RedHOTAction   3 – 15

Ja, der März ist schon ein bisschen früher gekommen, als ich es jetzt erwartet hätte. Eigentlich war er dieses Jahr erst eine Woche später vorgesehen als üblich. So war es jedenfalls zwischen uns abgesprochen.

Leider hielt er sich nicht an unsere heimliche Abmachung. 

Das lässt mich jetzt zeitungsmäßig ein bisschen unachtsam aussehen.

Natürlich ist das reine März-Absicht.

Dem März kann man eben nicht immer ganz vertrauen.

Wenn Sie mir in dieser Hinsicht jetzt etwa nicht glauben sollten, sehen Sie sich doch bitte nur wieder einmal das Wetter an. Da stimmt doch etwas ganz und gar nicht, nicht wahr?

Davon einmal abgesehen, liegt es ohnehin eher am Februar. Nicht am Februar als solchen, aber an der intensiven schamanischen Tätigkeit, welche sich aufdringlich aber unaufhaltsam in den Vordergrund meiner Aufmerksamkeit drängte.

Da fand nämlich gerade so einiges statt.

Ein intensives Trancewochenende beispielsweise, welches der weißen Trance gewidmet war. Die Farben beziehen sich dabei auch auf Kraftpfeile, welche bestimmte Aspekte des Spirits verkörpern und nicht nur aber auch während der Trance eine ganz spezielle Heilkraft entfalten.

Weiß steht für die Kraft des ersten Augenblicks, für den Beginn in aller Unschuld, für den Anfängergeist, für die Bereitschaft, sich von neuem und wieder mit allen Sinnen und allen Kräften dem Spirit und seinem Ruf hinzugeben.

Etwas später fand dann unsere zweitägige Winterfeenwanderung statt. Dabei ging es um magische Ebenen, auf denen wir als immer tiefer Eingeweihte den Feen zu begegnen vermögen. Mehr kann ich jetzt leider auf Grund von Zeitmangel und aus Platzgründen hier darüber nicht sagen. Ekstatisch und wundersam war es jedenfalls, und die Natur zeigte sich für uns Schamanen von ihrer allerschönsten Seite.

Vergessen Sie die Ausreden. Platzgründe und Zeitmangel sind natürlich nicht der Grund für meine Verschwiegenheit bezüglich des geheimen Feenrituals. Das haben Sie aber inzwischen ohnehin schon selbst vermutet, wie ich annehme.

Jedenfalls ist es, natürlich nur aus Zeitmangel und Platzgründen, geschehen, dass sich ganze Teile der Februarzeitung jetzt in den viel zu früh eingetretenen März verirrten. Das wird nicht wieder vorkommen, zumindest nicht dieses Jahr, weil ja erstens nur einmal pro Jahr März ist, und zweitens werde ich, falls es sich in einem anderen Monat wieder ereignen sollte, mich eben von neuem bei Ihnen entschuldigen.

Obwohl ich, wie ich zugeben muss, ja keinesfalls ein irgendwie schlechtes Gewissen vorweisen könnte. Denn schließlich hat die konkrete schamanische Arbeit bisweilen Vorrang vor der virtuellen.

Andererseits ist jetzt im März die intensive schamanische Zeit keinesfalls vorbei. Sie könnten, so Sie wollten, beispielsweise jede Woche an unseren Ekstasetanzabenden in Wien teilnehmen und das Monat mit einer all Ihre Ekstase-Erfahrungen würdig krönenden Trance beschließen.

Diese wird dann dem orangeroten Kraftpfeil gewidmet sein.

Unsere Visions-Kraft-Schwitzhütte findet diesmal allerdings zu früh für Sie statt. Wir werden dem Mythos und seinen Kräften diesmal wahrscheinlich noch ohne Sie begegnen.

Insofern hätte der März schon etwas besser für Sie sorgen sollen. Sie hätten ihm sicherlich zugehört, hätte er nur rechtzeitig davon gesprochen, dass er Ihnen die Teilnahme an unserer nur einmal jährlich stattfindenden Schwitzhütte ans Herz legen wollte. Kraft schnuppern, Ekstase pur erleben, Reinigung von Körper, Geist und Seele, ein Atem mit dem Kosmos werden, für einen grenzenlosen Augenblick der Eigentlichkeit in der Unendlichkeit versinken, die wir versunken in uns tragen.

Für die Teilnahme an der Schwitzhütte setzen wir jedoch eine Begegnung mit Ihnen an einem anderen Workshop voraus, damit wir Sie klar und tief in das magische Feld, welches sich während der Schwitzhütte auftut, integrieren können.

Keine Angst. Nach der Schwitzhütte können Sie selbstverständlich in Ihr Alltagsleben zurückkehren. Sie werden weder zum Schamanen noch zum Magier, wenn Sie nicht aus ganzem Sein diesem Ruf ohnehin folgen wollen. Aber Sie können sich mit Kraft, Vitalität und reinstem Selbstgefühl aufladen, wenn Sie unsere Veranstaltungen nur für Ihr persönliches Wohlergehen besuchen und zudem eine Menge über Magie, Ekstase, sich selbst und das Universum erfahren.

Inzwischen kehre ich geistig an meinen Schreibtisch zurück, überlasse mich dem sanften Fluss der Magie, welcher sich auch ins Virtuelle ergießen kann, und achte dabei beständig darauf, nicht in allzu heftiges schamanisches Frohlocken zu verfallen.

Dafür besteht natürlich nur insofern Anlass, als dass wir Schamanen eben beständig ganz nahe an Ekstase und Frohlocken arbeiten und leben dürfen.

Der März alleine hätte mich, obwohl ich ihn als Übergang zu dem von mir ja immerzu heißgeliebten Frühsommer stets herzlich begrüße, wegen seiner beständigen Unpünktlichkeit nicht sofort zum Frohlocken verleitet.

Aber das kann sich ja, wie eigentlich alles, immer wieder zum Positiven wandeln.

Vergessen Sie bitte nur nicht, mir rechtzeitig einen passenden und willigen personal assistant zu schicken, damit mir mehr Zeit für das andere Wesentliche bleibt, welches ich sonst dem eigentlichen Wesentlichen immer wieder einmal unterordnen muss.

Ich hoffe jedenfalls sehr, der März geht jetzt wirklich sofort ganz gründlich in sich und bessert sich charakterlich noch einmal ganz gewaltig bis zu seinem nächsten freudigen Erscheinen.

Die Fotos zu diesem Beitrag entstammen dem Wochenendworkshop mit unserer weißen Trance.