Spotlight, der schamanische Scheinwerfer: Wir stellen eine Schamanin vor…

Ihr Name ist Katharina.

Zeitweilig tritt sie auch unter dem Pseudonym Großer Greif auf.

Geboren 1979, im Sternzeichen eindeutig Kosmischer Lockenwickler.

Irgendwo in den ehemals noch dichten Urwäldern des Weinviertels erblickte sie das Licht der Welt.

Später beschloss sie großzügig, sich einer gewissen klassischen Schulbildung auszusetzen, obwohl sie schon in jungen Jahren wusste, dass es für sie wohl nur einen einzigen gangbären Weg, Moment, ich korrigiere hier: gangbaren, Weg durchs Leben geben würde. Den der Schamanin nämlich.

Doch hielt sie aus bestimmten Gründen dieses Wissen noch geheim, sogar vor sich selbst, um ihre allzu eifersüchtige Mutter nicht frühzeitig vor den Kopf zu stoßen.

Dies gelang zwar ganz vortrefflich, der ursprüngliche Wunsch Katharinas, Schamanin zu werden, geriet durch diese geschickte Strategie jedoch zunächst für einige Zeit in Vergessenheit.

Katharina, hier noch kurz der Dinge harrend, die da noch kommen mögen

Als Katharina die Große startete sie zwischendurch eine gewisse Karriere im zaristischen Russland. Es kann aber durchaus sein, dass hier eine Verwechslung mit einer zwar nicht ganz so bekannten aber für die russische Geschichte doch einigermaßen relevanten Namensvetterin unserer schamanischen Katharina vorliegt.

Hier auf dem schamanischen Weg hoch oben in den Bergen

Später studierte sie Informatik. Angeblich aber nur deshalb, weil sie sich versehentlich ins falsche Studium eintrug, das edle Studium der Informatik also, wie man so sagt, irrtümlich inskribierte.
Eigentlich wollte Katharina nämlich Architektin werden und mitten in Paris ein seltsames Bauwerk namens Eifelturm konstruieren. Zu ihrer grenzenlosen Enttäuschung musste sie aber feststellen, dass schon jemand Anderer vor ihr dieselbe grandiose Idee nicht nur gehabt sondern sogar auch schon umgesetzt hatte. Als Katharina schließlich nach ihrer Einschreibung auf der Universität noch einmal die von ihr belegten Vorlesungen begutachtete, erkannte sie, dass sie unvermutet zur Informatikstudentin mutiert war.

Mutationen, reinste und häufig auch zauberische Verwandlungen, blieben später weiterhin ihr persönliches Markenzeichen.

Hier bei einem Kaltwasserritual im Gebirgsbach

Wie wird man aber jetzt heutzutage mitten im scheinbar schon allzu naturfremden Mitteleuropa doch noch zur Schamanin?

Diese Frage ließ uns keine Ruhe mehr. Also beschlossen wir, Katharina einfach mit unserem berühmten rollenden Interviewstand auf den Leib zu rücken und daraufhin entstand dann nur wenige Zeit später auch tatsächlich das folgende Interview.

I steht hier für unsere vortrefflich befragende Interviewerin, K für die vorzüglich antwortende Befragte. Der Beitrag wurde selbstverständlich wie üblich aus Zeitgründen schon vor Beginn dieser Sendung aufgezeichnet.

I: „Wie wird man in der Mitte des Weinviertels zur Schamanin?“

K: „Dazu muss man zumindest ganz schön verrückt sein. Das allein hilft aber noch gar nicht. Es müssen auch noch ein paar andere seltsame Umstände dazukommen, damit aus einer Informatikstudentin eine richtige Schamanin wird.“

Irgendwann wuchsen ihr Flügel und sie brach auf, um….

I: „Das interessiert uns natürlich sehr. Könntest Du uns mehr darüber erzählen?“

K: „Schon Großvater hat sich intensiv mit Magie beschäftigt, aber leider mit schwarzer.

Damit wollte ich aber nie zu tun haben. Doch das Interesse an Magie war dadurch wohl schon ein wenig in meine Wiege gelegt worden.“

I: „Aha…?“

K: „ich hatte jedenfalls zunächst keinerlei Ahnung von Schamanismus. Außerdem hatte ich aufgrund verschiedener unerfreulicher Ereignisse in meiner Kindheit noch viel zu viel Angst, um so einfach in magische Welten einzutauchen. Nein, ich versuchte vielmehr, mich durch Anpassung und Klugheit über die Runden zu retten.

Trotzdem hat mich schon meine Mutter offenbar für völlig verrückt gehalten. Wenigstens ließ sie mich deshalb zeitweise in Ruhe, zumindest dann, wenn ich mich tagsüber in einen Hund verwandelte. Ich lief dazu auf allen Vieren, bellte laut und versuchte, meine Mutter in die Waden zu beißen. Das gefiel ihr nicht. Aber etwas später funktionierte die Masche mit dem Hundedasein auch nicht mehr. Ich musste mir damals etwas Neues einfallen lassen. Ich war inzwischen ungefähr fünf Jahre alt und sah mich zum ersten Mal mit der ganzen harten Realität des Lebens in einer Umgebung konfrontiert, die ich mir ja nun wirklich nicht bewusst ausgesucht hatte.“

I: „Deine Mutter hat da eine wichtige Rolle gespielt?“

K: „Meine Mutter hielt sich für eine Hexe. Darin konnte ich ihr zumeist nur Recht geben. Allerdings meinte ich damit etwas Anderes. Sie verstand diese ganze Sache jedenfalls so, dass eine Hexe eine Frau sei, die Unglück von sich abwenden könne, und dieses abgewendete Unglück falle dann auf eine andere Person zurück. Ich meine, dass es ziemlich oft gerade auf mich zurückfiel. Aber das ist ja vielleicht auch nur ein Zufall gewesen.“

I: „Wie kamst Du dann konkret zum Schamanismus?“

K: „Alles begann mit einer einzigen Tranceveranstaltung, die ich ursprünglich nur deshalb besuchte, weil es mir als gute Gelegenheit erschien, eine ganze Nacht lang ein bisschen verrückt zu tanzen.

Nach der Trance aber hatte ich schon Blut geleckt, natürlich nur im übertragenen Sinne.

Ich wollte es jetzt wissen. Wahrscheinlich war es mein verborgener Kindheitswunsch gewesen, Schamanin zu werden. Anders kann ich es mir jetzt wirklich nicht erklären.“

Katharina als Schamanin am Meer, in dem die Alpen mehr oder weniger versinken

I: „Bist Du dann immer weiter diesem Weg gefolgt, ohne dass Dir da jemals Zweifel an Deiner Berufung zur Schamanin gekommen wären?“

K: „Nein, davon wusste ich noch gar nichts. Ich hab einfach mitgemacht und es genossen, mich als Tänzerin so elegant und anmutig zu fühlen. Dann kam ich wieder, diesmal zu einem magischen Workshop, und die Magie fühlte sich wie ein wirkliches Zuhause an.

Diese Vertrautheit mit dem Magischen hat mich dann bestärkt und nicht mehr verlassen. Trotzdem wollte ich irgendwann dazwischen fast aufhören. Ich war mir einfach nicht mehr sicher, ob sich meine Vorliebe für das Schamanische und Magische und mein Alltag ganz vereinbaren ließen. Schließlich wurde es mir aber klar, dass sich der Schamanismus wohl nie ganz in den Alltag integrieren lassen würde. Also tat ich das einzig Richtige: Ich integrierte einfach den Alltag in meinen Schamanismus. Seitdem funktioniert beides eigentlich ganz ausgezeichnet.“

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal bei Katharina für dieses aufschlussreiche Interview und den freizügigen Einblick in ihre Lebensgeschichte und ihren Werdegang zur Schamanin.

Katharina hier beim Weltanhalten auf der magischen Feenalm