Der schamanische Leckerbissen…..der Sie zwar nicht die Kunst des Vogelspielers lehrt, aber…

Nein, nein, nein, so geht das nicht. Das Huhn hat sich frecher Weise mit einem eigenen Leckerbissen in meine spannende Leckerbissen-Serie über den Vogelspieler hineingespielt, oder besser gesagt, hineingedrängt.

Der geplante Beitrag muss aber wohl einfach noch vor Jahreswechsel hier aufscheinen. Ich werde mir jetzt wohl dringend etwas überlegen müssen, um die ganze Ordnung meiner Zeitung noch zu retten, bevor etwa wieder Tohu Wa und ihr ganz besonderes Walten in der Zeitung überhand nehmen. Am besten schreibe ich meinen geplanten Leckerbissen jetzt ebenfalls und setze ihn an den Schluss der eingedrungenen Hühnerbissen, ich meine, des gestohlenen Hühnerleckerbissens. Ach, Sie wissen schon, was ich meine. Auf jeden Fall meine ich, dass das Meine auch ein solches bleiben sollte. Wie gesagt, so geht es einfach nicht.
Aus dieser Schweinerei muss eine andere werden, wie wir wissen.

Also werden wir, in diesem Fall aber wohl ich, –  also eben genau genommen ganz und gar nur ich selbst ohne die geringste Spur meines abhanden gekommenen personal assistant – , mit dieser eleganten und genialen Lösung des Dreifachleckerbissens hier wieder einmal Alles retten.

Das ist mein Schicksal, wenn Sie verstehen, was ich meine. Das Schicksal des Schamanen. Ununterbrochen rette ich irgendetwas.
Entweder die Zeitung, oder die Gesellschaft, oder die Vernunft vor sich selbst und ihren schrecklichen Auswirkungen, oder eben die Welt.
Ja, so bin ich. Als Retter unterwegs, und speziell zum Jahresende wird das Retten übermächtig.
Aber auch das geht vorbei, und spätestens im Jänner habe ich dann einen gewaltigen Rettungskater, welcher sich, aber auch das ist Ihnen ja inzwischen nicht mehr neu, wohl wieder gemeinsam mit dem üblichen Montagskater an mich anschleichen dürfte, um….

Aber lassen wir das lieber. Heben wir es uns einfach für später auf. Ich muss jetzt weitermachen, die Pflicht zur Rettung ruft. Lassen Sie mich also retten, damit auch Sie zu Weihnachten und danach nicht rettungslos im Ozean des Unvorhersehbaren treiben.
Obwohl Sie, wenn ich es jetzt recht bedenke, in diesem Ozean auf jeden Fall dahintreiben, denn das ist ja die ganze Weihnachtsüberraschung.

Wir treiben Alle im Unvorhersehbaren dahin, und genau darin liegt wohl unsere Stärke. Die Schamanen sehen das nur einfach genauer als der Mensch, der in seinem Alltag verhaftet ist, und selbst dann, wenn er im Unausweichlichen treibt, noch allerlei Unsinniges anstellt, um dem unausweichlichen Unvorhersehbaren doch noch zu entgehen.
Wir retten Sie also nicht vor dem Unvorhersehbaren, wir retten Sie wieder einmal nur vor sich selbst.

Der Vogelspieler oder das Geheimnis wahrer Zuverlässigkeit Teil 3

Magnetsinn dürfte ihm, dem Vogelspieler also, jedoch auch keiner anhaften, soweit ich mich erinnere.

Apropos Erinnerung. Ich glaube, es fällt mir jetzt gerade wieder ein:

Als Vogelspieler wurde ein Spieler, im Normalfall zumeist einer der gegnerischen Mannschaft, bezeichnet, dessen Spielkönnen sich als völlig unberechenbar herausstellte.

Die meiste Zeit über war der Vogelspieler ein relativ schwacher Gegner.

Schoss er aber den Vogel ab, oder ritt ihn der Vogel, oder wenn ihm der Vogel rannte oder wenn sein Vogel flog, oder wie immer das nun einmal hieß – daran kann ich mich beim besten Willen jetzt nicht mehr so genau erinnern – dann traf er jeden Ball und verwandelte sich ganz plötzlich in einen wahren Könner, einen Weltmeister in spe.

Gegen diesen plötzlich berserkerhaft verwandelten Gegner war kein Kraut gewachsen. Er riskierte die gewagtesten Schläge und traf einfach alles.

 

Vom Vogel nimmt er seine Kraft. Was er auch will er an sich rafft.

 

Die Wut seines plötzlich ohnmächtig dieser unfairen Steigerung des Könnens des Vogelspielers ausgesetzten Gegenspielers konnte sich im Lauf des Spieles nicht richtig entfalten, so dass etwas in demselben über blieb, was der Schleim genannt wurde.

Der plötzlich Unterlegene hatte also einen Schleim auf den Vogelspieler. Dieser Schleim, oder hochdeutsch: Zorn, auf den aus unerfindlichen Gründen plötzlich mehrere Klassen oberhalb seines eigentlichen Niveaus agierenden Gegner führte spätestens in der Garderobe zur Bezeichnung des vielleicht sogar siegreichen Feindes als eben eines solchen von mir oben beschriebenen Wesens, also als eines Vogelspielers.

Riss dem Vogelspieler jedoch die Serie seiner Erfolge schon während des Matches ab, so konnte er sich seiner charakteristischen Namensgebung in der Garderobe ebenfalls sicher sein.

Diese enthielt dann jedoch einen zusätzlichen leicht höhnisch-abwertenden Unterton.

Moment, das Abwertende war bei dieser Bezeichnung eigentlich immer irgendwie ein wesentlicher Teil der ganzen Angelegenheit.

Sie sehen erstens daran, dass Sport den Charakter bildet.

Zweitens ist der Vogelspieler eben das Maß des Unberechenbaren und somit auch des irgendwie Unzuverlässigen.

Die unglaublichen spielerischen Tricks des Vogelspielers sind inzwischen längst Legende. Man weiß eben nie, wann seine große Stunde schlägt und wann er in der Mittelmäßigkeit seines normalen Leistungsniveaus verharrt.

Mit Leichtigkeit schlägt er den Ball. In Trance scheint er jedes Mal ganz mühelos zum Sieg zu schreiten. Sein Ruf wird sich jedoch verbreiten und ihm den Spaß am Sieg vergällen. Schnell wie der Wind die Fama fliegt. Ihr dumpfer Laut wird ihn noch quälen, wenn nachts im Bett er schlummernd liegt.

Ich möchte an dieser Stelle natürlich eine Lanze für den Vogelspieler brechen und mich einmal aus ganzem Herzen seiner, des Vogelspielers, schweren Loses hier annehmen.

Es liegt doch nicht in seiner Schuld, dass er nur hie und da über sich selbst hinauswächst.

Wahrscheinlich hat ihn das Universum genau so geschaffen, wie wir ihn jetzt vor uns sehen.

Okay, ich weiß, der Ärger über ihn beruht einzig und allein auf der Tatsache, dass er offensichtlich jene Regeln des vernunftbegabten Spielers nicht einhält, die besagt, dass das Risiko eines versuchten Schlages in irgendeiner vernünftigen Relation zu der Aussicht auf dessen erfolgreiche Durchführung stehen müsste.

Und normaler Weise scheitert er ja auch heroisch an dieser Bürde seiner selbstauferlegten Unvernunft.

Nur zwischendurch, wenn ihn Fortuna küsst, dann tritt unversehens sein wahres wenn auch nicht stetiges Ballgenie aus dem Reich der Schatten hervour (hervour steht hier im Übrigen in der von mir eingeführten neuen und genialen Schreibweise, es handelt sich also an dieser Stelle keinesfalls um einen Rechtschreibfehler) und macht seinen armseligen, weil noch der schnöden Vernunft verhafteten, Gegnern klar, dass die Welt eben ein durch und durch magischer Ort ist. Oder dass sie es zumindest potenziell jederzeit sein kann.

Diese, nämlich seine Gegner, können das einfach nicht leiden.

Das Spiel des Vogelspielers zerstört nämlich auf subtile Weise ihren Glauben an die Objektkonstanz, den sie sich mühsam in den ersten Jahren ihres Lebens erworben haben.

Es wirft die Gesetze der Physik und der Wahrscheinlichkeit aus der Bahn.

Okay, das tun wir Schamanen natürlich auch.

Aber gegen uns müssen Sie ja zumeist nicht Tischtennis spielen.

Das ist somit wirklich etwas ganz anderes.

Beim Spiel hört sich ja nun der Spaß wohl wirklich auf.

Übrigens wurden bereits unzählige intensive Anstrengungen unternommen, um das Geheimnis des Vogelspielerkönnens zu lüften und es als Geschenk der gesamten Menschheit oder auch nur der eigenen Nationalmannschaft in jeglicher nur denkbaren Sportart zu Nutze zu machen.

Leider blieb der Erfolg dieser Bemühungen jedoch stets aus.

Was die Suche nach dem Geheimnis des Unberechenbaren noch erschwert ist die Tatsache, dass der Vogelspieler selbst auch wirklich keine Ahnung hat, warum er manchmal plötzlich so über sich hinauswächst und später dann wieder nicht.

Keine Ahnung hat er davon.

Die unglaublichen sportlichen Leistungen der belgischen Radfahrer, welche eine Zeitlang zur Hoffnung Anlass gaben, das Geheimnis des Vogelspielermodus sei bereits gelüftet worden, stellten sich relativ schnell als Nebeneffekt neuer und leider wieder unerlaubter Dopingmittel heraus.

Das historische Vorbild des Vogelspielers, der Berserker, soll übrigens ebenfalls leicht berauscht und ansonsten einfach völlig todesverachtender Natur gewesen sein.

Die wesentliche Erkenntnis, die Sie nun dem von Ihnen unter Aufbringung aller vorhandener Tapferkeit gelesenen Textes entnehmen können, ist diese: Wir, die schamanischen Rebellen vom Liang Shan Do, sind niemals nie und nimmer Vogelspieler. Wir wissen einfach immer was wir tun. Genau das macht uns dann auch so unglaublich effizient und erfolgreich.

Und Sie, ja Sie alle, verehrte Leserinnen und Leser, dürfen sich, wenn Sie uns noch nicht kennen sollten, auf den schier endlosen Marsch durch die gefährlichen unberechenbaren Dünen des Wüstenplaneten begeben, um endlich unsere nahezu uneinnehmbare Festung direkt am Ufer eines magischen Sees in aller Pracht vor sich liegen zu sehen.

Hier die berühmte Schauerwüste, bei deren Betreten dem einsamen Wanderer bereits die ersten Schauer des Entsetzens über den noch gar nicht wirklich müden Rücken wandern.

Kurz danach erblicken Sie unsere Festung des Glücks.

Nun ja, das ist natürlich noch nicht unsere eigentliche Festung des Glücks sondern nur ein ganz schwacher Abklatsch davon, hierher verbannt, um Sie jetzt im Vorfeld schon einmal recht gierig auf das später noch folgende eigentlich Wahre zu machen.

Sie dürfen die unzähligen Stufen zum glänzenden Portal dieses Schlosses hinaufsteigen und direkt mit dem schweren Ring aus mit Blei gefülltem Messing an das eichenbewehrte Tor unserer königlichen Behausung schlagen.

Dann wird ein Jubelschrei aus höchster Höhe und tiefster Tiefe gleichzeitig ertönen und Ihre Ohrmuscheln zum Klirren bringen.

Sie werden endlich erfolgreich im Paradies der sofort erfüllten Wünsche und der stets erhörten Seufzer angekommen sein.

Was wollen Sie denn dann noch mehr?
Nein, ich glaube ich habe mich wohl jetzt verhört.
Sagen Sie das bitte einfach noch einmal.

Gut, dass Sie so bescheiden sind.
Ja, das lässt sich vielleicht machen.

Sie wollen also nur das Geheimnis des Vogelspielers erlernen.

Na, wenn es nichts weiter ist.
Kommen Sie nur herein.
Setzen Sie sich gleich hier vorn auf den Stuhl der erleuchteten Einfalt.
Legen Sie ruhig schon die Ohren an.

So etwas Einfaches wie den Vogelspielertrick bringen wir Ihnen heute noch vor dem Abendessen wohl ganz locker bei.

Der Jaguar ist hier ihr Sitz. Er führt Sie durch den Ritz der Welten ins Land wo andere Regeln gelten für das was wirklich ist und wahr. Dort scheint die Sonne immerdar. Ein Meter fast zwei Meilen misst. Sie brauchen sich nicht zu beeilen. Wer früher geht kommt an dort später.