Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – das Heilige und das Profane. Teil 5

Mit unserer Fähigkeit, die Kunst magischer schamanischer Wahrnehmung zu betreiben, tritt auch das Nagual, das Unfassbare als Phänomen in die von uns erfahrbare Wirklichkeit ein.

Wie sagten wir schon im vorhergehenden Teil des Blogs:

Schamanisch betrachtet ist die Welt demnach vielleicht vor allem ein reiner magischer Fluss, der uns direkt aus dem Fassbaren zurück ins Unfassbare führt, aus dem wir kommen, wir, Sternenstaub aber auch Staub des Nagual, der unfassbaren Dichte der Welt. 

Die Sache mit dem Sternenstaub hätten wir inzwischen ja wohl ausreichend geklärt.

Was aber soll hier mit Staub des Nagual gemeint sein?

Bei diesem Begriff ist dem Autor und Schamanen wahrscheinlich seine romantische Ader in den Weg gekommen und hat ihn von einer nüchternen Beschreibung desselben abgehalten.

Das wäre jetzt zumindest eine mögliche Interpretation dieses Begriffes.

Der Staub des Nagual. Ich finde, dass der Begriff ein wenig vom Gefühl dessen wiedergibt, was uns bei der Begegnung mit dem Nagual, also dem Unfassbaren, erwarten kann.

Wir sind, gemessen an der nicht nur physikalischen Wirklichkeit des magischen Kosmos, Staubkörner in der Unendlichkeit von Raum und Zeit, aber wir sind auch jener magische Staub, der aus dem Nagual kommend, dieses wieder zu erkennen imstande ist.

Erkennen bedeutet hier jedoch nicht erfassen. Denn das Unfassbare bleibt beständig unfassbar, wie ja schon sein Name sagt.

Der magische Fluss der Welt führt uns über unsere Wahrnehmung des Unfassbaren aus dem Fassbaren hinaus, und genau in diesen Bereich des Unfassbaren hinein, in dem tiefere Magie zu Hause ist.

Wir kehren also mit dem Nagual in unseren eigentlichen Ursprung zurück. Das ist klar, wenn wir über magische Wahrnehmung als Ausgangspunkt unserer Sicht der Welt sprechen. Doch auch in spiritueller Hinsicht wird es verständlich, wenn wir uns das Nagual, das Unfassbare, als unfassbares Gesicht des Kosmos, als unfassbare Seite der Kraft vorstellen. In diesem Moment werden magische und spirituelle Wahrnehmung eins.

Ich glaube, wir sind jetzt gerade wieder soweit, dass uns eine kleine Definition der Begriffe aus der Konzentration auf das Spirituelle in die Leichtigkeit der Ablenkung führen sollte.

Der Begriff, dem ich mich hier gern zuwenden möchte ist nun ganz einfach aber doch sehr bedeutungsvoll. Er lautet nämlich heimlich.

Diesen Begriff finden wir unter anderem in Wiktionary wirklich nett beschrieben:

heimlich 

Bedeutungen:
im Verborgenen, ohne das Wissen anderer
 

Herkunft:

mittelhochdeutsch heim(e)lich „vertraut, einheimisch“, belegt seit dem 11. Jahrhundert 

Synonyme:

versteckt, geheim, verborgen, klammheimlich 

Gegenwörter:

öffentlich, offensichtlich

Beispiele:

Während der Arbeit benutzte Matthias heimlich das Internet.
Die heimliche Affäre des Präsidenten wurde nun doch öffentlich.

„1933 setzt der Senat fünfzehn Jahren heimlicher Trinkerei ein Ende und legalisiert den Alkoholkonsum wieder.“ 

Vor allem der letzte Satz gefällt mir hier aus irgendeinem nicht näher definierbaren Grund.

Ich verbinde.

Die fünfzehn Jahre heimlicher Trinkerei wurden nach einer heimlichen Affäre des Präsidenten nunmehr öffentlich und von Matthias während seiner Arbeit heimlich ins Internet gestellt.

So etwas kennen wir ja bereits aus dem realen politischen Weltgeschehen. Matthias, dem zu begegnen ich im Übrigen noch nicht das Vergnügen besaß, war offenbar ein Whistleblower erster Güte.

Ein Whistleblower (im deutschen Sprachraum zunehmend auch Hinweisgeber, Enthüller oder Skandalaufdecker) ist eine Person, die für die Allgemeinheit wichtige Informationen aus einem geheimen oder geschützten Zusammenhang an die Öffentlichkeit bringt.

Quelle: Wikipedia. Schon wieder.

In diesem Sinne wäre ich nun eigentlich als Schamane, der Ihnen ein paar der magischen Geheimnisse des Kosmos enthüllt, offenbar ebenfalls ein Whistleblower. Die Informationen sind für die Allgemeinheit wichtig, wenn auch noch nicht allzu viele Leute das erkennen mögen. Sie sind geheim und schützen sich selbst durch ihre Eigenart.

Hinweisgeber und Enthüller treffen somit ebenfalls zu.

Allerdings kann ich mich schamanisch betrachtet beim besten Willen nicht wirklich als Skandalaufdecker bezeichnen. Falls letztere Eigenschaft also eine notwendige Voraussetzung für die Anerkennung als Whistleblower darstellen sollte, muss ich wohl auf dieselbe vorerst ganz verzichten.

Der Schamane bewegt sich zeitweise im Bereich des Heiligen und verlässt somit scheinbar die Welt des Profanen.

Profan soll hier soviel bedeuten wie weltlich, gewöhnlich, alltäglich, irdisch, also eben nicht dem heiligen Raum zugehörig.

Doch selbst wenn wir Schamanen das Profane zeitweise verlassen, bleibt es uns als Teil des Heiligen treu. 

Das sogenannte Heilige ist im Grunde nichts anderes als das heile Ganze, die Welt in völlig harmonischer Einheit mit sich und dem Spirit.

Das Profane, scheinbar dem Heiligen entronnene Nüchterne, ist jedoch seinem Wesen nach immer noch Teil des heiligen Raums, weil dieser alles umfasst, was zur Ganzheit gehört.
Das Profane ist also, wenn auch versteckt, Teil des Heiligen.

Genau deshalb können auch unsere alltäglichen Handlungen ganz vom Spirit erfüllt sein, sobald wir das erlauben.

Die Welt erscheint nun dem Schamanen, wie wir früher schon sagten,

als Ausdruck der Manifestationen des Spirits, der sich, selbst unzerstörbar und unteilbar, trotzdem in viele Flüsse und Orte der Kraft bricht um sich darin selbst immer wieder aufs Neue zu gebären….

….und als heimliche aber stetige Verbindung von Spirit, Kraft und Magie, die sich zwar jenseits unseres weitest gespannten Verständnisses vollzieht, uns zugleich aber in eben genau dieses Jenseits beständig hinüberzieht.

Lesen Sie darüber mehr im nächsten Teil dieses Blogs.

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