutung erkannt und dementsprechend bewusst hoch geschätzt werden. Lassen Sie es also ruhig zunächst auf Ihr Unbewusstes wirken. Das weiß dann schon, worum es geht. Und wenn Sie ganz ganz stillhalten und andächtig in sich hinein hören, mag es sein, dass Ihr Unbewusstes mehr oder weniger sanft sogar bisweilen Bruchstücke der wahrhaft bemerkenswerten Aussage dieses Bildes für Sie frei zugänglich macht.

Wenden wir uns deshalb lieber wieder dem schamanischen Träumen zu.

Träumen im Wachzustand lehrt uns, dass der Traum sowohl magische und mythische Substanz als auch die Qualität einer eigenen Entität im kosmischen Geschehen besitzt und nicht etwa nur eine Abreaktion des Tagesgeschehens in unserem Gehirn darstellt.

Ein ausgezeichnetes Beispiel für schamanisches Traumgeschehen im Wachzustand stellt die alljährlich im Nagual-Schamanismus feierlich abgehaltene Traumjurte dar. In deren Rahmen sehen wir immer wieder einmal, wie gleichsam alle an ihr teilnehmenden Personen Schritt für Schritt und Zug um Zug in den Tiefen des Traumes zu versinken scheinen, bis sie schließlich wie durch ein Wunder oder das Zutun meisterlicher schamanischer Unterstützung auf der eigentlich ja gar nicht wirklich vorhandenen anderen Seite des Traumes wieder das Licht der gewohnten Wirklichkeit erblicken. Danach kommt es häufig vor, dass die durch den Traum Gereisten aufgrund der unglaublichen Erfahrung des Traumbereichs in seiner ganzen Tiefe und Ästhetik, ihre eigene Lebenswirklichkeit nunmehr auf einmal mit ganz anderen, sozusagen also mit bewusstseinserweiterten, Augen zu betrachten imstande sind.

  1. Ein Traum in der TraumjurteBei der Erzählung dieses Traumes können wir unseren bisher so brav mitwirkenden Probanden nunmehr in seine wohlverdiente Freizeit entlassen, auch wenn er diese aus den im vorigen Abschnitt angeführten traurigen Gründen wohl wieder nicht auf seiner ersehnten Trauminsel verbringen wird.

Der Ihnen im Folgenden zur Kenntnis gebrachte Traum wurde nämlich als Teil einer Gruppenveranstaltung im Rahmen einer der bereits vergangenen Traumjurten in die Welt gesetzt. Deshalb, und weil sich zumindest ein paar wenige der ihn mitträumenden Teilnehmer dieser Veranstaltung noch an seinen Ablauf zu erinnern vermögen, kann hier bei seiner Nacherzählung auf die Hilfe unseres wohlerprobten Probanden mit Leichtigkeit verzichtet werden.

Oh, da fällt mir gerade auf, dass die Uhr der Traumzeit für diesen Teil des Blogs schon wieder fast ganz abgelaufen ist. Ich muss mir in nächster Zeit wirklich eine größere Sanduhr besorgen, oder aber, ich schwindle ein wenig, wenn Sie gerade nicht hersehen, und drehe sie vielleicht unauffällig einmal zusätzlich um, sobald der ganze Sand wieder auf einer Seite liegt.

Hier die gerade angesprochene schon wieder einmal ablaufende Uhr.

Allerdings wären dann meine Blogs sogleich noch um ein Vielfaches länger.

Nein, das kann ich wohl keinem modernen Leser zumuten.

Das passt ja auch nicht mehr auf den allergrößten Handybildschirm.

Besser wir teilen auch diesen Teil jetzt wieder in zwei Teile auf.

Lesen Sie also ruhig weiter in der traumhaften Fortsetzung meines Blogs, in seinem achten und vorletzten Teil mit dem Titel Zur Traumdeutung aus schamanischer Sicht, 8. Teil, oder: Sie hätten sich bis vor Kurzem wohl gar nicht zu erträumen gewagt, dass….

Verfolgen Sie also diese Entwicklung nur gespannt weiter. Wie immer gilt: Sie werden schon sehen.

Das Beitragsbild steht übrigens keineswegs Kopf. Es handelt sich vielmehr bei ihm um einen Ausschnitt aus jenem seltsamen Traum in dem große längliche Aliens mit einem hinterhältigen Plan anrücken, bei welchem sie die ahnungslose Menschheit unter Zuhilfenahme der menschlichen Gier nach umweltfreundlicher Energiegewinnung über die Ankunft einer feindlichen Invasionsflotte leicht hinweg täuschen können. 

Das aktuelle Beitragsbild ist da schon etwas freundlicher und zeigt ein Symbol für unsere Blume der Kraft, die zwar ursprünglich eher zum Nagual passt, sich aber hier wohl wieder einmal fremdgehend tief in den Traum hineingeträumt haben mag…

Spieglein Spieglein an der Wand….diesmal von Lydia

Soeben erreichte mich dieser schöne Text von Lydia. Sie bestand darauf, dass ich ihn ungekürzt veröffentlichen müsste. Das ist nun schon irgendwie eigenartig. Niemals kürze ich Texte. Meistens kommt nur noch ein bisschen mehr dazu und der Text wird länger und länger und länger.

Vielleicht hat sie ja das gemeint. Wie auch immer. Hier ist der Text in ganzer, wirklich völlig ungekürzter Länge.

Heißt glücklich sein, in den Spiegel zu schauen und ein schönes Gesicht zu sehen?
Bedeutet glücklich sein, seiner inneren Bestimmung zu folgen?
Was ist deine Bestimmung, was ist dein Glücklichsein?

Was bedeutet schön sein?
Bedeutet schön sein, jung zu sein, ein faltenfreies Gesicht zu haben? Oder ist man/Frau schön, wenn sie ein Kind bekommen hat, Mutter geworden ist?


Bedeutet schön sein, etwas Unbekümmertes, Naives auszustrahlen? Oder bedeutet schön sein, eine Ernsthaftigkeit auszustrahlen, eine Besonnenheit, eine Tiefe entwickelt zu haben, die nur das Leben über die Jahre gibt?

Ich glaube, dass man glücklich ist, wenn man seiner Bestimmung folgt, seine Bestimmung lebt, seine Bestimmung fühlt. Dass dann tatsächlich anderes in den Hintergrund rückt, nicht mehr soviel Bedeutung hat.

Bereicherung, reicher werden- im Inneren-
durch Geschichten, die das Leben schreibt, durch Mythen, Sagen, Märchen.
durch das Leben, die Liebe, ein kurzes, aber intensives Treffen mit Freunden. Als Frau ein Nachmittag nur mit Frauen, voller Begegnung, voller Freude.
Kleine Geschichten, die zu großen werden. Kleine Bereicherungen, die zu großen werden.

Ich liebe das Leben, die Fülle, die Kraft, die Schönheit.
Bestimmung leben und dabei seine eigene Schönheit entfalten.

Liebe Grüße, Lydia

Der Schamane zur Lage der Nation Nummer 14

Eigentlich ist es ja für einen dem politischen Wahnsinn interessiert zuschauenden Schamanen ganz leicht, den fortschreitenden Untergang der Nation zu dokumentieren.

Dazu brauche ich nämlich nur ein paar kleine Ausschnitte aus den Medien zitieren.

Sofort wird klar, wohin dieses Schiff unter neuer Burschenschaft steuert. Verzeihen Sie meinen Fehler, die Damen von der Redaktion meinen, es müsse an dieser Stelle einfach neutral und seemännisch korrekt Mannschaft heißen und keinesfalls Burschenschaft.

Nun, von mir aus. Keine Ahnung wie ich auf diese seltsame Gedankenkette jetzt wieder gekommen bin.

Lassen Sie mich hier aber nur ein wenig aus dem zurzeit offen vor uns liegenden Lexikon des politischen und menschlichen Unbehagens zitieren.

Allerdings häufen sich da schon in kürzester Zeit unter Hinz und Kunz soviel Unsinn und Ungemach an, dass ich wohl zwei Schamanen zur Lage der Nation für diese eigentlich doch ganz einfachen Feststellungen meinerseits benötigen werde.

Hinz und Kunz ist im Übrigen nach Ansicht meiner Redaktion ebenfalls nicht ganz korrekt. Es müsste wohl Kurz und Gut oder vielmehr Kurz und eben ganz und gar nicht so Gut lauten. Oder Kurz und Strache, wenn Sie an dieser Stelle die Kurzform vorziehen, die allerdings schon durch ihre einseitige Seitlastigkeit recht(s) schwer belastet wirkt.

„Sie haben Erschreckendes vollbracht“, sagte der SPÖ-Abgeordnete Kai Jan Krainer zu Beginn der Debatte. Kickl sei nicht einmal sechs Monate im Amt und habe es geschafft, die „Sicherheit des Landes zu gefährden“ und „Österreich vor der EU-Ratspräsidentschaft zu blamieren“. Der FPÖ-Innenminister habe seine parteipolitischen Interessen vor die Interessen der Bevölkerung gestellt. „Sie wollen Ermittlungen des Bundesamts für Verfassungsschutzes bei Ermittlungen gegen Rechtsextreme stoppen“, sagte Krainer. Aus: orf.at/stories.

Ermittlungen des Verfassungsschutzes gegen Rechtsextreme stoppen….nein, wie könnte das ein Innenminister wollen, dessen Partei mit den meisten europäischen Rechtsextremen in einer gemeinsamen europäischen Fraktion sitzt.

Das können und wollen wir dem Mann doch nicht etwa unterstellen, oder?

Ach, es ist mir ja klar, dass wohl die Meisten von Ihnen die Tatsachen weitgehend kennen und diese nur aufgrund von Bequemlichkeit und Ohnmachtsgefühlen den größten Teil des Tages über zu verdrängen suchen. Mir geht es ja zwischendurch genau wie Ihnen, obwohl ich das als meisterhafter Schamane jetzt nicht wirklich so einfach in aller Öffentlichkeit zugeben will. Aber nur unter uns gesagt, es ist wirklich eine Schande der Schande zuzuschauen.

Vielleicht hilft aber hinsehen bisweilen doch auch ein wenig, und uns, Ihnen und mir, fällt gar zum Schluss noch etwas ein, das dem blauen antidemokratischen Scheinwunder ein echtes Wunder entgegensetzen könnte, irgendetwas zur Heilung der angeschlagenen österreichischen Seele beispielsweise.

Damit sich die Menschen, die tapferen und aufrechten Bürger dieses Landes, doch am nächsten Wahltag erst nach dem Ausfüllen des Stimmzettels sinnlos betrinken mögen.

Damit sich der autokratische Präsident auch diesmal wirklich willkommen fühlt, schlug Vizekanzler Heinz-Christian Strache – als FPÖ-Chef kann er schließlich einen Freundschaftsvertrag mit Putins Partei Einiges Russland vorweisen – in die gleiche Kerbe und forderte abermals lautstark ein Ende der „leidigen Sanktionen gegen Russland“. – derstandard.at….Falsche-Signale-an-den-Autokraten

„Kein Wunder“, lässt mir Tante Clara per intergalaktischer Kurznachricht dazu ihren Kommentar zukommen, „diese Antidemokraten werden ja von Russland finanziert…“

Sie behauptet auch, dass sie von ihrer Position aus die Geldflüsse aus Russland an die heimischen Rechtsradikalen deutlich sehen könnte. Ich hoffe nur, sie schickt bald ein paar handfeste Beweise zu uns herunter. Bis dahin müssen Sie sich auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen und einfach nur eins und eins zusammenzählen.

Und im Juni 2015 konnten die rechtsextremen Parteien dort (im europäischen Parlament) sich nach langen Jahren der Bedeutungslosigkeit wieder über Fraktionsstärke freuen: Front National (FN), Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), Lega Nord, Vlaams Belang, Partei für die Freiheit (PVV/Niederlande) und Kongress der Neuen Rechten (Polen) bilden gemeinsam mit zwei weiteren Abgeordneten nun die 38-köpfige Fraktion Europa der Nationen und Freiheiten (ENF). In dieser findet sich mit Mario Borghezio jemand, der die „Ideen“ des rechtsextremen Massenmörders Anders B. Breivik „gut, in manchen Fällen sogar sehr, sehr gut“ findet.
Aus: https://forschungsgruppefipu.wordpress.com/2016/04/19/rechtsextremismus-in-europa-europaeischer-rechtsextremismus/ 

Es ist schon irgendwie seltsam, dass außerhalb der österreichischen Grenzen die hiesigen Rechtsextremen überall als solche bezeichnet und klar erkannt werden.

Kleine Warnung an die Rechtsextremen in diesem Lande: Wir Schamanen beobachten  Alles ganz genau.

In Osteuropa wiederum ist der die gesamte Gesellschaft von solch einem Rechtsruck betroffen, auch ist der Rechtsextremismus hier weitgehend normalisiert, was sich etwa in der Regionalpräsidentschaft des slowakischen Neonazis Marian Kotleba zeigt. Zudem sind es mit der ungarischen FIDESZ und der polnischen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) formal konservative Parteien, die Teile der rechtsextremen Agenda umsetzen. Dass im Fall der FIDESZ dies mit Rückendeckung der Europäischen Volkspartei (EVP) geschieht, verweist auf den Grad der Normalisierung des völkischen Antiliberalismus und der aktuellen Radikalisierung des Konservativismus in fast allen EU-Staaten.
Aus: https://forschungsgruppefipu.wordpress.com/2016/04/19/rechtsextremismus-in-europa-europaeischer-rechtsextremismus/

Da wundert man sich ja fast nicht mehr, dass erstens, Herr Kurz sich mit einer rechtsextremen Partei politisch verbrüdert hat, und zweitens, sich Herr Strache und seine Gesinnungsgenossen ebenso wie Herr Kurz für ein politisches Naheverhältnis ausgerechnet zu Ungarn, Tschechien, Polen und die Slowakei aussprechen.

Da sind offenbar entweder die diversen Schwierigkeiten, die in diesen Ländern mit Demokratieverständnis, Meinungsfreiheit, Gewaltentrennung etc. herrschen, wohl nicht ganz bis zu unseren Politikern durchgedrungen oder diese Schwierigkeiten und Defizite werden aufgrund eigener politischer Radikalisierung und Verblendung gar als vorbildhaftes Verhalten gründlich fehlverstanden, so etwa nach dem Motto: Wir formen uns die Demokratie schon mal so um wie wir sie eben zum eigenen Machterhalt brauchen.

Lesen Sie den zweiten Teil dieser traurigen Geschichte in: Der Schamane zur Lage der Nation Nummer 15.

Spotlight, der schamanische Scheinwerfer….diesmal: zwei Fragen an eine Schamanin…

Letztens überlegte ich mir, dass es wohl interessant wäre, einer meiner Lehrschamaninnen nur zwei Fragen zu stellen, die dann aber gleich wie ein schamanischer Scheinwerfer ihre Sicht auf ihr Leben als Schamanin erhellen sollten.

Hier sind die Beiden. Absolut ungekürzt.

Liebe Silvia, wie bist Du zum Nagual-Schamanismus gekommen?

Liebe Silvia, was bedeutet Deine Berufung zur Schamanin für Dich?

An dieser Stelle wird der aufmerksame Leser bereits erraten haben, dass die hier angesprochene Lehrschamanin mit großer Wahrscheinlichkeit Silvia heißt.

Alsbald erhielt ich folgende Antwort:

„Interesse am Schamanismus war bei mir schon zu Beginn meines Studiums der Ethnologie vorhanden.

In Südamerika, bei einer Reise durch Ecuador, habe ich dann ein paar Leute kennengelernt, die bei Udo in seiner Ausbildung waren.

Anfänglich nahm ich immer wieder einmal an Tranceabenden teil. Erst zwei Jahre später wollte ich mehr über Nagual-Schamanismus wissen und schloss mich der sommerlichen schamanischen Bergwanderung an. Dabei öffneten sich magische Dimensionen, die mich so faszinierten, dass ich in die Ausbildung eintrat.

Damals stand bei mir das Bedürfnis nach umfassender Heilung im Vordergrund. Es war damals nicht mein Ziel, Schamanin zu werden.

Ich führte eine Feldforschung mit Schamanen zum Thema Ayahuasca durch und meine Ethnologie-Diplomarbeit drehte sich um Schamanismus.

Inzwischen hatte ich mich aber selbst schon intensiv zu verändern begonnen.

Ohne Magie ging es mit einem Mal nicht mehr.

Bergwandern, Höhlenrituale, die magische Alm waren mit jener Art von Magie erfüllt, wie ich sie mir vorstellt. Ich liebe das, was ich als magische Action bezeichne, das heißt, ich liebe es, tiefe Erfahrungen in diesem Bereich auf der Basis von direktem Erleben zu machen.

Spirit und Heilung sind mir wichtig in meinem jetzigen Leben als Schamanin und im Kern waren und sind dies genau die beiden Themen, die mich von Anfang an auf den schamanischen Weg führten und mir halfen, mich auf ihm so gut zurechtzufinden.

Tiefste Befriedigung bereitet es mir, zu spüren, wie sich um mich herum Kraft und Magie in meinem Leben ausbreiten, und wie ich immer wieder Eins mit ihnen bin.

Der übergeordnete Sinn des magisch-schamanischen Weges ist es meiner Ansicht nach, heilsame Magie in die Welt zurückzubringen, und dies gilt insbesondere für das Leben des Einzelnen wie auch für unsere Gesellschaft als Ganzes.“

 

Nüchtern betrachtet….auch diesmal wieder von Katharina…..

„Lieber Udo,

Hier, gleich mal so, auf nüchternen Magen, mein nüchterner Text…“

Ich war gespannt, was jetzt gleich kommen würde.

 

„Nüchtern betrachtet ist Schamane werden wie ein sich in einen bodenlosen Abgrund stürzen. Alles schreit „das ist unvernünftig, das geht nicht gut“, aber Du erkennst währenddessen, dass Du fliegen kannst. Und Fliegen ist nun mal eine ziemlich ekstatische Angelegenheit. Und dann weißt Du plötzlich, dass Du nie wieder landen wirst, weil Fliegen Dein eigentliches Dasein ist.

Anders betrachtet:

Schamane werden ist wie ein Treiben auf einem stürmischen Ozean, während Du von einer unaufhaltsamen Kraft bei jedem Wellenberg und Wellental abwechselnd nach unten und nach oben gezogen wirst. Und Du musst das Stück Treibholz, an das Du Dich noch klammerst, schließlich loslassen, nur um zu erkennen, dass Du unter Wasser atmen kannst. Im selben Moment machen Dir die Unendlichkeit und Tiefe des Ozeans keine Angst mehr, weil Du jetzt selbst ein Teil davon bist.“

„Das war mal das Nüchterne“…so schrieb mir Katharina. Und es gefiel mir natürlich gut. Diese Betrachtungen zum Schamane Werden und Schamane Sein waren voll der Glut dessen, der dies vor kurzer Zeit am eigenen Leib erfahren und in der eigenen Seele gespürt hatte.

Mit kurzer Zeit meine ich hier, dass das Erlebnis der Einweihung und des Schamane Werdens  zwar schon ein paar Jahre vergangen aber eben in ihren Auswirkungen immer noch ganz frisch und gegenwärtig ist, als hätte es vor wenigen Tagen erst stattgefunden. Praktisch gesehen braucht es nach der Einweihung auch mindestens noch ein oder zwei Jahre, bis man die innere Veränderung in allen Bereichen des eigenen Daseins schließlich ganz realisiert hat.
Zehn Jahre später aber sähe alles vielleicht schon wieder ganz anders aus, wäre es vielleicht schon durch die verklärte Brille der späteren Betrachtung gesehen, und es bliebe dann wahrscheinlich nur noch das rein Ekstatische, die Freude am Erleben der eigenen Potentiale und die Kraft der Begegnung mit dem Spirit über.

Also war ich mit diesem ersten Teil des Textes wirklich schon hoch zufrieden.

Anschließend an diesen schönen Bericht setzte Katharina aber gleich noch einen zweiten Absatz drauf, der es ebenfalls ganz schön in sich hatte.
Ich will Ihnen diesen jetzt ganz ausnahmsweise auch nicht vorenthalten:

„Jetzt noch was ganz Anderes: Du hast mich doch vor einiger Zeit einmal gebeten, Dir ein bisschen Wolle mitzubringen, damit Du Deine Hochbeete gegen Schnecken schützen kannst. Ich hab bei meinem letzten Besuch bei Dir leider vergessen nachzuschauen, wie das Schaffell an den Hochbeeten befestigt werden soll. Und meine Schafe habe ich leider schon alle verkauft.


In Texing gibt es die Wollwerkstatt, wo alle Schafbauern aus der Umgebung ihre Wolle hinbringen. Die hätten auch unbehandelte Rohwolle. Ich kann dort auch einmal einfach zu den Öffnungszeiten hinschauen, sobald ich wieder bei Dir vorbeikomme. Aber ist das bei Dir jetzt nur die Wolle oder Wolle mit Haut?

Liebe Grüße

Katharina….“

Meine Antwort lautete sogleich:
Selbstverständlich geht es bei Schamanen immer um Wolle mit Haut, und meistens steckt auch noch ein verborgener Wolf darin.

Ich finde im Übrigen, dass der zweite Teil fast noch nüchterner ist als der Erste, obwohl ich glaube, dass ich jetzt bei dieser Botschaft vielleicht schon wieder irgendetwas ganz durcheinander gebracht haben dürfte.
Aber das macht nichts.
Außerdem habe ich ja mit diesem Text schon wieder etwas sehr Feines zum Geschenk erhalten.

Wolle mit Haut. Darin eingerollt: Der schamanische Wolf. Klingt doch einfach toll.

Die Bilder in diesem Beitrag zeigen die wunderschöne Frühlingsblüte in unserem Zentrum in Haag.