Beim letzten Montagskater war ich Ihnen noch den dritten Punkt schuldig geblieben. Dabei ging es darum warum ich irgendetwas nicht hätte schreiben sollen, oder dürfen.

Um schamanische Selbstzensur im besten Sinne also.

Ich hole das aber jetzt gerne für Sie nach. Der Vollständigkeit halber.

Drittens war, drittens war, aber was war das denn….oje, oje ich habe jetzt bei dieser langen Litanei im vorigen Katerkapitel schließlich völlig vergessen, was das Dritte war. Aber wahrscheinlich war es dann auch nicht so wichtig.
Vergessen wir das also wieder.

Am Besten vergessen Sie vielleicht diesen ganzen langen Absatz über das Marketing, den Sie ja hoffentlich mit wahrer Inbrunst Stück für Stück im vorigen Montagsblog gelesen und sich dann ans Herz genommen haben.
Wahre Schamanen wie ich brauchen es, das scheußliche Marketing, ja ohnehin nicht.
Da bin ich mir jetzt sicher.

Wenn mich also nicht wieder eine Verlockung überkommt, der ich dann vielleicht ja erliegen könnte, werde ich in Zukunft einfach auf Marketing verzichten.

Ich verlasse mich statt dessen jetzt ganz auf Sie und, natürlich, auf das natürliche Wirken von Geist (Spirit) und Vernunft (Verstand).

Letzteres müssen aber schon wieder Sie hier einbringen.

Nun wissen Sie was: Ja, lassen wir das Gerede über Marketing jetzt besser ein für alle Mal.
Das ganze Thema ist in Wirklichkeit ja viel zu unheimlich für einen Schamanen.
Obwohl wir Schamanen ja bekanntlich zuweilen völlig furchtlos sind.

Ich bleibe jetzt viel lieber bei meinem Kater, ich meine, bei meiner eigentlichen Geschichte.

Das Zentrum hat sich bei Ihnen, zumindest was seinen Namen betrifft, jetzt aufgrund einer ganz einfachen aber ungemein wirkungsvollen NLP-Technik, die ich gerade für Sie erfunden habe, ohnehin für immer in Ihrem Gedächtnis festgesetzt.
Das liegt jetzt einfach daran, dass Sie in Zukunft immer, wenn Sie an mich, an Schamanismus, an NLP, an sich selbst oder an sonst irgend Etwas denken, automatisch kurz aber einprägsam den Namen meines Zentrums in leuchtenden roten Großbuchstaben vor sich sehen werden.

Oder auch nicht. Aber einen Versuch war es doch wert, auch wenn ich NLP im Allgemeinen nicht sehr angenehm finde, vor allem nicht im Marketing oder gar in der politischen Landschaft dieses Landes.
Dort vor allem nicht.
Es ist einfach widerlich und wird bemerkenswerter Weise auch nur von eher widerlichen Zeitgenossen politisch eingesetzt.
Aber lassen wir das einfach wieder.
Sonst überkommt mich vielleicht noch ein doppelter Kater und ich sehe dann alles zwiefach.

Besser kehren wir an den Ort des eigentlichen Geschehens, an den Ort der Geschichte meiner Platzwahl, der Wahl meines schamanischen Platzes für ein magisches Kraftzentrum, zurück.

Den Plan mit der Südsee hatte ich aus verschiedenen zwingenden Gründen verworfen.

Der Dartpfeil flog geradeaus auf die Mitte Europas zu, machte aber fast unbemerkt eine seltsame Wendung und traf Südspanien.

Mir stockte der Atem.

Südspanien. Flamenco. Tapas. Flirrende Hitze. Maurische Architektur. Das Meer. Berge.

Die Alpen. Unendliche Weiten.

Halt. Da war Etwas schrecklich durcheinander geraten.

Südspanien. Wirklich schön. Romantisch, aus der Perspektive des Spanischliebhabers und Urlaubers betrachtet.

Aber weit und breit keine Alpen.

Die fehlten jetzt irgendwie in meiner schamanischen Gleichung.

Aber Sie wissen ja.
Bei einem Orakel muss man als Schamane den Spruch der Götter unvoreingenommen akzeptieren.

Also blickte ich mich einmal vorsichtig um, ob mir Jemand zusähe.

Nein, ich war alleine.

Dann murmelte ich eine kurze magische Entschuldigungsformel, packte den Pfeil an den Schwanzfedern, natürlich ohne die lieblichen Adlerflaumfedern dabei zu beschädigen, und zog ihn einfach wieder aus Spanien heraus.

Ich atmete einmal tief ein und aus.

Alles nur eine Frage der Atemtechnik, wie Sie wissen.

Dann stach ich zu.
Stach mitten hinein in das Herz der Alpen, mitten hinein in meinen Alpenfeen-Schamanismus und traf punktgenau.

Ich sah mich für den Bruchteil einer Sekunde schon glücklich inmitten einer erhabenen hochaufragenden Bergwelt in einer kleinen einsamen Almhütte residieren und von dort aus stolz meine schamanische Stimme in der Welt erheben.

Lesen Sie weiter, welche überraschende Wendung die Geschichte mit dem Pfeil und meinem Zentrum dann gleich nahm….am Stormy Monday, also nur montags, direkt hier zwischen den scharfen Krallen des Katers.

Ja, diesmal sehe ich ziemlich gleich aus. Das wundert mich jetzt aber selbst schon ein bisschen. Wahrscheinlich hab ich zu viele schokobraune Mäuse geschluckt. Ja, ich glaube das ist des Rätsels Lösung. Eindeutig. Die Mäuse sind schuld. Wie immer.