Der schamanische Leckerbissen bleibt salzig.

Das Salzamt des Lebens, Teil 2 

Ich habe mir wirklich an dieser Stelle ganz ernsthaft überlegt, ob die Fortsetzung des letzten Leckerbissens, der ja meinem Buch Essenz und Charakter entnommen war, Ihnen im Rahmen meiner schamanischen Zeitung wirklich zumutbar wäre. Schließlich beginnt er nicht nur mit langatmigen Erklärungen über das Salzamt, er setzt sich zwischendurch auch mit Skorpionen und Fröschen, neuen Schreibweisen für alte Wörter und meinen vielleicht gar nicht leicht durchsetzbaren aber unter Umständen durchaus berechtigten Ansprüchen auf das Salzkammergut als Privatbesitz auseinander. Dann schweift er noch dazu unvermittelt und ungeniert in die Politik ab und endet in einem mehr oder weniger fein geratenen Gedicht über unser nahendes Ende als Gesellschaft und Spezies. Viel weiter wollte ich beim Schreiben meines Buches ja auch nicht gehen. Inzwischen finde ich meine damalige Erregung zwar verständlich aber irgendwie doch auch ein wenig hart und ungeduldig formuliert.

Allerdings kommt auch Tante Clara in einer kleinen aber recht wichtigen Nebenrolle in diesem Text vor. Vielleicht sollte ich ihn deshalb doch ausnahmsweise aus den Tiefen meines Buches hervortreten lassen, und Sie trotz all seiner Widrigkeiten mit ihm zuerst einmal vertraut machen. Schlimmstenfalls können Sie ja mitten in der Lektüre Zuflucht zu heilsamen kathartischen Gefühlsausbrüchen nehmen oder sich mit Grauen vom Geschriebenen abwenden. Immerhin muss ich es aus Platzgründen wohl ohnehin in mehrere Teile zerlegen, sodass Sie noch genug Zeit haben werden, die eine oder andere Variante der Stressbewältigung zu wählen, bevor der nachfolgende Text tatsächlich an sein Ende kommen dürfte. 

Tante Clara, sieh von oben, mitten aus Deiner galaktischen Wolke, jetzt bitte genau her und beachte ganz besonders, wie sehr es mir am Herzen liegt, Dich trotz Deiner schmerzlichen Abwesenheit auf diesem verlassenen Planeten zu einer wahren Berühmtheit zu machen.
Sieh also des Weiteren bitte insbesondere vom Abwurf des bereits in lauernder Wartestellung befindlichen Kometen ab, der ja ohnehin eines fernen Tages wohl von selbst auf unsere Köpfe fallen dürfte. Danke.

 Lassen Sie uns nach diesem kurzen Stoßgebet an eine hoffentlich immer noch herzensgute Verwandte meinerseits jetzt in der Zeit ein wenig zurückreisen, mitten hinein in den ursprünglichen Text. Auch dieser beginnt seltsamer Weise mit einer Entschuldigung….

Es tut mir an dieser Stelle wirklich leid, dass ich Ihnen jetzt gleich eine in einander verschachtelte Wikipedia Erklärung zumuten werde müssen.

Doch ich kann gerade nicht anders.

Sie wissen ja, als der Skorpion, der auf dem Rücken eines Frosches einen Fluss überquerte, denselbigen Frosch mitten im Fluss stach, entgegen der Erwartung des unglücklichen amphibischen Tieres, das seinem Reiter noch entsetzt zurief: „Warum tust Du das, jetzt sterben wir ja beide!“, da antwortete der Skorpion nur lapidar: „Ich kann nicht anders.“

Ja, so ist das eben mit uns Spinnentieren.

Also, halten Sie sich einfach gut an Ihrem Sessel fest. Es folgt ein kleiner Einschub mitten hinein in die Salzamtsgeschichte.

Und dabei geht es uns natürlich um Bravour, die rühmliche Verwandte unseres ebenso rühmlichen Wortes Hervour.

Und wieder schlägt jetzt für uns Wikipedia mit erbarmungsloser Genauigkeit zu:

Bravour

Bravour beziehungsweise Bravur ist ein Lehnwort aus der französischen Sprache (bravoure), das auch im Italienischen mit gleicher Bedeutung (bravura) belegt ist. Das Wort bedeutete zunächst Tapferkeit und Beherztheit, vor allem im militärischen Bereich. Bei Soldaten verwendete man den Ausdruck für Schneid, Forschheit und Kühnheit wie in der Redewendung „mit großer Bravour kämpfen“.
Daneben bedeutet Bravour im übertragenen Sinne eine überragende Fertigkeit in einem Fachgebiet, ferner eine vollendete Meisterschaft oder meisterhafte Technik, wie in der Redewendung: „eine schwere Aufgabe mit Bravour lösen.“

Ja, darin können wir uns jetzt wiederfinden. Eine überragende Fertigkeit in einem Fachgebiet, ferner eine vollendete Meisterschaft oder meisterhafte Technik … und noch dazu: eine schwere Aufgabe mit Bravour lösen. Das entspricht uns wahren Schamanen doch in jeder Hinsicht einfach ganz genau….