Diesmal in Spieglein Spieglein: Heilung und Selbstheilung im Rahmen unserer schamanischen Arbeit. Ein sehr persönlicher Bericht einer Teilnehmerin aus Innsbruck:

Waldspaziergang

Ich bin eine leidenschaftliche Ö1-Hörerin. Gestern Vormittag wurde eine Messe aus einem österreichischen Gefängnis übertragen. Erst wollte ich gar nicht zuhören, tat es dann aber doch.

Während der Messer berichtete ein Gefangener über seine bisherige Zeit in der Haftanstalt….über positive und negative Erlebnisse, Vertrauensverlust, Rückzug in sein „Schneckenhaus“ und irgendwann wieder Kontakt mit Menschen die in der Welt da draußen leben und ihm Vertrauen entgegenbringen…..

Die Sonne scheint und ich mache mich auf zu einem Spaziergang im Wald. Ich mag den Geruch von feuchter Erde….über mir kreisen 3 Bussarde…..

Ich denke an die Messe im Radio und dass mich der Text des Häftlings berührt hat.

Rechts von mir geht’s hinauf. Am Hang steht ein großer Lärchenwald. Die Lärchen wachsen gerade in die Höhe und es gibt viel Platz zwischen den einzelnen Bäumen An einzelnen Baumstämmen türmen sich Haufen von abgefallenem Geäst. Der Waldboden sieht aufgeräumt aus. Auf der Wiese neben dem Waldweg wachsen Krokusse und ich höre das Plätschern der vielen kleinen Bäche die aus dem Waldboden quellen.

Föhnsturm ist angesagt…noch merke ich nicht wirklich was davon. Drüben in Patsch sehe ich einen Regenbogen…später sehe ich das gleiche Farbenspiel über Innsbruck.

Von links dringt der unangenehme Lärm der Brenner Autobahn an meine Ohren. Der Lärm gehört eben auch zu uns….

Ich gehe weiter, es wird leiser und ich höre jetzt Vogelgezwitscher….unterschiedliche Melodien. Ich bleibe stehen und lausche…

Es ist mir früher oft nicht leicht gefallen so aufmerksam durch die Landschaft zu gehen. Chaos im Kopf und in der Seele. In den letzten Jahren hat sich einiges verändert. Oft bin ich „aufgeräumt“,wie der Waldboden, oftmals herrscht eben Chaos ….aber es wird immer besser!! Klarheit und Aufmerksamkeit werden mir wichtiger und sie machen das Leben etwas leichter.

In der Zwischenzeit bin ich weit gegangen und stehe vor der Almhütte. Jetzt ist ein Einkehrschwung angesagt!