Die Sendung mit dem Hu(h)n(d), Klappe 17 und 18…oder doch nur 17?

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund ließ mein menschlicher Schamanenbegleiter die 17. Sendung mit mir entfallen.

Das gefällt mir keinesfalls.

Kurz dachte ich schon gar, dass Smeralda vielleicht ohne mir etwas zu sagen ihren Namen gewechselt hätte. Sie wissen ja: Sobald sie das macht, ändert sich die gesamte Realität und Geschichte augenblicklich, und weder Sie noch ich werden uns dann daran erinnern können, schon einmal miteinander gesprochen zu haben. Allerdings werde ich mir als schlaues Huhn nur wenig später mithilfe des uns Hühnervögeln innewohnenden siebenten Sinns des Sinnzusammenhangs und unter Beachtung intuitiver und mathematisch-logischer Regeln für Weltverschiebungs- und Weltneuzusammensetzungsfaktoren ein ziemlich deutliches und klares Bild des verflossenen Universums machen können, in welchem wir uns im Übrigen gerade jetzt noch befinden. Sie hingegen werden einfach glauben, alles sei immer schon so gewesen, wie es eben dann ganz ohne Vorwarnung plötzlich sein wird.

Bei Menschen herrscht eben ein tiefer Sinn für Objekt- und Ereigniskonstanz vor, den Sie selbst mit besten Absichten und vollstem Willen einfach nicht ablegen können.

Dafür können Sie aber nun einmal nichts, so viel ist klar. Höchstens könnte ich, ein meisterlich schamanisch gebildetes und wissendes Huhn, an dieser Stelle vielleicht vorwerfen, dass Sie meinen ungebildeten und sinnentleert vor sich hin bellenden Schriftstellerkollegen, dem Hund, immer wieder auf unartigste Weise ihr gewogenes Ohr leihen.

Eigentlich würde ich mir ja von einer halbwegs orientierten Person wie meinem Durchschnittsleser schon erwarten, dass er kreischend und mit vor Ekel verzerrtem Gesicht diese Rubrik sofort verlässt, sobald ihm auffällt, dass wieder einmal der Hund hier das Kommando über die Sendung übernommen hat

Tatsächlich übernimmt er dieses nie. Ich lasse ihn nur einfach in einem Akt wahrer hühnerlicher Großzügigkeit in diesem Glauben und spare mir die intensiven Momente meines schamanisch-kosmischen Lehrens für das nächste Mal auf. Das macht ja auch Sie, den wissbegierigen Durchschnittleser meiner Rubrik, nur umso wissbegieriger.

Mit Durchschnittsleser meine ich hier, nebenbei gesagt, keinesfalls etwa etwas Abfälliges oder Abwertendes. Sie, mein Durchschnittsleser, sind vielmehr hochintelligent, geistig überaus beweglich und mit einer raschen Auffassungsgabe gesegnet. All diese guten Eigenschaften versetzen Sie ja überhaupt erst in die vorzügliche Lage, meinem Blog einigermaßen erfolgreich folgen zu können.

Durchschnittsleser ist hier also einfach als großes Kompliment zu verstehen.

Die Durchschnittsleser des Hundes hingegen kann ich mir beim besten Willen nicht einmal ansatzweise vorstellen. Wahrscheinlich schnüffeln die bloß an dem Text herum, den er Ihnen wieder einmal aus irgendeinem tiefen Loch neben seiner Hundehütte ausgräbt und tun dann kopfschüttelnd und weise nickend so, als hätten sie auf einmal etwas ganz Bedeutendes direkt aus der Tiefe des universellen Wissens erfasst. Doch diese Tiefe ist, entsprechend den Löchern, welche sich um die Behausung des Hundes herum ausbreiten, soweit ich sehen kann höchstens einmal drei Meter tief. Die Tiefe ist drei Meter tief…..das gefällt mir. Allerdings verstehe ich immer noch nicht, warum Sie, meine vorzüglichen, hochgebildeten und hühnerfolgenden Durchschnittsleser der Rubrik des Hundes ebenfalls bisweilen ganz aufmerksam folgen. Was immer der tiefere Grund dafür nun sein mag, es, das undifferenzierte Folgen seiner hündischen Lesespur, spricht auf alle Fälle nicht für Sie.

Ich werde aber für diesmal ein Auge zudrücken und darüber hinwegsehen, weil es ja wohl unter der Würde eines edlen adlergleichen Huhnes wie mir ist, sich über eine solche Lappalie noch länger aufzuregen.

Genau genommen ist hier die siebzehnte Sendung auch schon zu Ende. Klappe 17 fällt, und Sie sind jetzt wahrscheinlich noch nicht einmal ein wenig klüger als zuvor. Selber schuld, sage ich nur, hätten Sie doch einfach nicht dem Hund zugehört oder seine Botschaft gar so andächtig von seinen haarigen Lippen abgelesen. Dann hätte ich mich nicht aufgeregt sondern Ihnen statt dessen einfach viel mehr über das wunderbare Universum erzählen können, in welchem wir uns gerade noch befinden.

Ach ja, die Klappe 18 wurde jetzt aus mir unerfindlichen Gründen doch von der Klappe 17 getrennt, die hiermit endgültig fällt.

Aber nur keine Sorge! Gleich danach geht’s hier mit Klappe 18 weiter.