Die Sendung mit dem Hu(h)n(d), Klappe 21 und 22, zugleich auch der schamanische Leckerbissen des Huhns…

Ha, das kann ich wohl auch. Und sogar noch besser. Wenn dieser Mensch jetzt glaubt, er könne hier ungestraft einen Text über Vögel zitieren, ohne mich, sein magisch-schamanisches Meisterhuhn, auch nur irgendwie mit einzubeziehen, hat er sich eben wieder einmal geirrt.

Ich lasse mir so etwas bekanntlich nicht gefallen, nein, ganz und gar nicht, ich habe vielmehr beschlossen, jetzt zurückzuschlagen. Ich schlage nicht nur, ich halte mich auch. Genauer gesagt halte ich mich jetzt einfach nicht mehr zurück. Deshalb habe ich sofort in einer heimlichen mein angestammtes Hühnerrevier verlassen und bin kühn und unaufhaltsam in die weite virtuelle Welt der gesamten Ihnen hier vorliegenden Zeitung eingedrungen. Ja, aus seinem nächsten Leckerbissen habe ich inzwischen die neue Sendung mit dem Hu(h)n(d) gemacht.

Damit es sich aber gleich auszahlt, mache ich aus dem ganzen Raubüberfall gleich eine Doppelnummer meiner Sendung mit dem Hu(h)n(d).

Wobei der Hund aufgrund seines übertriebenen Pflichtgefühls diesmal leider gar nicht vorkommt, der würde mich ohnehin nur verraten und verbellen. Allerdings gibt es eine kleine Schwierigkeit beim Raub des Artikels, welchen ich jetzt zu meinem Hühnerleckerbissen machen will. Der Mensch schreibt darin nämlich andauernd an seine Tante Clara und empfängt auch noch Briefe von ihr. Aber ich habe eine kluge Entscheidung getroffen und kann dieses Hindernis inzwischen ganz locker aus der Welt schaffen. Ich tue jetzt einfach so, als wäre Tante Clara auch meine Tante, ja, extra für Sie tue ich so, auch wenn meine Tante in Wirklichkeit ganz anders heißt. Wie sie aber heißt erzähle ich Ihnen hier nicht, weil, wie Sie ja schon wissen, den Hühnervogelnamen ganz besondere magische Kraft zukommt, und ich will hier schließlich nicht gleich alles auf den Kopf stellen, nur damit Sie Ihre völlig unangebrachte Neugier in Bezug auf andere und der Ihren deutlich überlegene Lebensformen wieder einmal befriedigen können. Nein, vergessen Sie meine Tante zunächst einmal wieder. Sie heißt hier für Sie und mich jetzt einfach Clara und hat mir gerade eben einen Brief geschrieben, auf den ich hier gleich antworten werde. 

Dieses Bild sieht nur ähnlich aus wie das Beitragsbild oben, ist aber keinesfalls dasselbe.

Warum wir Schamanen den Sommer im Winter feiern, die Nacht zum Tage machen und überhaupt alles am Liebsten verrückt auf dem Kopf stehen lassen.

Liebe Tante Clara!

Danke für Deine mitfühlenden Zeilen. Ich finde sie dichterisch natürlich auch sehr wertvoll, umso mehr als sie von Dir, meiner Lieblingstante, kommen.

Trotzdem muss ich an dieser Stelle zwei kleine Einwände vorbringen, die gegen ihre unkommentierte Veröffentlichung sprechen.

Ich darf, damit unser Leser auch weiß worum es geht, Deine andächtigen Zeilen hier einmal kurz wundervoll wiederholen, ich meinte jetzt natürlich, ich darf hier einmal Deine wundervollen Zeilen kurz andächtig wiederholen.

Du schriebst also:

Tja, so schnell kann´s gehen.

Kaum schreibt man unbedacht,

wird eine Türe zugemacht.

Doch der Vorteil ist:

Auch wenn es draußen stürmt und schneit

versüßen wir euch die Weihnachtszeit

mit einem schönen Sommergruß

und Blogs die man wohl lesen muss.

Landschaft im März.

Liebe Tante Clara!

Hier nun meine Einwände.

  1. Schamanen schreiben nie unbedacht.

Sie schreiben immer genau das, was sie wollen und das dazu noch immer genau dann, wenn die Zeit dafür reif ist.

Das wissen wir als stets cineastisch informierte Zeitgenossen im Übrigen schon von ihren Verwandten, den Zauberern. Genau so wird diese unbestreitbare Tatsache nämlich beispielsweise schon von Gandalf dem Grauen in „Herr der Ringe“, am Anfang des ersten Teils der Trilogie, wirklich zutiefst zutreffend bemerkt.

  1.  Und dann der Satz: Wenn es draußen stürmt und schneit, versüßen wir Euch die Weihnachtszeit: Der ist völlig unrealistisch, Tantchen.

Das passiert nun mal nicht. Ich meine, es wird zu Weihnachten nicht schneien.

Nicht dass ich es nicht erhoffen könnte. Ja, Hoffnung gibt es. Hoffentlich also schneit es endlich einmal zu Weihnachten. Normaler Weise schneit es ausgerechnet dann nämlich nicht.

Es kann das ganze Jahr über schneien, speziell im Hochgebirge. Wir schamanischen Bergwanderer wissen das.

Frischer Schnee im Juli in den Alpen ist ja wirklich zumeist kein Vergnügen. Aber zu Weihnachten, wenn das ganze vom unglaublichen Weihnachtsstress bis auf seine Grundfesten durchgerüttelte österreichische Volk wirklich ganz begierig auf Schnee wartet, ja genau dann schneit es eben nicht.

Prinzipiell nicht. Oder jedenfalls so gut wie nie.

Ich glaube ja, das liegt daran, dass wir die guten alten heidnischen Bedeutungen von Weihnachten und den Raunächten vergessen und verdrängt haben. 

Weil wir sie (gemeint: die schamanische und heidnische Bedeutung von Weihnachten und Raunächten) durch die inzwischen unauffällig gewordene gedankliche Diktatur der Kirche in der Versenkung verschwinden ließen.

Ich meine, wir haben das zugelassen, so über die letzten paar Jahrhunderte hinweg.

Und der Lohn ist: Weihnachten findet schneelos statt.

Mutter Erde ist einfach nicht bereit, uns Schnee zu schicken. Rechtzeitig zu Weihnachten, meine ich.

Das wiederum liegt jetzt natürlich an Frau Holle.

Die müsste, wie wir ja aus dem Märchen wissen, nur ordentlich die Polster und Decken ausbeuteln, und schon käme der Weihnachtsschnee.

Aber sie tut es nicht. Sie ist nämlich, wie ich vermute, durch die ganze mythische Geschichtsfälschung ein wenig beleidigt worden.

Jetzt sitzt sie in ihrer Ecke und schmollt.

Frau Holle ist ursprünglich so etwas wie die mystische Mischung der Großen Göttin, unserer schamanischen Urmutter, die wir hier im Nagual-Schamanismus gern unter ihrem Kosenamen Mammi Schamammi verehren, mit der germanischen Unterwelts- und Todesgöttin Hel.

Und für eine anständige wilde Unterweltstodesgöttin gehört es sich nun einmal, beachtet, verehrt und ein klein wenig auch gefürchtet zu werden.

Hel ist aber im kitschigen Kunst-Weihnachtsschnee des Christentums untergegangen. Zur Strafe beschneit uns Frau Holle nicht.

Pech gehabt. Aber das ist nun einmal die schnöde Wirklichkeit, die wir uns durch unsere Unachtsamkeit geschaffen haben. Wirklich.

Also können wir nicht schreiben: Wenn es stürmt und schneit.

Wenn es regnet und kalter Wind bläst wäre wohl okay.

Oder auch: Weihnachten im Grünen wird Euch auch dieses Jahr an den Sommer erinnern und umso lieber könnt Ihr dann unseren sechsteiligen spannenden sommerlichen Blog genießen.

Ja, das könnten wir wohl so oder so ähnlich veröffentlichen, ohne uns als weihnachtlich völlig falsch liegende schamanische Wetterpropheten lächerlich zu machen.

Schamanen irren sich übrigens auch nie mit dem Wetter. Sie machen es.

Nun gut, von dieser Werbung in Sache schamanischer Magie einmal abgesehen, sollten wir jedenfalls nicht zu tief in das schwierige Wetterthema eintauchen.

Also bitte hier nicht nur über das Wetter reden.

Wenn Schamanen Wetter machen gibt es manchmal nichts zu lachen. Zuweilen, wenn wir plötzlich irren, kann auch das Wetter sich verwirren.

Trotz dieses alten schamanischen Spruches sind wir nicht für die in letzter Zeit gehäuft auftretenden Extremwetterlagen verantwortlich. Falls es, wie neuerdings in einem kleinen Dorf in Amerika mit dem Namen Woschington behauptet wird, keine Klimaerwärmung geben sollte, stehen wir wahrscheinlich knapp vor dem natürlichen Einsetzen der nächsten Eiszeit, die sich, bevor sie zuschlägt, noch kurz und unauffällig hinter einem unheimlichen Wärmeschild zu verbergen sucht.

Bist Du noch hier, Tantchen? Du bist gerade so schweigsam geworden…..

An dieser Stelle möchte ich die Tante, also meine Leihtante Clara, aber wieder verlassen. Man muss die Identifikation mit menschlichen Leitgedanken als edles Huhn ja keinesfalls übertreiben. Mir persönlich liegt im Übrigen am Schnee zu Weihnachten wirklich gar nichts. Schnee ist dieses unangenehme weiße Etwas, das selbst ein wirklich tüchtiges Huhn mit scharfen Adleraugen vor allem daran hindern kann, mühelos Körner und dergleichen mehr Leckerbissen zu finden.

Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, der Nachsatz, den ich gerade hier wieder gefunden habe, auch gut in meinen geraubten Text passt. Es geht zwar zunächst um hässliche menschliche Politik, aber dann findet der Text doch gleich wieder zum Wetter zurück.

Lassen Sie uns, die wir hier im Sumpf der politisch Unanständigen zurückgeblieben sind, also in Ruhe die Weihnachtszeit genießen.

Das Volk hat immer Recht.

Hoffentlich.

Falls nicht, werden wir ja wohl ohnehin bald unser blaues Wunder erleben.

Dann können wir nur noch hoffen, dass uns Frau Holle gnädig ist und Österreich völlig zuschneit.
Ungefähr 80 Meter Schneedecke müssten jedenfalls reichen, um dem rechtsextremen Virus im Bereich der Alpen endgültig den Garaus zu machen.

Ich bastle jetzt schon an meiner zukünftigen Schneehöhle und wünsche Ihnen zuvor noch schöne schamanische Weihnachten.

Diesem Wunsch nach schamanischen Weihnachten kann ich mich als Meisterhuhn natürlich nur anschließen. Vergessen Sie aber bitte Ihre Hausaufgaben nicht. Sie sollten doch, soweit ich mir erinnere, Ihren eigenen Tagesablauf einmal ganz konzentriert betrachten, um das herauszufinden, was Ihnen sonst ganz einfach entginge. Gerade zu Weihnachten wird das Entgangene wohl ins Unglaubliche angewachsen sein, weil dieses Fest Sie ja bekanntlich auf Grund seiner vielen seltsamen Begleitumstände immer wieder erfolgreich und ausdauernd ablenkt.

Na, sehen Sie, was sagte ich gerade. Es läutet. Sie sind abgelenkt worden, denken an die Bescherung und an Alles was Sie davon abhält, in den sonnigen Süden zu fliehen. Reinste Ablenkung, nicht mehr und nicht weniger. Reißen Sie sich also jetzt besser erst einmal zusammen oder am Riemen, so Sie einen besitzen. Wir wissen doch, wie es weitergeht. Weihnachten kommt, schneefrei natürlich, und der sonnige Süden lacht Ihnen zu, obwohl Sie diesen wohl erst im Sommer genießen werden können. Bleiben Sie also besser weihnachtlich entspannt. Sie werden schon sehen. Oder eben nicht. Darin liegt jetzt wohl die gesamte menschliche Weihnachtsüberraschung.