Udos Weg zum Schamanischen Lehrer Teil 3

Eine paar kleine Begriffserklärungen zum Nagual-Schamanismus – oder: Wie pirsche und träume ich entlang des magischen Zauns?

Grundsätzlich arbeite ich als Pirscher (Gestaltwandler) im Rahmen meiner Ausbildungstätigkeit mit fünf verschiedenen Ebenen schamanischer Magie.

Zur Begriffserklärung möchte ich an dieser Stelle nur so viel anmerken, dass Träumen und Pirschen die zwei unterschiedlichen Arten sind in denen sich das Nagual, der Bereich des Unfassbaren, für eine Person erschließt.

Das Nagual wiederum ist auch der Bereich, der für das Auftreten tiefer schamanischer Magie verantwortlich ist.

Die fünf Ebenen der Magie erlauben mir, meinen SchülerInnen einen gleichzeitig starken und sicheren Zugang zu den magischen Bereichen des Unfassbaren anzubieten.

Die Arbeit nach den fünf Ebenen der Magie zu strukturieren bedeutet, sozusagen eine Art Zaun oder Geländer in die nicht immer ganz harmlosen Wege des schamanischen Lernens einzuziehen.

Dadurch kann der Schüler seinen eigenen Zugang zur Kraft entwickeln, ohne von ihr magisch überwältigt zu werden.

Auf der ersten Ebene der Magie ist der Kraftkörper einer Person, ihr magisches Selbst, gerade einmal geschlossen. Das heißt, sie kann bereits Magie in ihrem System halten und aussenden.

Auf der zweiten Ebene ist die Verbindung zum eigenen Kraftkörper so stark geworden, dass ihr der Zugang zur dritten Aufmerksamkeit möglich ist.

Die dritte Aufmerksamkeit ist einer Art verdichtetes Feld magischer Wahrnehmung, das auch als eine weitere unserer Alltagswirklichkeit beigefügte Dimension des Kosmos betrachtet werden kann.

Die dritte Ebene der Magie wird erst knapp nach der Einweihung zum Schamanen erreicht. Sie ist für Noch-nicht-Schamanen geheim.

Die vierte Ebene öffnet sich für weiter fortgeschrittene Schamanen, ca. vier Jahre nach der Einweihung, wenn sie ihren Weg konstant weiter vertiefen.

Dann lernen Sie den Umgang mit speziellen Kräften und magischen Feldern, denen sie davor noch nicht begegnet sind.

Erst in der vierten Ebene wird sozusagen die „Struktur“, der Aufbau des Unfassbaren, pragmatisch erfasst.

Am Ende der vierten Ebene steht die Meisterschaft, die ich auch als Verbindung mit dem kosmischen Schamanenbaum sehe:

Der Schamane ist nun imstande, seine Rituale im magischen Universum so zu gestalten, dass sie sich von selbst in der Mitte dieses Universums ausrichten.

Die fünfte Ebene der Magie setzt erst zwei Stufen nach der Meisterschaft ein.

Es ist die subtile Ebene der Magie, in der die pure Arbeit in der Vision ganz von selbst zugleich Teil der Wirklichkeit wird.

Die von mir so bezeichneten Schamanischen Instanzen, spirituelle Felder, die über eine Art Allwissenheit verfügen, lassen sich, so sie wollen, auf einer höheren Ebene des Wissens antreffen. Ein vollständiger Kontakt zu ihnen setzt ein Eintreten in die fünfte Ebene der Magie voraus.

Die Instanzen lassen sich in gewisser Weise gut als Supervisoren für die eigene Arbeit gebrauchen, weil ihre Zustimmung klare Tatsachen schafft.

Nachdem es andererseits nicht wirklich angenehm ist, von Spirits, die über eine so weit übers Menschliche hinausgehende Wahrnehmung verfügen, über die eigene persönliche Welt informiert zu werden, nütze ich die Beziehung zu den Instanzen grundsätzlich nie als Orakel.

Für einen lehrenden Träumer (Formwandler) sind die fünf Ebenen der Magie zwar ebenfalls von Bedeutung, was sein eigenes Fortgeschritten-sein in Magie betrifft.

Der Traum als solcher entzieht sich aber seinem Wesen nach einer Aufteilung in magische Ebenen.

Der Lehrer, der seinem Wesen nach Träumer ist, muss andere Sicherheitsleinen in seinen Unterricht einbauen, um seine Schüler vor einer zu schnellen und überwältigenden Begegnung mit der Magie des schamanischen Kosmos zu schützen.

Der Traum findet übrigens nicht nur im Schlaf statt, sondern ist eine dem Konzept des Naguals und Tonals, des Unfassbaren und Fassbaren, gleichwertige Beschreibung der Welt.

Alles was ist, stellt für den Träumer somit einen Aspekt des Traumes dar, während es für den Pirscher in Nagual und Tonal zerfällt, in Unfassbares und Fassbares.

Das Fassbare quillt dabei aus der sozusagen noch größeren Unendlichkeit des Unfassbaren hervor.

Ich unterrichte Pirscher und Träumer sowohl im Pirschen als auch im Träumen. Pirscher können Träumen lernen und Träumer pirschen. Genauer gesagt gilt für beide magische Grundtypen: Auch der Bereich des anderen ist grundsätzlich mit den eigenen Mitteln erreichbar.

Für den Weg des Schamanen braucht es jedoch eine silberne Leiter, die von der Erde zum Himmel reicht. Lesen Sie weiter im Teil 4, was exotische Kampfkunst mit einem Schamanen bewirkt, der sich gerade auf seine Himmelsleiter schwingen will .